Straßensanierung in Kall-Golbach - Maßnahme noch zurückgestellt

Kall. Geht es um Straßensanierungen und Anliegergebühren, dann sind die Bürger inzwischen sensibilisiert. Während es Bundesländer gibt wie etwa Hamburg, die die Anliegerbeiträge bereits 2016 abschafften, gibt es derzeit Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen (NRW), die das Thema auf den Prüfstand stellen, aber noch ohne Ergebnis.

 

Im Kaller Ortsteil Golbach sollen die Oberstraße und die Straße auf der Kegelbahn sowie ein Teil des Fuhrweges saniert werden. Stellenweise bröckelt vor allem die Oberstraße vor sich hin. Kein Wunder, wurde die Straße doch in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten mehrfach immer wieder geöffnet und geschlossen, etwa um Oberleitungen hineinzulegen, Gasleitungen in der Erde verschwinden zu lassen und auch die Post schnitt die Straße auf. Zudem lief der Baustellenverkehr zum Spelzberg nicht, wie ursprünglich geplant, ausschließlich über den eigens dafür angelegten und per Baum- und Grünentnahme stellenweise deutlich verbreiterten Fuhrweg, sondern in erster Linie eben über Oberstraße und ein Teilstück der Kegelbahn. Nun soll die Oberstraße auf 720 Meter saniert werden. Monika Linscheidt vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Schleiden-Broich ist mit den Plänen betraut. In sehr detaillierter Manier stellte sie die Pläne jetzt dem Liegenschaftsausschuss im Kaller Rathaus vor. Anwesend waren neben den Ausschussmitgliedern und Mitarbeitern der Verwaltung auch rund 25 Anlieger von Oberstraße und Kegelbahn.

 

Monika Linscheidt führte aus, dass 720 Meter der Oberstraße der dringenden Erneuerung bedürfen. Die Breite der Straße variiert von 3,50 bis 6,25 Meter, Wasserführung ist kaum vorhanden, stattdessen weist der Straßenbelag Risse, Senken und Ausbrüche auf. Engpässe wie etwa der Bereich am Kindergarten sollen entschärft werden, indem Parkplätze geschaffen werden könnten. Monika Linscheidt: "Wir beobachten die Straße nun schon seit anderthalb Jahren und sie wird zunehmend deutlich schlechter." Zwar existieren nun Pläne, wie die Straßen und der Anschluss etwa an die Landstraße (L) 105 nach der Sanierung aussehen könnten, doch gibt es immer auch Alternativen, wie Monika Linscheidt betonte. Nach aktueller Erkenntnis würde der Ausbau der Oberstraße etwa 780 000 Euro brutto kosten. Golbachs Ortsvorsteher Emmanuel Kunz (SPD) betonte, dass die Anlieger der Oberstraße nach derzeitigem Stand 30 Prozent dieser Kosten tragen müssten. Der nächste Schritt wird nun eine weitere Anliegerversammlung sein, damit die Betroffenen ihre Gedanken, Sorgen und Vorstellungen vortragen können. Emmanuel Kunz bat dann auch um eine Präsentation zu möglichen Bauabschnitten. Monika Linscheidt hatte jedoch zuvor schon bemerkt, dass es einen wirklichen Zeitplan noch gar nicht gebe. Ausschussvorsitzender Erhard Sohn (SPD) sagte: "Die Umsetzung der Maßnahme wird bis zur abschließende Entscheidung des Landtags zurück gestellt werden."

10 Jahre Betriebsjubiläum zum "Tag des offenen Denkmals" - ein Verein mit mehr als 2000 Mitgliedern und "sein" Schwimmbad

Schleiden-Vogelsang. "Darf man das? Kann ein Verein so etwas überhaupt? Geht das und macht das Sinn?" Als der Schwimm- und Sportverein Vogelsang 2006 gegründet wurde, standen diese Fragen im Raum. 2009 nahm der Verein das Schwimmbad in Vogelsang, das jahrelang nach dem Abzug der belgischen Soldaten brach lag, wieder in Betrieb. Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings erinnerte während des Betriebsjubiläums an die Fragen von damals und stellte fest: "Ja, es geht und macht Sinn. Ein Verein kann so etwas!"

 

Inzwischen halten 2000 Mitglieder des Schwimm- und Sportvereins Vogelsang, circa 40 Ehrenamtler, zwei Teilzeit- und drei 450-Euro-Kräfte und Uli Groebel als Betriebsleiter die Einrichtung, zu der auch eine Sporthalle und zwei Tennisplätze zählen, ausgezeichnet über Wasser. Öffentliche Schwimmeinheiten, Schulschwimmen, Familienschwimmen und Kurse, vieles ist möglich im Schwimmbad Vogelsang.

 

Zum Fest kamen neben Bürgermeister Ingo Pfennings auch Manfred Poth, allgemeiner Stellvertreter des Euskirchener Landrats, Vereinsvorsitzender Helmut Peters und Vereinsvorstandsmitglied Bert Linscheidt, ebenso wie Uli Groebel Gründungsmitglieder des Schwimm- und Sportvereins Vogelsang, sowie der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Schleiden, Klaus Ranglack. Auch Nationalparkseelsorger Georg Toporowsky begrüßte die zahlreichen Gäste.

Ingo Pfennings erinnerte in seiner Ansprache: "Vogelsang ist ein Teil unserer Region, sowie die NS-Zeit ein Teil von Deutschlands Geschichte ist. Da hilft kein Leugnen, kein Schönreden und kein Verdrängen, sondern einfach ein gesunder Umgang mit der Vergangenheit." Helmut Peters hat mal gesagt: "Das Schwimmbad zu betreiben, da ist nichts Anrüchiges dabei. Vogelsang ist ein Teil der Vergangeheit, die wir haben." Ingo Pfennings respektierte: "Eingebettet in die Erinnerungskultur von Vogelsang IP wird dieses historische Schwimmbad weiter genutzt."

Zum Programm zählten Spiel und Spaß in allen Einrichtungsteilen, zudem gab es köstliche Reibekuchen, Imbissspezialitäten und handgemachte Live-Musik von der Band Xound Art. Weitere Infos zur Einrichtung, zu einer Mitgliedschaft und zu den Nutzungsmöglichkeiten gibt es im Netz: www.schwimmbadvogelsang.de

Blei im Eifelboden - Ergebnis Blutscreening wird in den kommenden Tagen vorgeführt - Bio-Monitoring fordert die BI

Mechernich. Blei im Boden - seit fast einem Jahr kocht das Thema in Mechernich hoch und die Stadt im Kreis Euskirchen kommt nicht zur Ruhe. Der Sommer 2018 war staubtrocken, was Anwohner des geplanten Baugebiets "Wachholder II" in Mechernich auf den Plan rief. Die aufgebrachten Bürger erwirkten einen Baustopp, mit Blei belastete Erde musste bewässert werden. Mechernich trägt den Beinamen "die Stadt am Bleiberg", was auf die Historie hindeutet. Jahrhunderte lang wurde in Mechernich und auch im benachbarten Kall intensiv nach Bleierz gegraben. Die belasteten Abraumreste und auch geogenes Material stecken im Boden, und bei trockenem Wetter eben auch in der Luft. Erlaubt sind etwa bei Spielplätzen 200 mg Blei pro Kilo im Erdreich und bei Wohnflächen 400 mg/kg, vorhanden sind stellenweise aber in Mechernich im Boden bis zu 5 000 mg und mehr. Da sich die Stadt am Rande der Eifel, aber auch schon im Einzugsbereich der Ballungsgebiete am Rhein befindet und ausgezeichnet angeschlossen ist dank Bahn und Autobahn, boomte das Baugeschäft in den vergangenen 15 Jahren. Während Bürger nun fordern, dass die Stadt den belasteten Boden austauschen soll, ging die Stadt jetzt her, und bot eine einmalige Blutuntersuchung für Personen an, die in Mechernich wohnen. Die Ergebnisse des "Blei-Screenings" sollen in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.

 

"Ein nicht repräsentatives, einmaliges Bleiscreening reicht nicht aus!" lautet die klare Ansage der Bürgerinitiative (BI) "Für ein lebenswertes Mechernich". In der BI sind Bürger, Ärzte und Journalisten. Auf der Internetseite „www.doku-blei.de“ wird die Sachlage geschildert. Die BI lehnt einmaliges Blutscreening ab, fordert stattdessen ein fortlaufendes "Bio-Monitoring". Dr. Jörg Schriever unterstützt die Forderung der BI aus medizinischer Sicht. Schriever ist pensionierter Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Mechernicher Kreiskrankenhauses, als junger Mann kam er mit seiner Familie in die Stadt. Er kaufte ein Baugrundstück und wunderte sich, dass der angesäte Rasen nach dem Auskeimen wieder gelb wurde. Zwar wusste er, dass es in Mechernich eine Bleihütte gegeben hatte, dachte damals aber zunächst: „Die Zeit der Erzförderung und Verhüttung ist vorbei. Blei im Boden schadet nicht.“ Erst, als der Gärtner sagte: „Das gelbe Gras kommt vom Blei“, eine Schicht auswärtigen Mutterboden auftrug und so nebenbei meinte „und auf ein Gemüsebeet sollten Sie verzichten, sie haben ja sogar Blei-Knotten im Garten“, da wurde Dr. Jörg Schriever die stete Gefahr durch Bodenblei bewusst. Schriever: „Wenn man die Gefahr erkennt und ernst nimmt, lernt man, wie man sich davor schützt, aber es gibt beim Blei viele Fallen.“

 

Genau hier setzt das Problem an, das seit Monaten viele Mechernicher beschäftigt. Boris Uenzen ist wie Schriever ebenfalls ein Zugezogener. Er erhebt starke Vorwürfe, fühlt er sich doch von der Stadt Mechernich hintergangen. Uenzen: „In unserem Kaufvertrag ist das Wort „Blei“ nicht erwähnt. Ich erhielt zwar einen Bebauungsplan gemeinsam mit dem Werbeexposé der Erschließerfirma F&S Concept aus Euskirchen, wonach eine "Bleibelastung zu erwarten sein könnte'', doch musste ich gutgläubig davon ausgehen, dass diese im Normbereich sei und die Behörden ihre gesetzlichen Pflichten zuvor erledigt haben. Dass man im B-Plan schrieb "könnte", obwohl man es sicher wusste, indiziert Täuschungsabsicht. Hätte ich gewusst, dass der Landrat den Bürgermeister zuvor gewarnt, dabei auf den Belastunsgwert bis zu 5000mg hingewiesen hätte und die Stadt diesen Hinweis unterschlug, hätte ich sicher nicht gekauft." Man durfte nicht damit rechnen, von einer Behörde betrogen zu werden, sagt Uenzen heute. Uenzen: "Schließlich sei die Stadt auch gesetzlich verpflichtet, Gefahren vor dem Verkauf zu beseitigen und bekannte Zahlen im Vertrag transparent darzulegen. Sich auf einen Bebauungsplan zu berufen, welcher laut Gesetz und höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht hätte erstellt werden dürfen, ist ein starkes Stück." Die Stadt Mechernich behauptet dagegen auf Anfrage, die Käufer seien auf die Bodenbelastung hingewiesen worden. Ralf Claßen schreibt in Vertretung für Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: "Im Rahmen der Bauleitplanung sind alle Träger öffentlicher Belange angehört und um Stellungnahme gebeten worden. Dementsprechend sind auch die mit der Bleibelastung des Bodens zu befassenden Fachbehörden, vor allem die Untere Bodenschutzbehörde und das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen, beteiligt worden. Außerdem sind alle potentiellen Baulandflächen im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan der Stadt Mechernich aus dem Jahre 2008 ausgewiesen. Bei diesem Aufstellungsverfahren war die Bezirksregierung Köln Genehmigungsbehörde und folglich sind auch alle dort ansässigen übergeordneten Fachbehörden beteiligt worden. Es ist ausgeschlossen, dass ein Grundstückserwerber nicht informiert worden ist." Diese Ausführungen verwundern, derweil das schwer belastete Wohngebiet Vierwege 2008 nahezu vollständig veräußert war. Warum die Stadt den besonderen Warnhinweis des Landrats im Bebauungsplan unterschlug und ihrer gesetzlichen Prüfpflicht vor der Planung nicht nachkam, teilte die Behörde nicht mit.

 

In den vergangenen 15 Jahren wurden viele neue Baugrundstücke in Mechernich ausgewiesen, wie viele, darauf kann die Stadt keine Antwort geben, weil laut Stadt viele private Erschließungsträger mit im Boot saßen und sitzen. Die Einwohnerzahl stieg entgegen der demografischen Bewegung im Land um von 28 083 auf 28 448, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Neubürger wanderten zu, wähnten sich in unberührter Natur. Ein Ruck ging durch die Reihen, als eben im August 2018 ein Baustopp im Mechernicher Norden, im Baugebiet "Wacholder II", wegen 1600mg Blei/kg Erde erwirkt wurde. Boris Uenzen etwa wurde dadurch erst klar, um welche Gefahren es sich im Boden und in der Luft in Mechernich handelt. Er fragte bei der Kreisbehörde in Euskirchen nach, wie hoch denn die Belastung in den Neubaugebieten "Vierwege" und "Feyermühle" sei. Uenzen: „Ein Mitarbeiter der Unteren Bodenschutzbehörde erklärte, dass die Bleibelastung in unserem Wohngebiet bei 2000 bis 5000mg liege.“ Uenzen fordert: „Ich erwarte, dass die Stadt die Gefahr umgehend beseitigt und die verbliebenen Bauflächen entweder austauscht oder zeitnah bebauen lässt, damit wäre automatisch ein Erdaustausch verbunden.

Am 21. Februar 2019 benannte der Landrat des Kreises Euskirchen die aktuellen Bodenwerte für das Baugebiet und korrigierte den dortigen Belastungswert auf "nur bis 2800mg Blei/kg Erde" (siehe Anlage). Dies entspricht dem 14-fachen des versäumten Prüfwertes. Egal wie die Ergebnisse des Screenings ausfallen und wieviel Resorptionswert die Behörden davon abziehen wollen- bei 2800mg ist und bleibt es zu gefährlich, um untätig zu bleiben. Es ist angesichts der Tatsache, dass im Umkreis von 200 Metern in dem Wohngebiet 5 Menschen schwer erkrankten und 3 davon mittleren Alters an Krebs verstarben, vergeudete Zeit. Hier ist Gefahr im Verzug. Dass bei diesen Blutscreenings die 8 Straßen aus den Wohngebieten Vierwege und Feyermühle (Auf dem Rücken, Am Knipp, Pochwerkstraße, Steigerstraße, Knottenstraße, An der Haspel, Hauerstraße, Forellenweg) nicht über das städtische Amtsblatt ( https://www.ortszeitungen.de/RM_eNewsPap…/…/Mech_22_2019.pdf ) siehe Seite 2, und- wie angekündigt- "persönlich von Ortsvorstehern" eingeladen wurden, vermittelt eine Manipulation der Ergebnisse. Der Gesetzgeber macht die Gefährlichkeit nicht von einer Anzahl tatsächlicher Erkrankungen bzw. deren Schweregraden abhängig. Anmerkung: die im Bürgerbrief benannte Straße "Vierwege" ist nicht mit dem Wohngebiet Vierwege identisch.

 

Zudem scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Bereits 1982 erlebte Dr. Jörg Schriever in Mechernich eine ganz ähnliche Protestwelle. Auch damals wurde eine Untersuchung der Bleibelastung der Bürger angeboten, an der weniger als 400 Kinder teilnahmen. Überraschenderweise fanden sich bei 16 Kinder deutlich erhöhte Blutbleiwerte im Gefahrenbereich. Zwar wurden vom Bund ein Teil der bleihaltigen Sandhalden als Verursacher wirksam abgedeckt, um Verwehungen einzuschränken, aber die empfohlenen Kontrollen bei besonders gefährdeten Personen damals wurden bald wieder eingestellt, das Ganze verlief buchstäblich im Sande. Auch die jetzige Studie, „Blei-Screening" genannt, ist nur bei mindestens 150 bis 200 Personen geplant aus unterschiedlich stark belasteten Gebieten. Schriever: „Das kann immer nur eine Momentaufnahme zufällig erfasster Personen sein und ist nicht repräsentativ. Vorbeugend sucht man nicht nach Kranken, sondern man sollte die Bürger primär vor Gesundheitsschäden schützen.“

 

Die BI fordert daher ein fortlaufendes „Bio-Monitoring“. Schriever: "Geogenes und von Menschenhand produziertes Blei beziehungsweise die Abfälle der Verhüttung, die sich im Boden finden, schaden dem Menschen unangetastet. Jedes Blei im Körper ist dagegen schädlich." Es gelte, die Wege zu finden, wie es dorthin komme, um diese dauerhaft zu blockieren. Die BI fordert eine gemeinsame Stabsstelle der beiden betroffenen Kommunen Mechernich und Kall und des Kreises unter Aufsicht und wissenschaftlicher Begleitung des zuständigen Umweltministeriums, die alle möglichen und gesetzlichen Maßnahmen zur Abwehr gesundheitlicher Schäden durch Blei einleitet, koordiniert und ihre Wirksamkeit überprüft. Eine Crux sei, so Schriever, dass Blei in geringer Konzentration noch untypische Allgemeinbeschwerden mache wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, Gelenkschmerzen wie bei Gicht, Völlegefühl und Bauchschmerzen, so dass man sich unwohl, aber nicht wirklich krank fühlt. Es bestehen aber schon Beeinträchtigungen der Blutbildung, Leber-, Nieren- und Kreislauffunktion. Schriever: „Blei beeinträchtigt die Hirnleistung, schadet der frühkindlichen Entwicklung im Mutterleib und wurde bereits 2006 als ,Krebserregend‘ eingestuft.“ Die wichtigste einfache Untersuchung, um die Bleibelastung einer Region fortlaufend zu kontrollieren, um positive wie negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, sei die jährliche Bleibestimmung im ausgefallenen Milchzahn von Vorschul- und Grundschulkindern. Blei werde im Knochen und besonders dem Dentin im Zahn dauerhaft über Jahrzehnte gespeichert, so dass man die Gesamtbelastung Blei seit Geburt bestimmen kann. Die BI fordert darüber hinaus, dass die Bodenbleiwerte für alle Baugrundstücke, Sport- und Spielanlagen, Kindergärten und Schulen sowie Nutzflächen im Mechernich-Kaller-Bleigebiet aktuell kartografisch dokumentiert werden. Eine Informationsschrift mit dem Verbreitungsgebiet, die vorbeugendes Verhalten und schützende Maßnahmen aufgezeigt, sollten für alle Einwohner, speziell für Neubürger und Touristen, öffentlich an vielen Stellen bereitliegen.

Aus digital wurde analog - und eine tolle Gruppe

Heimbach/Rursee. Mit dieser Entwicklung hatte zunächst niemand gerechnet, nun ist die Freude um so größer: Aus einem einzigen Foto-Post bei facebook wurde ein ganzer Kalender in Printform, der nun unter dem Titel "Heimbacher Bilder" für einen guten Zweck verkauft wird. Rursee- und Heimbachfreund Theo Hüffel war es, der vor einiger Zeit einen Sonnenuntergang mit der Kamera einfing und das Bild auf seiner facebook-Seite postete. Die Heimbacher Unternehmerin und facebook-Seiten-Administratorin Michaela Hurtz sah das wunderschöne Bild und teilte es bei "Heimbach goes facebook", eine facebook-Gruppe. Die Idee zu einem Print-Kalender erwachte. Einem Aufruf, unter das Bild von Theo Hüffel weitere schöne Bilder von Heimbach und dem Rursee zu posten, folgten die Gruppenmitglieder mit sage und schreibe 73 weiteren Bilder. Eine Projektgruppe, bestehend aus Ingrid Bachem, Michaela Hurtz, Dominik Lehnen und Theo Hüffel nahm die Sache in die Hand. Dominik Lehnen stellte eine Webseite zur Verfügung, auf der alle 73 Bilder für jeden Monat zu sehen waren. In einem absolut demokratischen Verfahren konnten die Seitenbesucher über die Bilder urteilen. Dominik Lehnen zählte 500 Aufrufe auf seinem Computer-Schirm. Im Kalender sind nun Fotos von Heimbacher Wahrzeichen wie Burg Hengebach, Mariawald und dem Rathaus zu finden. Aber auch die Milchstraße über dem Rurseeschiff Stella Maris, das Heimbacher Schwimmbad im Licht und Schattenspiel sowie Schwammenauel aus der Luft fesseln den Blick und erfreuen den Betrachter. Zudem machen die Bilder neugierig durch ihre Authentizität auf die kleinste Stadt in NRW - Heimbach, an einem der größten Stauseen des Landes - dem Rursee. Als Fotografen drückten ab: Gerda Pfeiffer, Ursula Heiliger, Theo Hüffel, Werner Bongard und Dominik Lehnen. Zehn Euro kostet der Kalender pro Stück, das Geld kommt der Jugendarbeit der Heimbacher Feuerwehr und der Jugendarbeit der Heimbacher DLRG zugute. Die Erstauflage liegt bei 250 Stück, 100 Kalender sind bereits vorbestellt. Verkauft wird der Kalender bei Obst und Blumen "Creaflor in der Hengebachstraße 113 in Heimbach und über die facebook-Gruppe "Heimbach goes facebook. Hier einfach eine Nachricht an die Administratorin senden.

Zehn Jahre Internationale Kunstakademie Heimbach - das ist neu: Otmar Alt-Raum und Bibliothek

Heimbach. Als gewisse „Macher“ - darunter Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (Fotocollage/Foto oben, Mitte) - 2007 die Idee hatten, in Heimbach, der kleinsten Stadt in NRW, eine Kunstakademie zu installieren, brach die Region nicht gerade in Begeisterung aus. Am Arm der Welt mit Kultur hantieren, ob das gut ginge? Spelthahn berichtete während des zehnjährigen Geburtstages der Akademie am 18. August 2019 rückblickend mit einem Augenzwinkern: „Damals trafen wir Professor Zehnder (Fotocollage/Foto oben, links) und tief in der Nacht, so nach der zweiten Flasche Mineralwasser, waren wir plötzlich alle Feuer und Flamme.“

Im August 2009 wurde die Internationale Kunstakademie auf Burg Hengebach Realität. Prof. Dr. Frank Günter Zehnder leitet die Institution seither mit konstantem Erfolg. Gab es im ersten Jahr 30 Kursangebote für jeden Interessenten, sind es inzwischen weit über Hundert. Renommierte Dozenten kommen aus dem In- und Ausland.

Zum zehnjährigen Bestehen wurde auch Künstler und Dozent Otmar Alt (Fotocollage/Foto oben, rechts) begrüßt. Auch er gehört zur ersten Stunde der Internationalen Kunstakademie in Heimbach. Ihm zu Ehren gibt es nun einen Otmar Alt-Raum im kleinen Kunsthaus auf der Burg. Dort sind Werke des Ausnahmekünstlers zu finden, unter anderem Teile des nicht mehr fahrenden Otmar Alt-Zuges der Rurtalbahn. Zudem wurde eine Bibliothek neu eröffnet, die Kunstbücher und Dokumente beinhaltet. Erreichbar ist die Bibliothek mit Turmzimmer durch einen Wehrgang. Mitmachaktionen, Präsentationen und ein „Diner en couleur“ am Abend rundeten den Tag ab. Weitere Infos zur Akademie gibt es im Netz:
www.kunstakademie-heimbach.de

Akademiefest in Heimbach - zehn Jahre Internationale Kunstakademie

Heimbach. Das war schon eine ganz heiße Kiste, als die Internationale Kunstakademie in Heimbach vor zehn Jahren - im August 2009 - fertiggestellt und eröffnet wurde. Der Heimbacher Architekt Peter Holdenried und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, aus einem zuletzt völlig ungenutzten Wahrzeichen des Rurstädtchens - dessen Grundstein aus dem 11. Jahrhundert stammt - wieder eine freundliche Anlaufstelle zu machen. Peter Holdenried schildert in der Projektbeschreibung auf seiner Internetseite: "Die dunklen Räume der Burg wurden durch neue Oberflächen zu hellen, freundlichen Räumen für die Akademienutzung hergerichtet." Um die Barrierefreiheit der hoch auf Fels gelegenen Gemäuers herzustellen, wurden Aufzüge angebaut. Ein Kraftakt. Ein großer Glücksfall, dass bereits damals der Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Frank Günter Zehnder das Geschehen mit seinem Fachwissen und seiner ruhigen Art begleitete. Wie ein Fels in der Brandung stand er mitten in der Baustelle und konnte bereits das Ergebnis vor seinem geistigen Auge sehen: Eine Kunsthochburg für alle Interessenten mitten in der Eifel. Bestes Rüstzeug brachte Zehnder - der eigentlich in den Ruhestand überwechseln sollte - mit: Er studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte und promovierte; 1996 bis 2004 war er Direktor des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Tja, und statt Rente stand für ihn dann Heimbach auf dem Lebenszettel. Er führte die Akademie mit Besonnenheit und Können durch die ersten schwierigen Jahre und leitet die Geschicke nach wie vor. Skandale gab es keine, nur immer wieder Ausstellungen, die die Welt wachrüttelten und die Blicke nach Heimbach lenkten, so etwa, als der Weltstar der Wimmelbilder, Charles Fazzino, die Kunsthochburg betrat und mit seiner Anwesenheit beehrte. Weitere Stars der Kunstzene gaben sich die Klinke in die Hand, wie etwa der Zeichner "Janosch" und Comic-Papst Andreas C. Knigge. Namhafte Dozenten unterrichten das ganze Jahr über an der Internationalen Kunstakademie in Heimbach, so etwa Otmar Alt, Bernhardine Schippers, Prof. Gerlinde Gschwendtner, Claudia Kallscheuer, Ren Rong, Herb Schiffer, Maf Räderscheidt, Prof. Walter Dohmen und viele mehr.

Das Jubiläumsakademiefest wird am Sonntag, 18. August, ab 11.30 Uhr gefeiert. Während des Festes finden Mitmachangebote für alle Generationen statt. Der Förderverein unterstützt die Aktion. Neben der Eröffnung der Sonderpräsentation von Werken der Dozentinnen und Dozenten wird die neu gestaltete Bibliothek zu sehen sein.
Mehr zum ganztägigen Programm gibt es im Internet: https://www.kunstakademie-heimbach.de/aktuelles.html

Fotos/Archiv: www.gkli.de

Heimbacher Stühlchen - An- und Verkauf

Heimbach. Endlich! Sie werden wieder sichtbar, die „Heimbacher Stühlchen“. Michaela Hurtz, Geschäftsinhaberin von „Creaflor“ in der Hengebachstraße 113, fasste sich jetzt ein Herz. In der Regel handelt die gelernte Floristin mit Obst, Gemüse, Blumen und ausgefallenen Dekoartikeln. Auch gestaltet sie die Dekoration für größere Festlichkeiten. Doch nun widmet sich die temperamentvolle Unternehmerin einem Kultobjekt: dem Heimbacher Stühlchen. Während der Veranstaltung „Heimatwerkstatt“ bei der Heimbacher Künstlerin Luise Kött-Gärtner vor einigen Wochen, bei der es um die Darstellung der berühmten Heimbacher Stühlchen in künstlerischer Miniaturform ging, kam Manuela Hurtz die Idee, echte Heimbacher Stühlchen anzukaufen und wieder zu verkaufen. Michaela Hurtz: „Leider liegt die Stühlchenproduktion seit Jahren schon brach. Und oft werden Wohnungen, Häuser und Geschäfte in der Region aufgelöst, auch da verschwinden die Stühlchen, landen schlimmstenfalls auf dem Müll.“ Seit dem 17. Jahrhundert fertigen Heimbacher dieses zierliche Möbel, das es sowohl in Kinder- als auch in Erwachsenengröße gibt, meist aus Buchenholz. Es gibt Heimbacher Stühlchen in zwei Varianten: mit drei oder mit vier Beinen. Eine zeitlang existierte dort, wo heute der Bauhof in Heimbach zu finden ist, sogar eine Stühlchenfabrik. Das praktische Markenzeichen wurde bis nach Maastricht verkauft. Aber in den vergangenen Jahren schlief die aufwändige Produktion komplett ein. Keiner drechselt momentan mehr die Stäbe, keiner fügt mehr die Stühlchen zusammen - und zwar wie immer ohne eine einzige Schraube! Wer ein Heimbacher Stühlchen abgeben oder erwerben möchte, der kann sich nun an Michaela Hurtz wenden.

Die Öffnungszeiten von Creaflor in der Hengebachstraße 113 in Heimbach sind dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Erreichbar ist Michaela Hurtz auch über ihre facebook-Seiten: Michaela Hurtz oder Creaflor. ☀️

Gedenken - 75 Jahre Ardennenoffensive - Hellenthal

Ramscheiderhöhe/Hollerath. "Diese ganze Geschichte ist auf uns zu gekommen", sagt Gerdine Snijder. Seit elf Jahren betreibt sie mit ihrem Mann Ronald Snijder an der Ramscheiderhöhe den Heidehof mit Ferienwohnungen für Gäste von nah und fern. Sie kamen aus den Niederlanden, um in der Eifel Fuß zu fassen, was ihnen ausgezeichnet gelang. 2014 kam das Ehepaar mit Gästen in Kontakt, die sich mit dem Thema "70 Jahre Gedenken Ardennenoffensive" beschäftigten. Die Besucher standen dem amerikanischen Projekt "Missing in Action" (MIA) nah. Dieses Projekt hat zum Ziel, jeden gefallenen Amerikaner nach Hause zu holen. "Bring them home", lautet die Intention. Gerdine Snijder: "Und hier in der Gegend gibt es noch 33 000 vermisste amerikanische und deutsche Soldaten, eine unglaubliche Zahl." 2014 schlossen sich fünf Hollerather Gastronomiebetriebe zusammen, darunter auch der Heidehof, um die Aktion "Historisch Hollerath" auf die Beine zu stellen. Ausstellungen und der "Wanderweg Westwall", der demnächst in die Wanderkarte des Eifelvereins aufgenommen werden soll, waren die Resultate zum 70-jährigen Gedenken der Ardennenoffensive in Hollerath. Auch bemerkt das Ehepaar Snijder ein großes Interesse von Personen, deren Vorfahren im Zweiten Weltkrieg in der Eifel gefallen sind. Gerdine Snijder: "Es ist eine Art von Tourismus, die Familien folgen der Historie. Die Menschen folgen ihren Ahnen und möchten wissen, was mit ihnen passiert ist."

 

Das Thema Zweiter Weltkrieg, die Gründe und die Folgen - es ist elend. Immer noch und immer wieder. Nie wieder Krieg, nie wieder rechtes Gedankengut ist die Essenz im Hause Snijder. Die Menschen setzen sich allerdings nicht gerne damit auseinander, es sei denn, sie müssen. Gerdine Snijder und ihr Mann sind inzwischen in der Materie drin, werden jeden Tag mit dem Thema konfrontiert. Schützengräben im eigenen Garten, die Westwallhöcker vor der Tür. Gerdine Snijder: "Doch in den Niederlanden switchten wir 1995 um." Nun wird am 4. Mai jeder Schlacht in der ganzen Welt gedacht und am 5. Mai die Freiheit allgemein gefeiert." Bis 1995 wurde am 5. Mai die Befreiung, das Ende des Zweiten Weltkriegs, gefeiert. Gerdine Snijder: "Doch die Deutschen haben genauso gelitten unter ihrem falschen Führer wie die anderen Menschen ebenfalls. Daher müssen wir als ganz Europa die Freiheit feiern."

 

Von MIA kam nun die Frage, ob zum 75. Gedenken Ardennenoffensive in Hollerath wieder etwas gemacht wird. Gerdine Snijder zögerte nicht. Diesmal gesellten sich die Gemeinde, Touristiker und Institutionen wie die Galerie Eifel Kunst und das Bündnis gegen Rechts hinzu. Auch ergab es sich, dass die Gemeinden Büllingen (Belgien) und Eijsden-Margraten (Niederlande) gemeinsam mit der Gemeinde Hellenthal ein Programm entwickelten. Zudem kam der Kontakt zum verein "Liberation Route Europe" zustande. Das Hellenthaler Grenzgebiet ist auf dieser Route, die sich eben durch ganz Europa zieht, immer noch ein schwarzer Fleck. Das könnte sich mit der Einrichtung von Hörstellen, die das Geschehene vor allem 1944/45 wiedergeben, eventuell bald ändern. Zum Programm wird am 12. September 2019 eine Fahrt der sechsten Klasse der Hauptschule Hellenthal in Begleitung von Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg nach Mesch (Gemeinde Eijsden-Margraten) geben. Dort wird es "Freiheitsspiele" geben. Auch der Bürgermeister von Maastricht sowie der Gouverneur von Limburg haben dazu ihr Kommen angesagt.

 

Am 14. September 2019 wird es auf dem "Freiheitsmarkt" in Mesch einen Infostand Hellenthal und Liberation Route Deutschland geben.

 

Am 30. Oktober wird die Ausstellung "75 Jahre Ardennenoffensive, Frieden, wir arbeiten daran" um 11 Uhr in der Grenzlandhalle in Hellenthal eröffnet. Unter anderem eine Wanderausstellung der Liberation Route Europe wird gezeigt, zudem werden künstlerische Arbeiten, die sich mit dem Thema Zweiter Weltkrieg beschäftigen, zu sehen sein. Schüler aus Belgien, den Niederlande und Deutschland sind eingeladen.

 

Am 2. November gibt es einen Vortrag um 19 Uhr über das amerikanische Projekt "Missing In Action", am 3. November hält um 15 Uhr Paul Schmitz einen Vortrag; am 9. November trägt Frank Güth ab 19.30 Uhr zur Luftkriegsgeschichte vor. Am 10. November wird der Film "Grenzland in Flammen" ab 15 Uhr gezeigt und am 16. November präsentiert Wingolf Scherer, Veteran der Ardennenoffensive, um 19 Uhr in der Hauptschule Hellenthal ein neues Buch. Scherer schrieb ein Vorwort zu einem Buch, das Schüler der Hauptschule Hellenthal schrieben. Am Volkstrauertag, dem 17. November, wird in Reifferscheid der Gefallenen gedacht. Weitere Infos zum ganzen Programm der internationalen Veranstaltung gibt es im Netz unter https://www.hellenthal.de/…/ver…/75-jahre-ardennenoffensive/ .

Mittwoch, 27. Juli 2019, paint a rock hide a rock day - Eifelsteine am Aachener Dom

Stolberg/Aachen/Eifel. Es gibt so Tage, da passiert es einfach. An einem Freitagabend saß Astrid Röntgen-Blees in Stolberg zu Hause in ihrer Bastelecke. Nebenher ließ sie den Fernseher laufen, was selten passiert, wie sie berichtet. Doch an diesem Abend schaute sie eine Sendung im NDR über eine Ehepaar aus Hamburg und die "Elbstones". Das Ehepaar sammelt auf seinen Spaziergängen manchmal einige Steine, bemalt sie, um sie dann dorthin zurück zu legen, wo es sie gefunden hat. Auf der Rückseite der Steine steht "Elbstones". Mit ihrem Hund geht Astrid Röntgen-Blees auch gerne durch die Natur und sie dachte, während sie die Sendung über das Ehepaar aus Hamburg sah: "Na, das ist ja auch mal genau das Richtige für mich."

Nun überschlugen sich die Ereignisse. ----- Das war vor circa vier Monaten. Seither bemalt die Stolbergerin ebenfalls Steine, die sie beispielsweise bei ihrer "Hunderunde" am Wegesrand findet, um sie später dort wieder auszulegen. Bei facebook gründete sie die Gruppe "Eifelsteine", in der Fundstellen dokumentiert und der Weg mancher Steine verfolgt werden kann. Mehr als 300 Mitglieder hat die relativ neue Gruppe bereits. Der Weg der Steine ist nicht selten steinig. Ein Freund der Steinemalerin nahm handliche Exemplare, bemalt mit einem Eifel "e", mit in die Schweiz, nach Spanien und Tunesien. Einer dieser Steine ist derzeit auf dem Jakobs-Pilgerweg unterwegs, Rückmeldungen davon gibt es noch keine. ----- Astrid Röntgen-Blees: "Eine Zeit lang überlegte ich, wie ich die Interessengruppe hier in der Region nennen könnte, irgendwann kam ich auf ,Eifelsteine'." Während einer Wanderung an der Urftstaumauer an Pfingstmontag wurden auch dort bemalte Steine deponiert.

Die Botschaft dieser Aktion: "Finde mich, freue Dich, poste mich gerne bei facebook, wenn Du magst, und lege mich wieder neu aus." Astrid Röntgen-Blees bemalt allerdings auch Steine, die sich nicht mehr der Natur entnimmt, sondern inzwischen dem Baumarkt. Diese Steine sind größer und werden auf Kindergräbern gelegt, um die sich niemand mehr kümmert. Am Mittwoch, 27. Juli 2019, ist der Aktionstag "paint a rock hide a rock day". An diesem Tag möchte die Steinemalerin rund um den Aachener Dom circa zehn Eifelsteine niederlegen. Die Steine könnten auf Bänken, auf Mauern, Stromkästen, Zaunpfählen und Treppenstufen oder auch an einem Baum oder in einem Astloch landen. Auch auf dem Katschhof könnte es etwas steiniger und bunter werden...... Wer einen derartigen Stein findet, der nehme ihn, erfreue sich an ihm und lege ihn wieder neu aus.
Fotos: Astrid Röntgen-Blees
Text: www.gkli.de

Immer wieder Ärger: Kall Bahnhof

Kall. Schilderung eines Lesers dieser Seite, der sich betroffen in einem offenen Brief äußert:

"Am Montag habe ich zum ersten Mal den neuen ,Busbahnhof' in Kall erlebt:

Der überfüllte Zug aus Köln (Ankunft 10:16 Uhr) - mal wieder (wie immer) - mehr als zehn Minuten verspätet und somit nur wenig Umsteigezeit.

Hinweise am Bahnsteig zum Bus: Fehlanzeige. Hier half eine Einheimische. Gehzeit zum Bus mehr als doppelt so lang wie früher. Der Bus nach Hellenthal war natürlich weg (,Isch hann keen Anschluss' - O-Ton eines Busfahrers), auf den Nationalparkbus habe ich angesichts der Massen, die mit Koffern und Rucksäcken unterwegs waren, verzichtet und bin stattdessen nach Bad Münstereifel gewandert.

1. Wer denkt sich eigentlich so was aus? Wie sollen Ältere / Gehbehinderte etwa den Bus nach Hellenthal erreichen resp. - bei der üblichen Bahnverspätung - den Bus in den Eifelnationalpark? Und: Wer einmal dort für eine Stunde strandet, der kommt nie wieder. Der alte Busbahnhof hatte das Besucherzentrum, Rewe und Kamps. Der Neue befindet sich in einer trostlosen Brache hinter dem Bahnhof inmitten von geparkten Auspuffrohren.

2. Wieso baut man eigentlich mit unendlich vielen Steuergeldern ein Besucherzentrum? Das war doch eigentlich für Besucher die per Zug anreisen. ,Früher' habe ich beim Umsteigen mir dort Wanderkarten und Prospekte besorgt. Und jetzt läuft das Umsteigen daran vorbei. Sorry: Warum macht man das und warum stellt man dafür (freundliche und hilfsbereite) Angestellte ab, wenn man das Besucherzentrum von seinen Kunden abwürgt? Das ist fast ein Fall für den Bund der Steuerzahler und den Bundesrechnungshof.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass an dieser ,intelligenten' Planung jemand vom Nationalpark beteiligt war. Das ist nämlich eine Kampfansage an den Nationalpark: So vertreibt man die Vielen, die gerade aus der großen Stadt per Bahn anreisen. Hab auch keine Lust mehr auf morgentliche Zitterpartien.

Dass die Masse der Jugend mittlerweile kein Auto mehr und nur noch öffentlich unterwegs ist: Etwas, was sich auf dem Dorf noch nicht herumgesprochen hat. Peinlich.

Freundliche Grüße"

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In Kall vor dem Bahnhof soll Großes passieren, es muss in Richtung Weltstadt gehen.....

 

Kommentar dazu: Eine große, stets verschlossene Privattiefgarage steht bereits vor dem Bahnhof, doch es soll noch mehr geschehen. Aus diesem Grund wurde zu Jahresbeginn in aller Stille der Busbahnhof an die Trierer Straße, also hinter den Bahnhof, verlegt. Ältere Bürger beschwerten sich, Mütter legten ihr Veto ein ebenso wie Taxifahrer und Mitarbeiter des Bahnhofs. Die Reaktion des Bürgermeisters war der öffentlich getätigte, zweifellos asoziale Satz: "Wer schön sein will, muss leiden."

Es sollen Häuser vor dem Bahnhof gebaut werden, obwohl vor vielen Monaten ein Investor abgesprungen ist und der Denkmalschutz nur eine gewisse Bauhöhe erlaubt. Neues erfuhren die Bürger bisher höchstens hinter vorgehaltener Hand. Macht auch keinen Spaß, die wichtigen Dinge des Gemeindelebens immer aus der Verwaltung herausquetschen zu müssen, während die eher belanglosen und linientreuen Berichte breit getreten im so genannten "Amtsblättchen" stehen. Wer sich auskennt, ein Amtsblatt hat derart gar nicht auszusehen.

Aber was soll's. Stammesfürsten regieren die Eifel, gesteuert von Wirtschaftsunternehmen und -prinzen und solchen, die es werden möchten, vorzugsweise über die CDU. Wird es wirklich irgendwann weitergehen vor dem Bahnhof? Wird Kall eine Perle der Eifel? Lohnt sich die Warterei auf den Schönheitschirurgen der Straße? Wer schön sein will, muss leiden. Schade nur, dass es wieder die Schwachen und die Ortsfremden sind, die dafür leiden müssen.

Statt Jubiläumsfest die Kündigung - Verein sucht neue Bleibe

Sötenich. Sven Goebel ist enttäuscht und sauer zugleich. Damit hatte er nicht gerechnet: Vor zehn Jahren, genau am 6. April 2009, eröffnete der junge Mann in Sötenich im alten Kindergarten an der Schulstraße 9 den "Verein für Kampfkünste Sötenich", seither gehören regelmäßige Kurse in der Woche für Groß und Klein zum gerne angenommenen Vereinsangebot. Sven Goebel: "Und statt nun wie geplant im Sommer das zehnjährige Bestehen zu feiern mit extra eingeladenem Trainer und einem großen Fest, packen wir jetzt die Kisten. Ich bin über die Gemeinde, den Bürgermeister und das Vorgehen entsetzt." So richtig kann er es immer noch nicht glauben, aber in Windeseile muss er das von der Gemeinde Kall angemietete Gebäude nun verlassen. Er beschreibt den Hergang: "Unangemeldet stand der Bürgermeister von Kall, Hermann-Josef Esser, mit drei weiteren Personen am 31. Januar 2019 hier im Rahmen, schaute sich um und meinte nur zu mir: ,Machen Sie sich keine Sorgen, es steht noch Nichts fest, wir kümmern uns drum." ----- Nur einen Tag später (!!!) hatte Sven Goebel die Kündigung, die auch noch einen Formfehler enthielt, auf dem Tisch liegen. Er musste mit seinen 140 Vereinskollegen, darunter rund 100 Mitglieder unter 18 Jahre, seinem ganzen Equipment und seinen Kursen in nur wenigen Wochen den ehemaligen Kindergarten "fristgerecht und dankend für das angenehme Mietverhältnis", so formulierte es der Bürgermeister plötzlich, verlassen. Über die Art und Weise des ersten Mannes von Kall ist Sven Goebel nur enttäuscht, wurden auch Versprechungen seitens der Gemeinde bisher in keiner Weise eingehalten. Lapidar wurde ihm eine Möglichkeit angeboten, jedoch für den dreifachen Mietpreis wie bisher, diese Kosten kann Sven Goebel nicht stemmen. ----- Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass nun aufgrund der aussichtslosen Perspektive immer mehr Vereinsmitglieder abspringen. Sven Goebel: "30 Abmeldungen liegen mir nun schon vor." Um den Verein nicht auseinanderfallen zu lassen, sondern an anderer Stelle in Kall und Umgebung wieder auf neue Füße zu stellen, sucht der Sportler nun eine neue, geeignete Location. Das Vorgehen der Gemeindeverwaltung kann Sven Goebel auch nicht nachvollziehen. Die Ertüchtigungsarbeiten des Gebäudes werden mehr als ein Jahr nach derzeitigem Kenntnisstand in Anspruch nehmen, nur drei Jahre lang soll der Kindergarten wieder in die Verwendung gehen. Fragt sich Sven Goebel, warum die Gemeinde für diese Übergangsfrist nicht nach einer anderen Lösung Ausschau gehalten hat. Sven Goebel: "Die sportliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von einem Jahrzehnt wird hier gerade auf respektlose Weise platt gemacht." Die Gemeinde Kall wird in den nächsten mit Fragen konfrontiert, ob Antworten gegeben werden und diese verwertbar sind oder wieder juristische Unterstützung notwendig sein wird wie bei der Geschichte, bei der es um die Bodenbelastung in

Kall III ging, darüber wird auf dieser Seite zu einem späteren Zeitpunkt berichtet. Wer eine Idee hat, die für Sven Goebel und seine Vereinskollegen hilfreich sein könnte, kann sich melden unter 0 15 1/40 17 02 47. Weitere Infos gibt es auch im Netz:
www.Kampfkunst-Kall.de

Sofie’s Modewelt - Modestädtchen Gemünd - Info und Termine

Gemünd. Die kleine Stadt Gemünd am Zusammenfluss von Urft und Olef punktet zunehmend mit individuellen Modegeschäften. Egal, ob elegante Mode direkt aus Italien, Naturmode, Designermode, Abend- und Brautmode, Trendmode sowie Sportmode, Lederwaren und der Second-Hand-Bereich, alles wird in Gemünd abgedeckt. Hinzu gesellen sich zwei Schuhfachgeschäfte, ein Schuster, diverse Friseur- und Beautysalons, ein Uhren- und Schmuckgeschäft, Optiker, Schneiderin, Kunstgalerien, Kulturkirche, Buchhandlung und natürlich diverse Restaurants und Cafés.

 

Sofie’s Modewelt. Zu den größten Einzelhändlern am Ort zählt „Sofie’s Modewelt“ an der Aachener Straße 17, 53937 Gemünd, direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Nikolaus. Einzigartigartige Designermode, die in Deutschland nirgendwo anders derart zu finden ist, wird zunächst in Italien gefertigt, bevor sie in Gemünd angeboten wird. „Sie erwartet auf zwei Stockwerken eine Auswahl von mehr als 1000 Kleidungsstücken. Insbesondere führen wir eine große Auswahl an Kleidern in allen Konfektionsgrößen – und dies zu Preisen, die einfach nur märchenhaft günstig sind“, so lautet der Werbeslogan des zentral gelegenen Modehauses. Parkplätze stehen direkt vor dem Eingang zur Verfügung. Und tatsächlich: ein extravagantes, elegantes und alltagstaugliches Kleid kostet 50 Euro, je eine bestickte Hose / Jeans / Bluse 40 Euro und eine Jacke 50 Euro. Dank fachkompetenter Beratung wird der Besuch im Modehaus zum Genuss. Ein Hauch von Mailand weht durch die bestens bestückten Räume. Farben, Muster, Stoffe - wie sie nur mit meisterlicher Hand gefertigt werden können.

 

Öffnungszeiten: Von montags bis freitags öffnet Sofie‘s Modewelt täglich von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr die Türe.

Am Samstag, 6. April, ist zum „Frühlingskribbeln“ bis 20 Uhr geöffnet.

 

Einschließlich Ostersamstag, 20. April, wird fortan jeden Samstag über die Sommermonate hinweg bis 18 Uhr offen sein. Ab Freitag, 26. April, wird jeder Freitag im Sommer bis 21 Uhr zum „Red Friday“. Ausgewählte Angebote gibt es speziell für die Kundinnen und Kunden nur an diesem Wochentag. Neben Sofie‘s Modewelt passen sich weitere Geschäfte, die am Zusammenfluss von Urft und Olef zu finden sind, wie etwa der Laden www.unikat-lifestyle.net und auch die Kunstgalerie „Die Küsse der Farben“ von Maf Räderscheidt (Am Plan 4) den Öffnungszeiten von Sofie‘s Modewelt freitags und samstags an, sie bieten ebenfalls ausgewählte Prozente immer am „Red Friday“.

Weitere Infos zum einmaligen Modehaus „Sofie‘s Modewelt“ gibt es unter 0 24 44/9 15 98 50 oder im Netz:

www.modewelt-sofie.de

Auf einen schicken Sommer!

Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" in Vossenack ist auf dem Weg, Zentrum des Landschaftsmuseums Hürtgenwald zu werden

Vossenack. "Einer nach dem anderen stirbt bei den Angriffen, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann. Schließlich wird auch Paul Bäumer kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen, an einem Tag, der so ruhig und so still war, dass der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“ Derart endet eines der bekanntesten Antikriegsbücher, geschrieben von Erich Maria Remarque; der Titel: "Im Westen nichts Neues." Bekanntermaßen war der Westen, speziell die Grenzregion der Eifel, immer einer der Hauptschauplätze von Kriegen, extrem die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg. Unfassbar viele Menschen fanden etwa im Hürtgenwald den sinnlosen Tod. Mit den Jahren kamen die Andenken an die Verstorbenen und an eine Zeit, die nie wieder kommen darf, ans Tageslicht. Der Grundstock der Ausstellungsstücke, die von der Gemeinde Hürtgenwald aus dem Nachlass des ehemaligen "Museum 1944" in Kleinhau seinerzeit erworben wurden, ist in all den Jahren durch weitere einzigartige Exponate vom Geschichtsverein erheblich erweitert worden und umfasst Gegenstände der deutschen und der amerikanischen Armee aus den Jahren 1944/45. Es sind durchweg Fundstücke und Leihgaben aus dem Umland des Hürtgenwaldes und somit mit der Heimatgeschichte der Gemeinde Hürtgenwald unmittelbar verbunden.

Zunächst lag der bereits erwähnte Grundstock der Objekte, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen, in Vossenack im Rathauskeller, anschließend in einem Hotel. Aufgrund des angemessenen Umgangs mit der Historie wurde der Geschichtsverein Hürtgenwald e.V., dessen Vorsitz aktuell Rainer Valder bekleidet, mit der Aufarbeitung und der Präsentation der Objekte betraut. ----- 2001 wurde in einem baulichen Provisorium der Vossenacker Grundschule das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" eingerichtet. In Wohn-Containern, die vom Forschungszentrum Jülich stammen, zeigen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins die von ihnen aufgearbeiteten Objekte, Bilder und Briefe, die Geschichte erzählen und Geschichte plastisch werden lassen. Hinzu kommt ein Film und Besucher können sich entweder von einem Referenten die Ausstellung erläutern oder auch von einem akustischen Guide in Deutsch oder Englisch begleiten lassen. Ähnlich wie im Roman "Im Westen nichts Neues" werden die Geschehnisse im Detail dargestellt, fokussiert und so auf ergreifende Weise emotional fassbar gemacht. Geschichte erhält Gesichter, die einen fragend anschauen und tonlos alle dasselbe Wort formulieren: "Warum?" Sei es, dass eine Krankenschwester und ihre Geschichte vorgestellt wird, dass junge Männer in ihren handschriftlich verfassten Briefen wieder lebendig werden oder dass Alltags- und Kriegsgegenstände wie Uniformteile, Prothesen, eine Obstschale aus Schrott, ein handgearbeitetes "Mensch ärgere Dich nicht"-Brettspiel oder auch eine Schöpfkelle, gefertigt aus einem hölzernen Stecken und einem Stahlhelm die Not, die Angst, aber auch den Ideenreichtum und die Fertigkeiten aufzeigen, die die Menschen im Zweiten Weltkrieg erlebten. ----- "Objekte erzählen Geschichte, so lautet die Überschrift, unter der wir vom Geschichtsverein unsere Aufgabe sehen, den Menschen die Historie näher zu bringen", sagt Rainer Valder. Dem Geschichtsverein Hürtgenwald gehören 130 Mitglieder an, darunter sind 20 bis 30 Ehrenamtler, die sich mit dem Museumsthema intensiv befassen. Zu fast allen Exponaten gibt es eine Geschichte und der Verein arbeitet permanent daran, diese Geschichte Exponat um Exponat den Besuchern zu vermitteln. Rainer Valder: "Wir ernten hier für unsere Arbeit viel Lob. Inzwischen besuchen viele tausend Menschen aus der ganzen Welt im Jahr unsere Ausstellung und immer wieder erhalten wir neue Exponate von Personen, die das schätzen, was wir hier machen, selbst von ehemaligen US-Opfern. Aber wir ernten auch immer wieder Kritik." Sogar zur Schließung wurde den ehrenamtlich tätigen Trägern des Museums schon geraten. Rainer Valder: "Doch sehen wir das nicht als korrekten Umgang mit der Geschichte an. Die Ausstellung will daran erinnern, dass es eine schreckliche Phase in der Heimatgeschichte gegeben hat, die seinerzeit zwar Hürtgenwald in das Licht der Weltöffentlichkeit brachte, die aber immer mehr in die Vergessenheit gedrängt wird. Sicherlich ist das Thema der letzten Kriegsjahre sehr sensibel: Es berührt alte, schmerzliche Erinnerungen und es erinnert an bedrückende, elende Jahre. Aber man kann dies nicht in die Vergessenheit sinken lassen, sondern man muss diese Zeit lebendig halten, schon um darzulegen, dass unsere jetzige heile Welt keine Selbstverständlichkeit ist, sondern auch auf tönernen Füßen steht. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche dem Jahr 1933 unmittelbar das Jahr 1946 folgen lassen wollen, als ob die unheilvolle Zeit dazwischen nicht zur Geschichte einer Gemeinde gehören würde. Aber man kann sich drehen und wenden, wie man will: Die Allerseelenschlacht ist Wirklichkeit gewesen. Sie gehört deshalb uneingeschränkt zur Vergangenheit wie alles andere auch." ----- Natürlich reagieren die Museumsträger auf konstruktive Kritik, die sie gerne annehmen und im Museum umsetzen. Auch Michael Nietan, der zweite stellvertretende Vorsitzende vom Hürtgenwalder Geschichtsverein, ist sehr aktiv innerhalb des Museums tätig. Er ist dankbar über die vielfältigen Kontakte, die das Museum ermöglicht und auch stets gerne zulässt, etwa zu Hinterbliebenen und Opfern dieser Zeit. Michael Nietan: "Es ist für mich eine Art von Versöhnung über den Gräbern. Hier übernehmen wir Verantwortung für unsere Geschichte. Für mich als Berufssoldat fühlt es sich einfach nur wichtig und richtig an, als ehemalige US-Veteranen, also Opfer Nazideutschlands, das Museum aufsuchten und für so wichtig empfanden, dass sie ihre eigenen Uniformen aus dieser Zeit dem Museum übergaben." Das große Interesse an der unheilvollen Vergangenheit zeigte sich wieder eindrucksvoll am vergangenen Sonntag. An diesem Tag öffnete das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" zum ersten Mal in der neuen Saison wieder seine Tür. Den ganzen Tag über gaben sich einige hundert Menschen aller Altersklassen die Klinke in die Hand. Referenten, unter anderem Referent Dieter Heckmann, führten die Besucher durch die Räume. Mit über 20 amerikanischen Soldaten aus Wiesbaden nahm die US Armee das Museum wahr, ebenso kam von der Bundeswehr Oberstleutnant Frank Böllhoff als Vertreter des Landeskommandos NRW nach Vossenack. Er sagte: "Das Museum ist ein wichtiger Baustein bei der Aufarbeitung der Geschichte in dieser Region." Die Mitglieder des Geschichtsvereins freuen sich inzwischen nicht nur über richtungsweisende Beschlüsse aus der Verwaltung und über entsprechende Beschlüsse der örtlichen Politik, das Museum zu stärken. Inzwischen hat sich ein fruchtbarer Kontakt ergeben mit Albert Moritz, Geschäftsführer der Akademie Vogelsang IP. Moritz wird die Ehrenamtler mit seinem Team bei der weiteren Entwicklung beraten. Albert Moritz: "In der Kommunikation begegnen wir uns mittlerweile auf Augenhöhe - als Ehrenamtler einerseits, aus professioneller Sicht andererseits." Ziel ist es, die Arbeit im Museum zu professionalisieren und die vorhandene Sammlung in Wert zu setzen. Er sieht eine gute Basis für eine zielführende Weiterentwicklung. -----

Dietmar Nietan (SPD, MdB), Bruder von Michael Nietan, begrüßt die Entwicklung und die Kooperation zwischen den Ehrenamtlern und Albert Moritz. Dietmar Nietan: „Die Museumsarbeit ist wichtig, muss aber auch immer in einem Kontext stehen. Das Museum muss Teil einer Gedankenkultur sein und einer differenzierte Betrachtung folgen. Die Einrichtung darf kein Solitär sein, muss sich auf dem heutigen Stand der Forschung befinden und professionelle Kräfte und Ehrenamtler müssen sich mit Respekt begegnen.“ Dietmar Nietan sieht die Einrichtung zum einen als Anlaufpunkt, um zu erinnern, aber auch als Anlaufpunkt für Soldaten und deren Nachfahren, als Ort der Begegnung, um sich mit der Geschichte auseinander zu setzen. Froh sind die Mitglieder des Geschichtsvereins über die wertschätzende Unterstützung. Eventuell könnte innerhalb der kommenden beiden Jahre das Landschaftsmuseum Hürtgenwald Realität werden und das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" dort eine zentrale Rolle spielen.

 

Adresse, Öffnungszeiten, Kontakt:

Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden"

Pfarrer-Dickmann-Straße 21 – 23

D-52393 Hürtgenwald-Vossenack

Telefon 0 24 29/90 26 13

(Nur während der Öffnungszeiten erreichbar)

E-Mail: mail@museum-huertgenwald.de

Öffnungszeiten:

März bis November, sonntags von 11 bis 17 Uhr

Gruppen nach Vereinbarung auch in der Woche möglich

Internetseite: www.museum-huertgenwald.de

Mitten ins Dorfherz....

Blankenheim-Uedelhoven. Anlieger des Dorfplatzes in Uedelhoven sind sauer. Im Oktober 2018 schauten sie verwundert aus dem Fenster auf ihren schmucken Platz mit Dorfbrunnen, zentralem Baum, pergolaüberdachter Sitzbank, drei öffentlichen Parkplätzen und Briefkasten. Mit öffentlichen Mitteln war der Dorfplatz, dessen Grund und Boden der Gemeinde Blankenheim gehört, Anfang der 1990er Jahre hergerichtet worden. Ein Bagger war nun im Herbst 2018 dort angerollt und schaufelte ein tiefes Loch. Was dann folgte, hatte keiner der Anlieger auf dem Schirm: Ein 14,80 Meter hoher Sirenenmast hielt Einzug, ein kompaktes Bauwerk der elektronischen Sirenenmarke ECI 600; Lautstärke in rund 30 Metern Entfernung: 109 dB, das entspricht etwa der Lautstärke eines Düsenjets in 100 Meter Entfernung. Der Sirenenkopf wiegt 28 Kilogramm und besteht aus einer Aluminiumlegierung. Die Auslösung erfolgt per Funk. ----- Wie ein Stich ins Herz empfanden die Anlieger diese Maßnahme. Rita Koch-Hens, eine der Anliegerinnen, die zum neuen Jahr hin mit am Tisch saß, um zu überlegen, was zu tun sei, berichtet: "Eine Infoveranstaltung zum Thema fand gar nicht statt." Im Nachgang erhielt sie auch keinen Termin beim Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim, dem sie gerne ein paar Fragen gestellt hätte. Ein weiterer Uedelhovener Bürger ist erbost: "Die Gemeinde stellt einfach ein Objekt auf den Dorfplatz, da stellt sich doch die Frage: Darf das so sein von der Widmung des Platzes her? Gibt es eine Genehmigung, was sagt der Denkmalschutz?" ----- Unstrittig, dass Alarmanlagen für die Bevölkerung im Katastrophenfall bereit stehen müssen, das sehen auch die betroffenen Uedelhovener Bürger so. Zwar lebten sie die vergangenen 20 Jahre auch ohne Sirenen gut, denn 1993 war die letzte Sirene im Dorf abgebaut worden, da der Bund an einer neuen Technik feilte. Nach gut 20 Jahren war der Bund nun zu dem Schluss gekommen, dass Sirenenmasten im Katastrophenfall doch das beste Mittel seien. Zwei bis drei Mal im Jahr wird die Sirene nun mit vorheriger Ansage getestet. Doch ausgerechnet mitten ins Dorfherz und ohne Vorwarnung, hätte es da nicht eine andere Lösung geben können? ----- Uedelhovens Ortsvorsteher Thomas Pick sah keine Alternative und daher auch keine Veranlassung zu einer Infoveranstaltung. Pick: "Der Dorfplatz ist das einzige gemeindliche Grundstück in Uedelhoven, dort gibt es auch den notwendigen Stromanschluss." Bei der Kirche sei angefragt worden, ob der Mast nicht etwa am Freidhof aufgestellt werden könne. Doch die Kirche habe abgelehnt. Erwin Nelles, allgemeiner Stellvertreter des Blankenheimer Bürgermeisters, bestätigt, dass das einzige gemeindliche Grundstück in Uedelhoven der Dorfplatz sei. Ein Gutachten habe es im Vorfeld der Maßnahme gegeben und baurechtlich sei die Aufstellung des Mastes korrekt. Nelles: "In manchen Ortschaften hätten wir gerne mehr Grund und Boden, aber leider sieht die Realität anders aus."

Nächster Halt: Bahnhof Blankenheim (Wald)

Blankenheim. Die Bahnhöfe in der Eifel werden gerne frequentiert, von Pendlern, Touristen, Schülern und Senioren. Umso schöner, wenn sich die Bahnhöfe zeitgemäß und heimelig darstellen. In einer Übergangsphase befindet sich der Bahnhof Blankenheim (Wald). 2016 fand eine lockere Interessengruppe zusammen, die sich 2017 in einem gemeinnützigen Verein manifestierte. Der "Förderverein Bahnhof Blankenheim (Wald)" unternimmt seither einiges, um den geschichtsträchtigen und betagten Bahnhof wieder auf gute Füße zu stellen. Wenn alles klappt und die Politik mitmacht, könnten die Weichen für eine gute Zukunft am 28. März 2019 im Blankenheimer Rathaus gestellt werden. ——- Alex Oiliger, Sprecher des Fördervereins, berichtet: „In den vergangenen Jahren haben wir Ideen gesammelt, Studenten der Uni Trier haben unter der Überschrift ,Revitalisierung eines Landbahnhofs' Arbeiten durchgeführt, die die Grundlagen für unser jetziges Konzept bilden." Die Studenten betrachteten das Bahnhofsgebäude innen und außen. Während sie im Inneren ein Café mit musealem Teil ansiedeln würden, könnten weitere Bereiche für Infostation und Aufenthalt dienen. Auch Unterkünfte für Radler und Wanderer sind ein Thema ebenso wie eventuell eine Fahrradwerkstatt. ------- Die Gemeinde Blankenheim, die Eigentümerin des Bahnhofsgebäudes ist, würde ein tragfähiges Konzept begrüßen. Alex Oiliger: "Wir könnten jetzt das Heimatförderprogramm nutzen, und wenn nicht jetzt, wann dann." Derzeit baut die Deutsche Bahn die Bahnsteige um, sie sollen sicherer werden. Und wenn alles so läuft, wie sich die Mitglieder des Fördervereins das wünschen, könnte der Bahnhof Blankenheim (Wald) auch bald wieder eine attraktive Haltestelle für viele Passanten werden. Wer den Förderverein unterstützen möchte, kann sich über die Internetseite informieren: https://blankenheim-wald.jimdo.com/