Monschau - auch genannt "die Perle der Eifel", muss nicht unbedingt vorgestellt werden, die meisten kennen die Stadt bereits. Eventuell lohnt es sich aber doch. Tatsächlich liegt die Stadt Monschau in der Nähe des Perlenbachs, einem Zufluss der Rur. Und im Perlenbach gab es noch vor einigen Hundert Jahren Tausende von Flussperlmuscheln. Inzwischen gilt die Flussperlmuschel als nahezu ausgestorben, obwohl Biologen und Wissenschaftler an der Nachzucht nicht ohne Erfolg arbeiten. Nur wenige alte Exemplare sind an einer Stelle vorhanden, die wegen der Gefahr der Zerstörung nur Insidern bekannt ist. Doch hat Monschau den Beinamen "Perle der Eifel" nicht nur wegen seiner nahen Lage zum Perlenbach verdient. Monschau zeigt etwa in der Architektur seiner Häuser den Reichtum der Tuchmacher, die an der so genannten "Wollroute" im 17. Jahrhundert fleißig arbeiteten. Um 1195 gab es bereits die noch heute existente Burg auf einem Bergsporn hoch über der Rur. Erstmals erwähnt wird Monschau 1198 als "Mons loci", 1226 als "Monjoje". Um 1800 kommt während der französischen Herrschaft die Form Montjoie auf.
Wer auf Monschau zukommt, der kommt durch stattliche Vororte. Irgendwann geht es dann unweigerlich ins Tal hinab, zum Flussbett der Rur, um die sich Fachwerkhäuser wie aus dem Bilderbuch gruppieren. Doch auch mehrstöckige Steinbauten von stattlicher Schönheit, garniert mit holzgeschnitzten Türen und Fenstern, weisen auf eine nennenswerte Kultur und auf finanzielle Mittel hin. Genau damit punktet Monschau seit Jahrzehnten immer noch: Neben der Natur ist es die Kultur und die Kunst sowie die Musik, die die Besucher anziehen. Überregional anerkannte Ausstellungen, eine Sandskulpturenschau, Skulpturen im Öffentlichen Raum, selbst Christo war schon da und ließ die Burg und den Haller verpacken. Monschau Festival ist ein Lichtpunkt im dunklen Eifelwald. Hinzu gesellen sich lukullische Höhepunkte wie etwa die Senfmühle mit ihren super leckeren Produkten.
Ein Gang durch Monschau kann erfreuen, wenn die Touristen den Ort gerade nicht überschwemmen. Kleine Läden laden zum Verweilen ein, ausgesuchte Produkte erfreuen den Kenner. Aber auch der Nepp ist nicht fern, wie es sich bei einem derartigen Touristenzentrum nicht vermeiden lässt. Wer sich etwas zurück ziehen und dennoch den Ort genießen möchte, der kann in Richtung Höfen zum Friedhof laufen. Unterhalb des Friedhofs befindet sich ein öffentlicher, duftender Kräutergarten hoch über den Dächern der Stadt mit Blick auf die Burg, in dem der Aufenthalt fernab der Touristenströme zum Genuss wird.

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