Musikverein Sistig-Krekel mit neuem Vorstand

Kall-Sistig. In einer gut besuchten, außerordentlichen Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder des Musikvereins Sistig-Krekel e.V. am 5. Februar 2020 in der alten Schule in Sistig einen neuen Vorstand für die nächsten beiden Jahre gewählt. Die fünf Vorstandsmitglieder um den ersten Vorsitzenden Olaf Becker (2.v.li.) wollen die gute und erfolgreiche Arbeit des alten Vorstands fortführen. Zum Vorstand zählen neben Olaf Becker auch Norbert Heinen (zweiter Vorsitzender, re.), Sigwien Zimmer (Kassierer, Mitte), Ramona Ulmer (Schriftführerin, li.) und Rainer Meyer (Beisitzer, 2.v.re.). Die musikalische Leitung bleibt in den bewährten Händen von André Diefenbach.

Die ambitionierten Amateurmusiker wollen insbesondere das Dorfleben in Sistig und Krekel wie seit Jahrzehnten auch künftig musikalisch begleiten. Darüber hinaus sind einige Höhepunkte mit überregionalen Auftritten und Konzerten geplant.

 

Zurzeit sucht der Musikverein noch Verstärkung im Schlagzeug-Register. Aber auch an allen anderen Instrumenten sind interessierte Musiker jederzeit herzlich willkommen. Proben finden immer montags ab 19.30 Uhr in der alten Schule in Sistig statt.
Weitere Informationen können Sie der Facebook-Seite des Musikvereins entnehmen.
Ist Ihr Interesse geweckt?
Der Musikverein Sistig-Krekel e.V. freut sich über Ihre E-Mail: info@mvsistigkrekel.de.

Foto: André Diefenbach
Text: MV Sistig-Krekel

Maskenaktion - einmalige Aktion - drei Kommunen gemeinsam

Nordeifel. In den Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen sollen in kurzer Zeit 37.000 Stoffmasken für jede Bürgerin und jeden Bürger genäht werden. 200 Näherinnen sind bereits ehrenamtlich dabei, die Nadeln zu schwingen. Weitere Näherinnen sind willkommen, Kontakt bei Interesse: Eva Todzey, Telefon 0 17 6/24 29 80 18


Für die Stoffkosten in Höhe von circa 20.000€ bürgen die Kommunen in Verbindung mit dem Förderverein des Simmerather Krankenhauses. Spenden gegen Spendenquittung für die Aktion werden gerne entgegengenommen unter Raiffeisenbank Simmerath, IBAN DE 63 3706 9642 3010 0200 33

Gewerbebetriebe können sich im jeweiligen Rathaus ab sofort melden, für Simmerath unter 0 24 73/60 70, und die Anzahl ihrer Mitarbeiter nennen, um die Schutzmasken zu erhalten, die geliefert werden. Privatpersonen werden die Masken in Briefumschlägen über den Briefkasten zugehen, hinzugefügt wird ein erklärendes Schreiben.

Initiatoren der Aktion sind der Chefarzt des Simmerather Krankenhauses, Dr. Christian Blau, der Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Karl-Heinz Hermanns, die Bürgermeisterin der Stadt Monschau, Margareta Ritter und der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen, Jorma Klauss. Hinzu kommt der Förderverein des Simmerather Krankenhauses, vertreten durch den Vereinsvorsitzenden Manfrd Eis. Die Gemeinde Hürtgenwald überlegt derzeit, sich der Aktion anzuschließen. Gerne gibt Dr. Christian Blau das Konzept an andere Einrichtungen weiter. Seine Kontaktmail für Anfragen diesbezüglich: christian.blau@artemed.de

Zitate aus der Pressekonferenz:
Karl-Heinz Hermanns: „Die Kosten sind sehr gering, da viele ehrenamtliche Näherinnen schon mitmachen, doch es dürfen gerne noch mehr Unterstützende werden.“
Dr. Christian Blau: „Zertifizierte Schutzmasken gibt es aufgrund der Lage derzeit begrenzt. Unsere Mitarbeiter etwa in der Küche haben aber beispielsweise den Wunsch, sich selbst und andere zu schützen. Da bieten diese zwar nicht zertifizierten, aber dennoch wirksamen Masken ein gutes Mittel, Tröpfchenbildung und die Ansteckungsgefahr werden vermindert.“
Margareta Ritter: „Zum erstem Mal trage ich heute so eine Maske und ich muss sagen, das schafft Distanz.“

Die Zeit von Kloster Maria Frieden in Dahlem geht zu Ende

Wie unglaublich schade!

Was für ein Verlust für die Nordeifel.

 

Auf Anfrage schrieb die Äbtissin:

 

Ja, es ist wirklich sehr traurig.


Ich kann Ihnen nicht mehr sagen, als in unserem Schreiben steht, das ich hier hereinsetze.

Aktuelle Information der Abtei Maria Frieden

Trappistinnen müssen Kloster Dahlem aufgeben

Die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden werden voraussichtlich 2021 ihr vertrautes Kloster in Dahlem/Eifel verlassen. Das hat die Gemeinschaft im Einvernehmen mit ihren Ordensoberen beschlossen. Das Kloster Dahlem ist für die Gemeinschaft zu groß und zu teuer geworden.

 

Zur Gemeinschaft der Trappistinnen gehören heute elf Schwestern im Alter von 52 bis 96 Jahren. Das Kloster ist seinerzeit auf 40 Schwestern oder mehr ausgelegt worden. Die Aufgabe der Schwestern ist es, für die Menschen zu beten, was sie gerade in der aktuellen Krise täglich siebenmal im gemeinsamen Chorgebet tun. Trappistinnen leben grundsätzlich zurückgezogen im Kloster von der eigenen Hände Arbeit. Seit Jahren werden die Einkünfte immer weniger. Dem Wegfall der Landwirtschaft folgten die Aufgabe der Elixierherstellung, ein weitgehender Stopp bei der Paramentik und kaum noch Bedarf an der Buchbinderei. Seither lebt die Gemeinschaft von ihren Reserven.

 

Die Abtei wurde als geistliches Zeichen der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg 1952 von holländischen Schwestern gegründet und blieb ganz im Sinne des Ethos der Zisterzienser von der strengeren Observanz, wie die Trappisten eigentlich heißen, stets ein einfaches und schlichtes Kloster. Die Ersparnisse des Klosters reichen nicht aus, um alleine den teuren Gebäudeunterhalt des Nachkriegsbaus und die Versorgung der Schwestern sicherzustellen.

 

Unterstützt vom Bistum und von ihrem Orden haben die Schwestern geprüft, eine andere Einrichtung mit am Standort in Dahlem aufzunehmen oder selbst woanders hinzugehen. Auf Grundlage dieser Prüfung hat die Gemeinschaft entschieden, ihr Klosterleben künftig an einem neuen Ort fortzusetzen. Neben finanziellen Erwägungen hat dabei eine wichtige Rolle gespielt, welche Veränderungen die Schwestern mit gegebenen Kräften besser schultern können und wo die Gemeinschaft mit ihrem besonderen trappistischen Charisma sichtbare Impulse für ein geistliches Leben zu geben vermag.

Tatsächlich gibt es eine Reihe attraktiver Möglichkeiten für die Abtei Maria Frieden, sich neu zu orientieren und damit auf die drängenden Fragen eine gute Antwort zu finden. Ein Nonnenkloster braucht Stabilität des Ortes und der Seele, keine kurzfristige Entscheidung. Deshalb haben sich die Schwestern auferlegt, sehr gründlich zu schauen, wo ihre Zukunft liegt. Die Entscheidung darüber soll bis Ende des Jahres fallen. Sie bedarf dann auch der Zustimmung des Generalrates des Trappistenordens. Erst danach wird über die weitere Nutzung des Klosters in Dahlem nachgedacht, was im Übrigen den besonderen kirchenrechtlichen Bestimmungen unterliegt.

 

Die Äbtissin von Maria Frieden, Schwester Gratia Adler, ist zusammen mit ihren Schwestern davon überzeugt, dass Gottes Güte die Gemeinschaft einen Ort finden lässt, an dem sie ihre Berufung weiter in Frieden leben können. Schließlich haben sie Gott ihr Leben vollständig geweiht.

 

Dahlem, 27. März 2020

Aus alt mach' neu, zukunftsfähiger Schulbau in Kall

Kall. "Es wird toll", stellte Bürgermeister Hermann-Josef Esser (re.) fest, als er durch die Baustelle der ehemaligen Hauptschule in Kall ging. Besonders das Licht, das das Gebäude mit seinen Räumen und seiner Aula inzwischen großzügig durchflutet, besitzt schon jetzt eine deutlich wohltuende Wirkung. "Gebaut wurde die ehemalige Hauptschule Kall an der Auelstraße in den 1970er Jahren", weiß Diplom-Ingenieur Lothar Schatten zu berichten, der für die Gemeinde Kall die Hochbauarbeiten und das Gebäudemanagement betreut. Nachdem die Hauptschule als Schulform ausgedient hatte, entschlossen sich die Kaller Politiker nach reichlicher Abwägung, das Gebäude umzubauen und die Gemeinschaftsgrundschule Kall, die inzwischen aus allen Nähten platzt, nach dem Umbau in die wesentlich größere ehemalige Hauptschule überzusiedeln. Bürgermeister Esser zu diesem Vorgehen: "Es muss nicht immer ein Neubau sein, das zeigt dieses Beispiel deutlich. Zudem hätte ein Neubau ungefahr das doppelte gekostet." Mit 4,8 Millionen Euro wurde der Umbau veranschlagt, nach jetzigem Stand wird dieser Kostenrahmen eingehalten. Damit befindet sich das Gebäude dann auch wieder auf dem neuen Stand der Technik.

 

Alte Decken aus den 1970er Jahren, teilweise noch aus Holz und weit entfernt von den heutigen Brandschutzbestimmungen, flogen inzwischen raus. Ebenso wurden Wandteile entnommen, damit die Sicht- und Lichtverbindungen zwischen Klassenräumen und Fluren gegeben sind. Enge, dunkle Schulflure sind damit an der Auelstraße Geschichte. Die Räume für die Offene Ganztagsschule, dabei handelt es sich um die ehemaligen Räume der Bibliothek, sind wesentlich großzügiger als im alten Grundschulgebäude. Die an sich schon hervorragende Mensa wurde sogar noch etwas vergrößert und auch im Außenbereich soll sich noch etwas bewegen. Ein Aufzug wird für Barrierefreiheit sorgen und ein entsprechendes Geländer auf der Brüstung in der Aula für Sicherheit.

 

Im Mai 2019 wurden die Pläne konkret und erste Bestandsuntersuchungen fanden statt. Seither passierte schon eine ganze Menge, vor allem an Abrissarbeiten. Inzwischen wird die Elektrik verlegt ebenso wie Heizung und Sanitär. Lothar Schatten: "Fünf Firmen, einige sogar direkt aus Kall, arbeiten hier gleichzeitig, große Gewerke laufen. Die Decke der Aula wurde bis vor Kurzem noch von einem Gerüst aus erneuert." Das Gerüst konnte inzwischen abgebaut werden, was auch dem Kostenrahmen gut tut. Schatten: "Demnächst werden hier mit einem Steiger noch die Restarbeiten an der Auladecke vorgenommen." Weitere Gewerke, die noch ausgeschrieben werden müssen, sind etwa die Innentüren, die Metallbauarbeiten und die Sonnenschutzanlage. Die neue Grundschule soll laut Plan Ende 2020 fertig werden. Für einen bis zu vierzügigen Schulalltag ist der Kernort Kall dann gewappnet. Esser: "Wir hoffen, dass hier im kommenden Januar auch wieder eine Blutspendeaktion des DRK stattfinden kann, wie es vor dem Umbau traditionell war."

Mobbing - mittendrin

Eifel. Eine junge Person stand während der Unterrichtszeit kürzlich in der Nähe eines Schulhofs in der Nordeifel. Mit betretenem Gesicht sprach die junge Person einen Passanten an und fragte, ob sie mit dem Handy des Passanten telefonieren dürfe. Der Passant antwortete, dass es sich um ein Diensthandy handeln würde und daher der Grund des Anrufs geklärt werden müsse. Das Schultelefon im Sekretariat der Einrichtung wollte die junge Person auf gar keinen Fall benutzen. Nach einigem Hin und Her und offenen Worten berichtete die junge Person, sie werde derart gemobbt von zwei Mitschülerinnen, dass sie nicht mehr in die Schule traue. Der Anruf galt dann der Mutter der jungen Person, die von ihrem Kind inständig gebeten wurde, es unverzüglich abzuholen.

Einige Tage später wird der Hilferuf einer Familie laut, dessen Kind ebenfalls zum Mobbingopfer wurde. Schule wird zur Qual. Ratlosigkeit und Angst machen sich breit, an einen normalen Schulalltag ist nicht zu denken.

Der Sprecher einer weiterführenden Schule in der Nordeifel sagt zum Thema: "Bei Mobbing handelt es sich immer um Einzelfälle. Werden derartige Fälle bekannt, dann muss überlegt werden: Sollen die beiden Seiten an einen Tisch geholt oder sollen Einzelgespräche geführt werden. Wie wird Verständnis hergestellt. Haben sich die Verhaltensmuster verfestigt, so dass eventuell schulrechtliches Tun und ein Klassenwechsel notwendig ist oder sind es eher atmosphärische Störungen von zwei Parteien, die sich einfach nicht leiden können. Lösungsmöglichketen zu finden ist das Ziel." Oft sei es aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, die Betroffenen über all das zu informieren, was mit den Akteuren besprochen worden ist, was wiederum auch zu Unzufriedenheit und Unverständnis bei den Eltern führen könne. "Zu berücksichtigen ist auch immer, in welcher Entwicklungsstufe sich die Betroffenen und die Akteure befinden. In einem gewissen Alter ist den jungen Menschen das Ausmaß ihres Tuns eventuell noch nicht in vollem Ausmaß bewusst. Um gut lernen zu können muss sich jedoch jedes Kind in seiner Schule sicher fühlen. Das ist eine Grundvoraussetzung, sonst funktioniert Lernen nicht." Mit dem Begriff "Mobbing" sei grundsätzlich vorsichtig umzugehen. "Früher nannte man das auch schon mal 'hänseln'. Mobbing ist ein weiter Begriff, Jugendliche sind aber in der Regel keine Delinquenten, sondern eben Menschen in der Entwicklung. Da müssen sich Schule und Eltern Zeit nehmen, und jeder Einzelfall muss gesondert betrachtet werden."

Weitere Interessante Aspekte zum Thema gibt es im Netz:

https://www.planet-wissen.de/…/pwiemobbinginderschule100.ht…

https://www.tagesschau.de/i…/loesungsfinder-mobbing-101.html

Die Giftbüchse der Pandora in der Eifel - Espagit flog vor 100 Jahren in die Luft

Gemünd. Mit den Worten "2012 lagen die Sanierungskosten bei 56,7 Milionen Euro, also bei 110 Millionen D-Mark aus Steuergeldern. Den Schaden verursachten Räuberkapitalisten, die größten Verlierer sind Natur und Umwelt. Da hammer dä Driss, ich danke Ihnen, wir sind am Ende", sagte der Journalist Franz-Albert, genannt "FA", Heinen am Ende seines Vortrags zum Thema "Espagit - Kapital und Katastrophe, vor 100 Jahren explodierte die Rüstungsschmiede Espagit bei Losheim.“

 

Corinne Rasky als Gastgeberin des Netzwerks "an Urft und Olef" begrüßte gut 100 Zuhörer im Haus der Evangelischen Gemeinde in der Dreibornerstraße in Gemünd. Sie stellte fest: "So voll war es hier nicht mehr seit der Gründung des Netzwerks vor zehn Jahren." Frank Güth vom Geschichtsforum begrüßte ebenfalls die Besucher, dann gab er das Wort an seinen Kollegen FA Heinen weiter. In einem atemberaubenden, fast 90-minütigen Vortrag schilderte der Referent FA Heinen die Geschichte der Firma Espagit, ihrem jähen Ende und den Langzeitfolgen. Mucksmäuschenstill verfolgte das Auditorium die textlichen Ausführungen, die FA Heinen mit Fotos bereicherte.

 

Im Dreiländereck "Gemarkung Kehr" entstand ab 1915 bis 1918 ein Kernbereich mit Sicherheitsstreifen auf einem Gelände von 182 Hektar Land. Tausende Tonnen an Sprengstoff wurden in einer Chemiefabrik, bestehend aus 100 Gebäuden und bewirtschaftet von bis zu 2100 Arbeiterinnen und Arbeitern, zwischen Hallschlag, Losheim und Kehr hergestellt. Das Ziel: Die Wirtschaft der strukturschwachen Eifel sollte gefördert werden. FA Heinen: "Bei dem Unternehmen handelte es sich um einen 'Riesenbrummer', um das größte Unternehmen zwischen Trier und Euskirchen. 1918 wurden 14,4 Millionen Mark Umsatz erwirtschaftet.“

 

Der Aufbau der Firma erfolgte nach "Wildwestmanier", erst wurden Waffen für zivile Zwecke produziert; kurze Zeit später für das Militär. Unter den bis zu 2100 Mitarbeitern befanden sich 45 Prozent Frauen und 55 Prozent Männer. Als im Hungerjahr 1917 Kohlen fehlten, wurden auf einen Schlag 1500 Beschäftigte entlassen, was zu Unruhen führte. Auch wurde das Werk nicht ordnungsgemäß abgewickelt. FA Heinen: "Es wurde einfach der Strom abgestellt und alles so belassen, dass man es am nächsten Tag wieder hätte anfahren können."

Das Personal der Fabrik wurde schon damals als Personal der "allerschlimmsten Sorte" beschrieben. Zuchthäusler kamen aus dem ganzen Land zusammen, ebenso reisten Huren aus Berlin an, die in der Eifel in ihrer seidenen Kleidern sofort auffielen. Die leichten Damen dienten nicht nur als herkömmliches Personal, sondern sie dienten auch zur „moralischen Verbesserung“ in der Fabrik. 1988 sprachen Bewohner des Gebietes noch von den „Hamburger Mädchen". FA Heinen: "Die Zimmer in den Mitarbeiter-Unterkünften in der Fabrik glichen Zigeunerlagern, es herrschten katastrophale Lebensumstände, es gab Alkoholexzesse sowohl in der Werkskantine als auch in den umliegenden Kneipen. Für die Gesundheit war die Arbeit sehr gefährlich. Vergiftungen, Explosionen und immer wieder Einlieferungen in das Krankenhaus von Stadtkyll standen auf der Tagesordnung, viele Menschen starben in Stadtkyll im Krankenhaus an den Folgen ihrer Arbeit bei Espagit."

Auf dem Werksgelände gab es eine Schlosserei, eine Elektrowerkstatt, eine Schreinerei, ein Kesselhaus mit angeschlossener Feuerwehr, eine Kantine, Geschäfte, eine Privatschule für die Kinder der Arbeiterinnen, eine Leichenhalle und eine Dauerkirmes. Produziert wurden in Massen der Sprengstoff TNT, weiter Zünder aus hochgiftigem Material und Granaten. Auch mussten die Arbeiterinnen und Arbeiter "Schrottgranaten" entleeren, dieser Abfall diente der Metallgewinnung und sorgte für weitere Berge von Sprengstoff. FA Heinen: "Es handelte sich um unvorstellbare Umweltschweinereien." Damit nicht genug. Ein Zug aus der Eifel mit haarsträubend aufgearbeitetem Sprengstoff explodierte an einem Aachener Bahnhof und riss viele Menschen in den Tod, zudem entstanden Schäden an Gebäuden im weiten Umfeld.

 

FA Heinen: "Die Leute bei Espagit arbeiteten auf einer einzigen Bombe." Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Firma Espagit auf der Verliererseite und durfte nicht mehr produzieren. Anfang 1920 wurde das Werk auch noch zur "Entladungsstelle", Munition wurde in Massen herbei gebracht. Doch handelte es sich bei den zugekarrten Waffen nicht nur um gewöhnliche Granaten. Es rollten auch zigtausend Gasgranaten an, dabei handelte es sich um chemische Waffen, die überwiegend verbuddelt wurden oder im Zug eines Kamins ausbrennen sollten, was wiederum in Hallschlag zu Kampfstoffverletzungen führte. Fakt war: Im Werk war für derartige Fälle überhaupt keine Sachkunde vorhanden.

FA Heinen: "Und dann kam es zum relativ großen Knall. Denn irgendwann war Schluss mit ,gut gehen'. Das Chaos war auch schon da, wie es etwa an herausgeflogenen Werkstoren auf Bildern sichtbar war." Genau am Samstag, dem 29. Mai 1920, versuchte ein Trupp eine Granate auszudämpfen. Daraufhin gab es eine ,Pyrolyse' und eine Kettenreaktion: Erst brannte der Arbeitstisch, dann der Fußboden, dann die ganze Bude und sämtliche Werke flogen mit drei Riesendetonationen in die Luft. Seismologen in China hätten das locker festgestellt."

 

Wie durch ein Wunder kam nur ein Arbeiter ums Leben. Viel Munition, ohne Zünder ausgestattet, wurde jedoch herumgeschleudert, und da wuchs Gras drüber. Der Zweite Weltkrieg ging relativ spurlos am hochbelasteten und hochgiftigen Werksgelände von Espagit vorbei. 1938 wurden im Randbereich des Geländes einige wenige Bunker gebaut, 1944 sprengte die Wehrmacht den damals noch existenten Wasserturm der ehemaligen Chemie- und Waffenfabrik.

1988 dann rief der Umweltschützer Gunther Heerwagen FA Heinen in seiner Funktion als Journalist an, ohne zu zögern fuhr der Schleidener nach Kehr. Heute sagt FA Heinen: "Ich wusste sofort: Auf diesem Boden blühten die Zeitungsaufmacher." Auf dem Areal befanden sich Trümmergebäude, einige Kühe und Flächen, auf denen auch nach 70 Jahren kaum etwas bis gar nichts wuchs. Zwei Zeitzeugen, die in der Fabrik gearbeitet hatten, fanden sich. FA Heinen telefonierte sämtliche Behörden an und fragte: "Was passiert mit der Altlast von Espagit?" Die Antwort lautete überall einstimmig: "Wir haben keine Altlast." Doch nach den ersten Zeitungsartikeln über die Espagit-Geschichte flogen zwei Hubschrauber ein mit Fachleuten, dann gab es auf dem Gelände eine "Presseschauveranstaltung". Der Anlieger Klaus Quetsch machte die Fachleute auf das "gelbe Zeug" überall am und im Boden aufmerksam, das in seinem Kamin immer so vortrefflich brannte; dabei handelte es sich um TNT. Es sollte noch Jahre dauern, bis 1991 dann Gelände entmunitioniert wurde. Granatenberge und Kampfmittelmassen wurden beseitigt, die Bevölkerung hatte darunter aufgrund verschiedener Sicherheitsauflagen massiv zu leiden.

 

Das Ende der Räumaktion war das Jahr 2012. Doch alles war und ist immer noch nicht beseitigt und "mancher Boden war derart vergiftet, er stellte die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung für die Ewigkeit dar." Spezielle Bepflanzung von Gifthügeln und belastetes Wasser wurde gesammelt, in Reinigungsanlage geschickt, dann in die Kyll und den Kronenburgersee abgeleitet. Wie schon anfangs beschrieben kostete die Entmunitionierung 110 Millionen D-Mark Steuergelder. Und es stellt sich die Frage, so FA Heinen, ob auch die Bürger in 400 Jahren noch die "Giftbüchse der Pandora" erkennen. (Text: www.gkli.de ; Fotos: Archiv Franz-Albert Heinen / www.gkli.de )

Aktuelle Probleme gibt es aufgrund des vergifteten Bodens in der Region immer noch, siehe https://m.facebook.com/Notfal-aus-Scheid-265439840550397/

R.I.P. - Herbert Gehlen (73)

Schleiden. Unser langjähriges Mitglied Herbert Gehlen ist am Freitag plötzlich verstorben. Herbert Gehlen, ein Eifeler Urgestein, betreute zur Zeit der belgischen Streitkräfte das Schwimmbad in Vogelsang gut drei Jahrzehnte lang. Er betreute das Bad sowohl als Schwimmmeister als auch Techniker. Seine Unterschrift wegen technischer Veränderungen und Neuerungen am Bad war lange Jahre im Technikraum zu finden. Herbert Gehlen war gelernter Schlosser.

Nachdem der Schwimm- und Sportverein Vogelsang das Bad übernommen hatte, war Herbert Gehlen zunächst weiter aktiv bei der Pflege des Bades dabei, doch immer mehr kümmerte er sich auch um die Nachwuchsarbeit. Er war zudem Bademeisterausbilder und im Musikverein "Bergmusikanten" Ettelscheid und in weiteren Musikvereinen und -zusammenschlüssen als Flötist aktiv. Wir werden ihn, seinen ausgezeichneten Rat und sein großes Wissen sehr vermissen. R.I.P., Herbert Gehlen.

Der große Knall - 100 Jahre Espagit - Mensch und Tier leiden immer noch

Hallschlag. Am 29. Mai 1920 flog zwei Kilometer von Hallschlag entfernt die Giftgas- und Waffenfabrik "Espagit" in die Luft.

 

Zu diesem Thema wird es in Gemünd am 11. Februar einen Vortrag von Referent Franz-Albert Heinen geben, siehe https://www.schleiden.de/tourismus/veranstaltungen/2020/11-02-explosionskatastrophe-espagit/?fbclid=IwAR1iD0H3WFIvK7F2GUXdJEenGVfIJRq4dbATz23mz0vFa0q0vOptBM7k8uI .

 

Doch ist die Geschichte noch nicht vorbei. Luft- und Bodenverseuchung, Grundwasserbelastung um das Hundertfache etwa mit Mangan, sterbende Kühe und verzweifelnde Menschen - immer noch leien Bürger an den Folgen der Katastrophe, die sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt.

 

Ein Bürger aus dem Grenzgebiet beschreibt das Schicksal seiner Freunde:

"Nachstehend lesen Sie die Geschichte einer Familie,die im Jahre 2006 in die Eifel umzog. Die Familie kaufte sich damals einen Bauernhof. Von Anfang an waren die Kühe nicht richtig fit, und es war unklar, weshalb das so war. Nach dem Umzug im Jahr 2006 bemerkte die Familie, dass Wasser unter dem Fahrsilo herauskommt, wobei dies immer intensiver wurde. Das Wasser, so wurde festgestellt, hat einen sehr hohen Mangangehalt, und weil der Boden des Silos gerissen war (was beim Kauf des Bauernhofs nicht zu sehen war, da die Futtersilos zu dem Zeitpunkt gefüllt waren), fungierte das Futter quasi als Schwamm und wurde dabei verschmutzt. Dadurch wurden 43 Kühe so krank, dass sie getötet werden mussten.

Die Hofeigentümer kontaktierten telefonisch und schriftlich sämtliche Instanzen, um herauszufinden, woher das Wasser kam, doch bekamen sie von den zuständigen Beamten immer wieder dieselbe Antwort: "Wir wissen es nicht, aber es ist Ihr Grundstück, und Sie müssen das Wasser beseitigen." Seit 2010 weiß die Familie nunmehr, woher das Wasser (ungefähr fünf Kubikmeter pro Stunde) unter dem Silo kommt. Sie untersuchte selbst den kompletten Bereich und fand heraus, dass das Wasser vermutlich aus einem alten Telefonkabelgraben zwischen zwei Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg heraustritt.

 

https://youtu.be/9mDKlwPiVwk
https://youtu.be/d_JOQ6J4xV0
https://www.youtube.com/watch?v=XHgVthTPdRc


In dem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass die Familie ihren Bauernhof damals vom Ortsbürgermeister kaufte. Sie hat bis heute vergeblich versucht, Informationen zu den Bunkern und Rohrleitungen zu bekommen, doch jede zuständige Behörde gab und gibt sich bedeckt. Es drängt sich die Frage auf, ob das daran liegen könnte, dass es sich in dem Fall um den Ortsbürgermeister handelt, der seinen Bauernhof möglicherweise mit versteckten Mängeln verkaufte. Zu vermuten ist, dass die Ortsgemeinde die alte (Telefon)Kabelbgräben benutzt hat für die Wasserbeseitigung / Neubaugebiet Distelweg.

Im Grunde genommen handelt es sich im vorliegenden Fall um zwei unterschiedliche, jedoch miteinander verbundene Angelegenheiten:


1. um den Ankauf eines Bauernhofs von einem Ortsbürgermeister aus der Verbandsgemeinde Obere Kyll möglicherweise mit versteckten Mängeln

2. um Wasser, das auf das Grundstück der Familie austritt (möglicherweise aus einem alten Telefonkabelgraben zwischen zwei Bunkern)

 

Abgesehen davon, dass die Familie einen hohen persönlichen Schaden erlitten hat (Ankauf neuer Kühe, Tierarztrechnungen, Medikamente, jahrelang fehlende Einnahmen usw.), macht die Verbandsgemeinde Obere Kyll sie verantwortlich für Straßenschäden, die durch das besagte Wasser entstanden sind.

Seit mittlerweile zehn Jahren bemüht sich die Familie bei der Verbandsgemeinde Obere Kyll nun um eine Lösung für die Beseitigung des Wassers, doch sie findet keine Behörde und keine Beamten, die bereit wären, diese Angelegenheit zu untersuchen, sprich: woher das Wasser genau kommt. Auch die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Obere Kyll schützt offensichtlich ihre Ortsbürgermeister und macht die Familie verantwortlich für die genannten Straßenschäden, wobei es sich um einen Schadenssumme von vielen tausend Euro handelt, die in den vergangenen Jahren entstanden ist.

 

Neben der Frage, wo das Wasser herkommt, stellt die Familie sich auch die Frage, warum der Mangangehalt des Wassers so hoch ist. Ist dies nur so hoch, weil die Gemeinde das Wasser des Neubaugebiet Distelweg beseitigen lässt über der alte Westwal Bunker, oder hat dies auch zu tun mit die gesamte Geschichte (seit kurze Zeit iist die Familie informiert) der alten Munitionsfabrik Espagit AG, die in 1920 explodierte und wo man mit den Aufräumarbeiten ab 1998 begann. Mehr als 70 Jahr waren Tonnen an TNT und Tausende von Giftgas-Granaten in den Boden versteckt, weniger als zwei Kilometer entfernt vom betroffenen Bauernhof, das Land liegt teilweise in der B-Zone (weniger als einen Kilometer entfernt vom Kerngebiet Espagit).

Ich schreibe diese Geschichte auf, da die Familie nach zehn Jahren des Streites finanziell und emotional am Ende ist. Zudem hoffe ich, dass sich die Verbandsgemeinde Obere Kyll endlich bereit findet, diese Angelegenheit von unabhängiger Seite fachkundig untersuchen zu lassen - und dies ungeachtet des Risikos eines Interessenkonflikts mit dem Ortsbürgermeister."

 

Weitere Infos gibt es hier:

 

https://vergessenes.de.tl/ESPAGIT-AG-_-Hallschlag-s-Eifel.h…

 

http://bildung.freepage.de/heerwagen/

 

http://www.wisoveg.de/rheinland/histo/eifelbhn/his-eif9.htm

Innungsobermeister Siegwin Zimmer übergibt die traditionelle Neujahrsbrezel

Euskirchen. Die musste sein: Wie in jedem Jahr wieder gab es beim Neujahrsempfang für Euskirchens Landrat Günter Rosenke die traditionelle Neujahrsbrezel der Bäckerinnung Düren-Euskirchen. Die Brezel stammt immer aus einer Innungsbäckerei, an Landrat Rosenke übergeben wurde sie diesmal von Innungsobermeister Siegwin Zimmer aus Kall-Sistig. 

 

Zum 26. Mal ging das große „Kreisfamilientreffen“, wie Landrat Günter Rosenke es nennt, im Euskirchener Kreishaus mit circa 300 Gästen über die Bühne. Für Günter Rosenke wird es das letzte „Kreisfamilientreffen“ in der Funktion als Landrat sein, im September 2020 tritt er zur Landratswahl nicht mehr an. Rosenke: „Doch bis dahin werden weiter die Ärmel hochgekrempelt; denn: Wer stehen bleibt, der steht im Weg.“

 

An der Seite seiner Ehefrau Karin begrüßte Günter Rosenke die einzelnen Gäste. Für die hörenswerten Musikbeiträge sorgte „OffBeat-Project.“ Der Journalist und Herausgeber Dr. Winfried Kösters hielt den Gastvortrag „Herausforderungen erkennen. Weichen stellen. Zukunft gemeinsam gestalten.“

Pater Wieslaw Kaczor SDS - 25 Jahre Pfarrer in Steinfeld mit dem Ziel, die Herzen der Menschen fröhlicher zu machen

Kall-Steinfeld. Er hätte auch nach Berlin oder München gehen können, doch vor 25 Jahren befand der Provinzial: Pater Wieslaw Kaczor SDS geht in die Eifel. Wieslaw Kaczor ging auf den Vorschlag ein, ohne wirklich zu wissen, worauf er sich einließ. Inzwischen ist er 60 Jahre alt und blickt auf 25 Jahre Tätigkeit als Pfarrer in Steinfeld und Umgebung zufrieden zurück. Der gebürtige Pole wollte immer schon Pfarrer werden, wie er schmunzelnd berichtet: "Als kleiner Junge schon zelebrierte ich, mit Hilfe eines Handtuchs, eine Messe, in der meine beiden kleineren Schwestern knien mussten. Mein älterer Bruder wollte da nicht mitmachen." Vor 30 Jahren kam der Geistliche nach Deutschland, in der Eifel fand er dann fünf Jahre später nicht nur eine dauerhafte Heimat, sondern auch nicht ausschließlich Harmonie vor. Zu einem Pfarrfest lud er damals alle Vereine ein, wie er sich erinnert, er merkte aber schnell, dass sich nicht alle untereinander "grün" waren. Manche Vereine beteiligten sich aktiv an diesem denkwürdigen Pfarrfest, woraufhin die anderen Vereine betont Abstand nahmen. Pater Wieslaw ging diese Probleme an wie ein Mann aus dem Volk: "Ich lud alle auf ein Bier ein, auch die, die sich damals nicht aktiv beteiligten, und plötzlich lief das wie am Schnürchen."

Nachdem die Gemeinden als "Gemeinschaft der Gemeinden" (GdG) neu aufgestellt worden waren, betreut der beliebte Geistliche inzwischen rund 9000 Seelen in zehn Gemeinden: in Bouderath, mit Kapellengemeinden Roderath und Holzmühlheim, Frohngau mit Buir, Krekel, Nettersheim, Sistig mit Wollenberg, Sötenich mit Rinnen, Steinfeld, Nettersheim, Tondorf, Zingsheim mit Engelgau. Zudem ist er Leiter der GdG und damit Leiter von insgesamt 14 Pfarreien. Pater Wieslaw: "Im Jahr fahre ich dafür circa 14 000 Kilometer mit dem Auto." Besonders die Ehrenamtler liegen ihm am Herzen, denen gilt seine große Unterstützung. Weiter möchte er zeitgemäße Methoden in den Pfarralltag einfließen lassen, so ließ er eine App als neues Mittel der Pfarrkommunikation erstellen. Paaren, die heiraten möchten, legt er die Internetseite www.ehe-wir-heiraten.de beziehungsweise die damit verbundene App ans Herz. Generell liegen ihm allerdings die Menschen, ihr Wohlergehen und ihr Glück am Herzen. So trägt er immer kleine Glücksbringer in den Jacken- oder Hosentaschen mit sich herum, etwa Schlüsselanhänger, religiöse Aufkleber oder auch Kugelschreiber mit der Aufschrift: "Schön, dass es Dich gibt, alles Gute und Gottes reichen Segen." Pater Wieslaw sagt zu seiner Eigenart: "Meine Taschen sind immer etwas ausgeleiert, doch ich verschenke so gern, und oft wird das Herz der Menschen dadurch fröhlicher." Vor einiger Zeit war er beispielsweise beim Bäcker, da saß eine Geburtstagsgesellschaft und ohne große Umstände gratulierte er dem Geburtstagskind ganz spontan mit einem kleinen Geschenk aus seiner wie immer etwas ausgeleierten Tasche.

Der Steinfelder Chronist Helmut Kirfel stellte nun die These auf, dass Pater Wieslaw Kaczor einen Rekord gebrochen hat: Seit 500 Jahren schaffte es noch kein Steinfelder Pfarrer, 25 Jahre lang an Ort und Stelle zu verweilen und zu wirken. Die meisten wurden vorher entweder von weltlicher oder einige auch von himmlischer Stelle abberufen. Sein Silbernes Steinfelder Dienstjubiläum feiert Pater Wieslaw, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne fotografiert und Publikationen herausgibt, am Sonntag, 26. Januar 2020, um 11.30 Uhr zunächst mit einer Heiligen Messe in der Steinfelder Basilika. Danach sind alle eingeladen zu einer Klostersuppe und Getränken im Kreuzgang.

Mit gespitzten Ohren......

Ingersberg-Eichen. Die Aussage von Anliegern ist klar, der Wolf heult bei Ingersberg-Eichen. Durch die Täler geht der Laut, und durch Mark und Bein desjenigen, der ihn hört. Wie im Film hören sich die Laute an, nur, dass sie real sind.

Dass der Wolf in der Eifel angekommen ist, ist bereits bewiesen. Und so war es auch gewollt. Der Wolf soll im Wald aufräumen und den Jägern bei der "Hege und Pflege" helfen, also in diesem Fall Wildbestände, die zu hoch geworden sind, regulieren.

 

Der Umgang mit dem neuen, in der Regel sehr scheuen Nachbarn braucht Fingerspitzengefühl und Fachwissen. Dazu wurde eigens vom Land NRW eine Internetseite eingerichtet:

 

https://wolf.nrw/wo…/…/management/wolfsgebieteifel-hohesvenn

 

Wer also einen Wolf hört oder gar sieht oder auf seine Spuren stößt, kann sich auf dieser Internetseite umschauen und Informationen sammeln.

Ansprechpartner sind beispielsweise:

 

Dr. Lutz Dalbeck, 02427 94987-0, lutz.dalbeck@biostation-dueren.de

Marietta Schmitz, 0157 74149096, marietta.schmitz@bs-aachen.de, m.schmitz@biostationeuskirchen.de

Manfred Trinzen, 0160 92322634, mtrinzen@t-online.de

"Omas gegen Rechts" - gemeinsam stark!

Kall. Sie schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden: Die "Omas gegen Rechts". Alles begann 2018 in Wien. Dort fanden sich zwei Omas zusammen, die nur ein Ziel verfolgen: Die Kinder und Enkelkinder stark machen, schützen und unterstützen, gegen jegliche Form der Idiotie und für ein Leben in einer optimale Form der Demokratie. Bundesweit gibt es derzeit 61 Gruppen, Tendenz nahezu täglich steigend.

Darunter existiert ein Zusammenschluss in Köln, der die alte Feuerwache als Stammlokal nutzt. In Kall gründete die Urkallerin Walli Forner jetzt die Gruppe "Omas gegen Rechts". Am 15. Oktober 2019 fand eine erste Zusammenkunft in Kall statt. Inzwischen treffen sich die politisch Aktiven regelmäßig.

Walli Forner, 65 Jahre alt, formuliert ihre Intention: "Meine Kinder und Enkelkinder möchte ich nicht den Nazis überlassen. Ich möchte die Kinder unterstützen, damit sie starke Persönlichkeiten werden, die selbstbewusst auf die Straße gehen und für den Erhalt ihrer Welt kämpfen. Ich möchte die Kinder schützen. Wir müssen zusammenhalten und das Bauchgefühl bewahren." Walli Forner empfiehlt das Buch "Omas gegen Rechts" von Monika Salzer, das im Droemer Verlag erschienen und in jeder Buchhandlung und über das Internet erhältlich ist. Darin sind die Ideen und Beweggründe der "Omas gegen Rechts" deutlich und klar beschrieben. Auf die Frage, ob sie nicht Angst vor Angriffen hat, sagt Walli Forner mit einem selbstbewussten Lächeln: "Omas bringt man nicht um, denen bringt man Blumen mit." Inzwischen kann sie auf eine ganze Schar von Mitstreiterinnen in Kall und Umgebung zurückgreifen und sie hat bereits neue Pläne. Ihr Wunsch: "Gerne würde ich mit der Idee 'Omas gegn Rechts' nach Belgien expandieren. In der deutsch-belgischen Gemeinschaft suche ich derzeit nach Gleichgesinnten." Die Nähe zu Lokalpolitikern ist den "Omas gegen Rechts" wichtig. So treffen sie sich beispielsweise in diesen Wochen mit den Kandidaten für das Amt des Landrats des Kreises Euskirchen. Weitere Infos zur Bewegung gibt es im Netz unter: www.omasgegenrechts.de

3125.-€ für die Hilfsgruppe Eifel beim Charity-Rennen des RCN

3125.-€ für die Hilfsgruppe Eifel beim Charity-Rennen des RCN (Rallye Club Nordeifel) in Eupen - alles bestens gelaufen - herzlichen Glückwunsch an das hervorragende Orgateam und an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!❤️🍀💫

R.I.P. - Werner Rosen (96)

Schleiden/Hellenthal. Er war Vorbild, guter Freund und Humanist sowie Feinst-Humorist; Wissenzentrum und Befürworter der Eifel. Sein Wohnzimmer war eine gute Stube im besten Sinne, sein Büro voller Bücher und ein Arbeitszentrum für ihn und seinen Besuch. Sein Wohnzimmerschrank war immer voller Schokolade, die er mit vollen Händen verschenkte.

Nein, das war kein Zufall und Werner Rosen war auch nicht „jeck“. Das war Geschichte. Warum der legendäre Gemeindedirektor von Hellenthal das tat? Bevor seine Mutter starb, fragte sie noch nach einem Stückchen Schokolade. Keiner konnte ihr auch ein noch so kleines in diesem Moment geben, es war keine Schokolade da. Daraufhin gab es im Hause Rosen in Schleiden immer einen ganzen Schrank voll und mehr.

Er ist gegangen, der immer so hilfsbereite, freundliche und pfiffige Mann der großen Worte und Taten. Tschüss, und irgendwann sieht man sich eventuell wieder. Schokolade wird das Wiedersehen mit Sicherheit versüßen.🍫 Und Musik, war Werner Rosen doch ein glühender Unterstützer des Eifeler Musikfestes, 2010 war er zum 65. Mal als Zuhörer vor Ort. Er würde sich jetzt bestimmt freuen wie ein Schneekönig über eine Musik aus Steinfeld, die ihn angemessen auf seiner letzten Reise begleitet. R.I.P. Werner Rosen 🥀😢

Archiv-Foto: www.gkli.de

Das Bürgerzentrum in Hellenthal ist für alle Nationen und viele Aktivitäten offen

Hellenthal. Irgendetwas hat sich in den vergangenen Wochen im Hellenthaler Hof an der Kölner Straße 104 verändert. Der neue Schriftzug "Bürgerzentrum Hellenthaler Hof" weckt die Aufmerksamkeit. Ein Grund, dort einmal anzuklopfen.

Maya Rosen, die Leiterin des Bürgerzentrums, und Michael Huppertz, der allgemeine Stellvertreter des Hellenthaler Bürgermeisters Rudolf Westerburg, stehen für Fragen gerne zur Verfügung. Michael Huppertz berichtet, dass die Gemeinde die alteingesessene Hellenthaler Immobilie, in der früher die Gastwirtschaft "Hellenthaler Hof" zu finden war, 2016 kaufen konnte. Zunächst diente das Haus ausschließlich als Flüchtlingsunterkunft. Da der Flüchtlingsstrom allerdings abebbte, dient das Gebäude seit wenigen Wochen nun als "Bürgerzentrum Hellenthaler Hof". Es beinhaltet immer noch Wohnmöglichkeiten in Form von Zimmern, aber auch das Angebot einer internationalen Kultur- und Bildungsstätte steht nun bereit. Die unteren Räumlichkeiten im Haus sind wie geschaffen dafür. Es gibt einen Thekenraum, der sich für Feierlichkeiten eignet und einen großen Raum, der für Kurse wie geschaffen ist. Hinzu gesellt sich eine Kegelbahn. Huppertz: "Die Lage mitten im Zentralort ist sehr vorteilhaft."

Maya Rosen ist selbst Flüchtling, sie kam Ende der 1990er Jahren nach Deutschland. Die ausgebildete Grafikerin spricht fließend und akzentlos Deutsch, zudem Arabisch, Englisch und im Lernstadium Niederländisch. Bei der Gemeinde Hellenthal ist die sympathische Frau inzwischen angestellt. Maya Rosen: "Aufgrund meiner Geschichte sehe ich die Probleme auf beiden Seiten, bei den Hellenthalern und bei den Flüchtlingen." Als Bindeglied steht sie nun jeden Wochentag von 16 bis 20 Uhr im Bürgerzentrum Hellenthaler Hof bereit, um Integrationsarbeit und Bildungs- und Kulturarbeit zu leisten. Weitere Personen unterstützen sie bei der Arbeit, so gibt es einen Selbstverteidigungskurs für Frauen ab dem 16. Lebensjahr. Mütter, die daran teilnehmen möchten, können ihre Kinder mitbringen. Alle Nationen sind herzlich willkommen. Maya Rosen: "Hierher kann jeder kommen, wir sind international und glaubensneutral. Keiner darf sich abgehangen fühlen. Und wir uns auch über Menschen, die selbst Angebote machen möchten. Da sind wir offen für jede mögliche Kooperation, da viele Menschen Ideen und Selbstverwirklichungsträume anstreben, aber diese gelegentlich an den fehlenden Räumlichkeiten scheitern. Bei uns sind die Räumlichkeiten kostenfrei, beziehungsweise bei Privatveranstaltungen (etwa Geburtstagsfeier) für einen fairen Preis zu mieten."

Ein Nachhilfeangebot existiert bereits. Maya Rosen: "Es steht sogar eine Kooperation mit der VHS an, worüber wir uns sehr freuen." Was die Gemeinde bemerkt, wie Michael Huppertz formuliert: "Gab es vor einigen Jahren eine Flüchtlingswelle in erster Linie aus den arabischen Staaten, erleben wir heute eine Stadtflucht. Zunehmend kommen die Menschen aus den Städten in die Eifel, das Baugebiet in Blumenthal läuft inzwischen voll, wir werden es ausweiten." Vor diesem Hintergrund kann die Gemeinde Hellenthal einmal mehr ein Kultur- und Bildungszentrum brauchen, um auch den ehemaligen Städtern auf dem Land Orientierung und ein gutes Lern- und Freizeitangebot zu bieten.

Was Michael Huppertz aber auch formuliert: "Wir würden uns nun, gerade in der Startphase, über weitere ehrenamtliche Mitarbeiter freuen, die etwa Deutsch- oder Mathe-Nachhilfe geben könnten." Wer sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Bürgerzentrum Hellenthaler Hof interessiert, kann sich bei Maya Rosen melden, etwa per Mail unter mrosen@hellenthal.de, per Telefon unter 0 24 82 / 6 06 43 98 oder 0 15 1 / 64 49 69 02 oder die facebook-Seite "hellenthalerhof" aufrufen.

50 Jahre Musikschule des Eifelkreises Bitburg-Prüm

Prüm. „Musik braucht keinen Menschen, aber jeder Mensch braucht Musik“, schreibt Dr. Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, in seinem Vorwort in einer Chronik anlässlich eines würdigen Jubiläums: 50 Jahre Musikschule Bitburg-Prüm.
Herbert Fandel, Leiter der renommierten Musikschule, begrüßte die zahlreichen Akteure, Gäste und Ehrengäste in der vollbesetzten Karolingerhalle in Prüm. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen sagte Fandel mit einem Augenzwinkern: „Willkommen in der Sauna.“ Dann führte er gekonnt und versiert durch ein zweieinhalbstündiges, buntes Programm.
Viel Applaus und Anerkennung für ihre Leistung war den Akteuren des Jubiläumskonzerts sicher.
Erster hauptamtlicher Leiter der Musikschule Bitburg-Prüm war der studierte Posaunist Helmut Klinkhammer aus Neuerburg, der sein ganzes Herzblut jahzehntelang bis zu seinem Tod in diese Aufgabe fließen ließ und die Musikszene in der Eifel revolutionierte. Plötzlich gaben Professoren etwa aus Düsseldorf und Luxemburg in der Eifel Sommerkurse, die Blasmusikszene des Grenzlandes erhielt einen völlig neuen Stellenwert. Viele Berufsmusiker gingen und gehen daraus hervor. Die Musikvereine der Eifel konzertierten mit wachsendem Erfolg.
Ausgezeichnet brachte Christoph Utz, Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen Rheinland-Pfalz, den Stellenwert der Musikschulen auf den Punkt: Er forderte, dass Kommunen und Land mehr finanzielle Verantwortung für die gesellschaftlich so wichtige, ja unersetzbare Einrichtung „Musikschule“ übernehmen sollte.

Es gibt unterirdischen Raum in St. Johannes Baptist in Nideggen

Nideggen. Heinz Bücker, Sprecher des Heimat- und Geschichtsvereins Nideggen, sagt zu den archäologischen Untersuchungen, die vor einigen Monaten in St. Johannes Baptist in Nideggen stattgefunden haben: „Die Archäologen haben einen Raum von circa zehn Quadtarmetern im Chor, direkt hinter dem Altar gefunden, der eine Gruft vermuten lässt. Platz wäre nebeneinander auf jeden Fall für zwei Särge." Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Särge übereinander stehen. Leider konnte unter dem Alter nicht untersucht werden.

Wie geht es nun weiter?

Der Heimat- und Geschichtsverein Nideggen wird im November/Dezember ein Gespräch mit dem zuständigen Pfarrer und dem Kirchenvorstand führen und die Möglichkeiten einer weiteren Untersuchung besprechen. Sollte es hier zu einer Einigung kommen, muss noch die Zustimmung vom Bistum erfolgen.“

Musikfest der Bundeswehr 2019 www.musikfestbw.de

Der Dreschkasten lief und lief und.......

Heimbach-Hergarten/Düttling. Ratsch, und plötzlich stand der Dreschkasten still. "Just for fun" holte Daniel Linden, der auf dem Hof zwischen Düttling und Hergarten - auch scherzhaft "Düttgarten" genannt - lebt, am Sonntag ein paar seiner historischen Landmaschinen ans Tageslicht und ließ sie auf der Wiese neben seinem Haus laufen. Der imposante Dreschkasten aus dem Jahr 1957, den noch sein Opa betrieben hatte, machte allerdings zwischenzeitlich Zicken.

 

Irgendwas war plötzlich verstopft, und es dauerte etwas, bis die verstopfte Stelle im riesigen Holzkasten ausfindig gemacht worden und wieder frei gepustet war. Daniels Vater, Gerd Linden, spinkste zunächst ebenso ratlos in die betagte Kiste wie seine Söhne und dessen Gleichgesinnte. Doch dann war es geschafft und die Arbeit konnte fortgesetzt werden, die Spreu wurde wieder vom Weizen getrennt. Immer wieder fanden sich Besucher auf der Wiese ein, staunten und erinnerten sich teilweise auch an frühere Zeiten. "Da haben wir auch noch mit gearbeitet", freute sich ein älteres Pärchen beim Anblick des bubbernden Dreschkastens.

 

Daniel Linden: "Ich habe einfach Spaß an alten Landmaschinen und alten Baumaschinen, eine Leidenschaft; Hauptsache, vor 1960 gebaut." Nicht nur von der Technik her, auch optisch machen die alten Maschinen eine Menge her. Wer mehr über die Geschichte der Dreschkästen erfahren möchte, kann hier weiter klicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreschmaschine

Heimbacher Pflaster.....

Heimbach. Seit Jahren soll Heimbach neu gestaltet werden, seit Jahren (2012) laufen Planungen, werden immer wieder vorgestellt, diskutiert und teilweise als nicht kompatibel ad acta gelegt (Offenlegung Bach/Hengebachstraße). Zahlen, was etwa die ganzen Pläne bisher gekostet haben, wurden seitens Bürgermeister auf offizielle Anfrage hin nicht genannt, ebenso blieben weitere Fragen unbeantwortet; stattdessen folgen Frechheiten unterster Kiste.

Im September 2019 fand wieder eine „Infoveranstaltung“ zum x-ten Mal statt, für die Stadt eine Pflicht- beziehungsweise Alibiveranstaltung, die Bürger waren eingeladen und sollten diskutieren dürfen.

Ein Auszug - der Heimbacher Franjo Metzmacher etwa schildert seine Eindrücke: „Für die Bürger eigentlich eines der wichtigeren Themen, die Vogtplatzbebauung, wurde einfach abgewürgt. Man meinte, der Moderator sei ,gekauft'! Der Initiator einer Petition hat bisher 257 Unterschriften gegen das Vogthaus eingesammelt. Der Vogtplatz soll durch die Bebauung belebt werden. Wie soll das gehen wenn da nur 8 Wohnungen mit 480 qm gesamter Wohnfläche entstehen sollen, machen die neuen Bewohner da jeden Tag Stimmung. Aus jetzt 16, bis zu 2 Stunden kostenfreien Parkplätzen, (Von 18 - 8 Uhr des Folgetages komplett kostenfrei) sollen dann 44 Plätze werden, die dann alle Geld kosten werden. Der Planer ein Professor nannte die Stelle eine "Lücke im Gebiss" der Stadt Heimbach die geschlossen werden müsste. Angela Neu meinte es gebe aber wesentlich mehr Karies in der ganzen Stadt und wurde mit Beifall bedacht.. Unser BM meinte er sei 2014 angetreten um Heimbach zu "modernisieren" und "nach vorne" zu bringen. Hätte der das mit all den Auswirkungen des Planungskonzeptes vor der Wahl gesagt, wäre er vermutlich heute nicht Bürgermeister. Dass das WIZE eine Schule wird und dass man da im Vorfeld mit den Bürgern und der Grundschule spricht hat er nicht für "nicht erachtenswert gehalten" da es ja nur darum ging eine jetzt kostenverursachende Immobilie, wirtschaftlich besser aufzustellen. Das stieß auf sehr großen Unmut und veranlasste eine Ratsfrau sich in aller Form für die versäumte Aussprache bei den Anwesenden in aller Form zu entschuldigen.

 

Auf die Frage der Besitzerin des jetzigen Treibhauses ob denn die Eigentumsfrage für ein neues Kulturtreibhaus geklärt sei erwiderte der BM..."Wer sagt denn dass das an der Stelle gebaut werden muss... Ein Schlag ins Gesicht meiner Cousine mit der man seit Jahren verhandelt und plant, ob und wie da was neues entstehen kann. Ich könnte noch 10 mal soviel schreiben, bin aber von der Arroganz der Einladenden, dem Professor und auch von dem Moderator mehr als enttäuscht, die zu verstehen gaben.... wer gefördert werden will muss Bürgerversammlungen abhalten, das ist eine Formsache ohne die es keine Förderung gibt. Ich kann nur an alle appellieren, jedem Ratsmitglied das er gewählt hat, auf die Füsse zu treten und seine Meinung zu sagen, vielleicht hilft es dem Ratsmitglied die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch bitte ich um Unterstützung, damit der Vogtplatz nicht mit einem fast 20 Meter breiten und 14 Meter hohen Parkhaus mit Wohnungen zugebaut wird. Nur um ein Stadtbild was es bis 1969 mal gab und was wenige noch kennen wieder her zu stellen. Zwischen Bürgern und Stadtrat ist m.E. eine große Lücke entstanden, an der unser BM einen großen Anteil hat. Das in Heimbach etwas geschehen musste und Sanierungen nötig waren und immer noch sind steht außer Frage aber es wird vieles einfach neu gebaut, altes verkauft (Haus des Gastes) vermietet (WIZE) oder nicht saniert. Die Veränderungen die uns alle noch bevorstehen, Bauabschnitt 2 Kurpark, Kulturtreibhaus, Busbahnhof an dem dann 3 Busse parken können, inklusive der Verlagerung des Wohnmobilhafens in Nirwana, Kletterspielplatz Burg und das hoffentlich nie kommende Vogthaus sind bleibende Veränderungen, die mir mehr als eine Art Nachlass für spätere Generationen vor kommt und einer Art Denkmalsetzung gleich kommen. Die Amtszeit des BM endet am 13.09.2020 !“ Ausgezeichnet auch die Ausführungen von Angela Neu, danke dafür!!!😘

Auf der Seite „Heimbach goes facebook“ steht die komplette Debatte über die Veranstaltung. Höchsten Respekt an die Bürger, die berichten und die Wahrheit ans Licht bringen. Danke auch an Ursula Heiliger, Brit Possart und Michaela Hurtz. Super! Weiter so! Das ist gelebte Demokratie und Journalismus vom Feinsten!

Mafissimo in Gemünd - bildschön, intelligent und kräftig kritisch

Gemünd. Die renommierte Künstlerin Maf Räderscheidt ist für ihre Authentizität bekannt. Das passt nicht jedem, ist gelegentlich unbequem, ist aber auch nicht weiter von Belang. Mitläufer gibt es schließlich genug in dieser Welt. Die seelische Größe, Klugheit, Erfahrung, das Wissen und der weite innere Horizont, der Maf Räderscheidt eigen ist, spiegelt sich in ihren Werken wider. Jeden Tag postet sie im Netz ein neues Werk, viele tausend Werke schuf sie bereits, jedes ein Juwel für sich.

In 53937 Gemünd, Am Plan 4, ist sie von dienstags bis freitags gegen 15 Uhr in ihrem Stützpunkt „Die Küsse der Farben“ anzutreffen. Dort sind auch Besucher und Kunden (die Bilder können erworben werden, für jedes Geldbörse ist etwas dabei) herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Stühle, ein paar Kekse, ein kleiner Tisch und Farben überall: Die Gäste erwartet eine Wohlfühlatmosphäre erster Klasse. Kein Glaspalast, kein „Mehr-Schein-als-sein“, sondern eine in bester Bodenständigkeit - an einem der schönsten Plätze der Eifel - aufgehobene Bilderwelt, die ihres Gleichen selbst in den großen Städten sucht. Und pppssssssstttt!!! Bald hält eine neue Nachbarin neben Maf Räderscheidt Einzug, eine ebenfalls großartige Frau.

Immer mehr entwickelt sich Gemünd zu einer kleinen Stadt mit Kunst, Kultur, Mode, Medien, Natur und Kleinstadtcharme. Weitere Infos zu Maf Räderscheidt und ihrer unermüdlichen Arbeit gibt es unter 0 17 6/64 78 27 08 und im Netz:
www.maf-art.com

Wandertipp - Mitwanderer gesucht

Zehn Jahre Eifelsteig - 13. Oktober

Gemünd/Kall/Golbach/Steinfeld. Der berühmteste Wanderweg der Eifel, der Eifelsteig, wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Um diesen besonderen Anlass zu würdigen, hat die Nordeifel Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit den Anrainer-Kommunen Schleiden, Kall, Nettersheim und Blankenheim, ein Programm mit geführten Wanderungen entwickelt. Ortskundige Wanderführer zeigen Highlights und lassen die ein oder andere Überraschung am Wegesrand erleben.

 

Die zweite Etappe, an der auch Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser teilnehmen wird, führt am Sonntag, 13. Oktober, von Gemünd aus zum Kloster Steinfeld. Start ist um 10 Uhr am Nationalpark-Tor in Schleiden-Gemünd. Ein Höhepunkt dieser Etappe ist eine Führung durch die Basilika und den Kreuzgang von Kloster Steinfeld. Die Strecke beträgt 17 Kilometer, es erfolgt auf halbem Weg eine Einkehr auf Selbstzahler-Basis in der „Golbacher Oase“.

 

Die Teilnahme an den Erlebniswanderungen auf dem Eifelsteig sowie den Programmpunkten ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung für die Wanderungen ist erforderlich bei der Nordeifel Tourismus GmbH unter 0 24 41/9 94 57-0 oder per Mail an info@nordeifel-tourismus.de


Für Rückfragen steht Ihnen bei der Gemeinde Kall Frau Kurth, Telefon 0 24 41/8 88-45 zur Verfügung.
Bürgermeister Hermann-Josef Esser freut sich über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Veranstaltungstipp in „Düttgarten“

Düttling. Daniel Linden lädt ein: „Am Sonntag, 22. September, nehmen wir einen 150 Jahre alten Pferdegöpel in Betrieb und treiben damit einen Stiftendrescher an.

 

Desweiteren haben wir noch einen großen Dreschkasten - angetrieben von einem Lanz - im Einsatz, werden mit Pferden pflügen und grubbern.“

 

Das Ganze findet statt in "Düttgarten", das ist ein Hof zwischen Düttling und Hergarten von 11 bis 16 Uhr. Jeder ist herzlich willkommen!

 

Foto: Linden

Neuer Platz in Gemünd vorgestellt und mit Reibekuchen eingeweiht

Gemünd. Am Ufer der Urft hinter der Alten Schule wurde jetzt ein neuer, lauschiger Platz eingeweiht mit hervorragend verlegtem Pflaster und zwei großen Sitzbänken. "Herrlich", befanden die Bewohner des benachbarten Seniorenhauses, die anlässlich der Einweihung anwesend waren und von Christine Witt und Joke Heinrichs eigens dazu mit Reibekuchen und einem guten Tropfen verwöhnt wurden. Der Blick kann nun über das Wasser schweifen, das Rauschen des Flusses nimmt die Gedanken mit auf die Reise.

 

"Schuld" an diesem wunderbaren neuen Platz sind die "Rentner für Gemünd" (kurz: RfG) und die Stadt Schleiden. Die Idee, dieses Fleckchen Erde umzugestalten, stammt von der Schwiegermutter eines Mitglieds der RfG. Schnell waren die fleißigen Helfer, die nun im elften Jahr existieren und mit acht Mitgliedern eine sehr homogene Gruppe bilden, von der Idee überzeugt und voller Tatendrang.

 

Die Stadt Schleiden besorgte das Baumaterial und an nur vier Tagen setzten die flotten Ehrenamtler, zu denen ein Bänker, ein Konditor, ein Verkäufer und diverse gestandene Handwerker zählen, die Idee um. So in der Sonne sitzend und das Leben genießend keimte schnell eine neue Idee auf: "Dieses gemütliche Zusammensitzen bei Reibekuchen und netten Gesprächen könnten wir gerne öfter machen." Vielleicht passt ja auch noch eine dritte Sitzbank in Konzept.......

Mit jobcenter.digital "Kannste klicken" gibt es ein neues Online-Angebot

Kreis Euskirchen. „Der neue Online-Kanal www.jobcenter.digital ist ein wichtiger Schritt, denn er erleichtert Kundinnen und Kunden, uns relevante Informationen und Unterlagen zeit- und ortsunabhängig zukommen zu lassen“, sagt Astrid Hahn, Geschäftsführerin des Jobcenters EU-aktiv. „Das Online-Angebot ist eine Ergänzung zu den bestehenden, analogen Zugangswegen. Es ersetzt nicht den persönlichen Kontakt im Beratungsgespräch oder per Telefon, den es weiterhin geben wird.“ Nadine Müller hilft als Fachkraft in der Eingangszone der Geschäftsstelle in Euskirchen der Jobcenter-Kundschaft bei unterschiedlichen Anliegen. Müller: „Das Angebot, online Weiterbewilligungsanträge oder Veränderungsmitteilungen einzureichen, wird positiv angenommen. Besonders Familien haben großes Interesse, unabhängig von Öffnungszeiten und ohne Anfahrtswege ihre Anliegen erledigen zu können."

 

„Um eine hohe Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten, wurden für www.jobcenter.digital sowohl Kunden als auch Mitarbeiter in die Entwicklung eingebunden“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. Für Daniela Kilches, stellvertretende Teamleiterin im Bereich Leistungssachbearbeitung im Jobcenter EU - aktiv, steht www.jobcenter.digital für die „Behörde der Zukunft“ und ist ein echter Gewinn für ihre tägliche Arbeit: „Durch das Online-Angebot werden die Nutzer Schritt für Schritt durch die Antragsstellung geleitet. Fehlt eine Angabe, wird darauf hingewiesen.“ Unvollständige Formulare können nicht auf den Weg gebracht werden. Das mühsame Entziffern von unleserlichen Handschriften entfällt. „Das Online-Angebot ist ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Mitarbeiter im SGB II“, bestätigt Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrates. „Arbeitsschritte werden vereinfacht und verbessert. Mobiles Arbeiten und Online-Angebote sind heutzutage in der digitalisierten Welt nicht wegzudenken und bei Behörden mittlerweile Standard. Für mich sind moderne Arbeitsplätze ein wichtiger Baustein, um Fachkräfte zu gewinnen.“ Astrid Hahn: „Viele Kundinnen und Kunden kommen zur Geschäftsstelle, um Unterlagen persönlich abzugeben und eine schriftliche Bestätigung darüber zu erhalten. Besonders hier sehe ich eine Entlastung für beide Seiten. Bei der Übermittlung im Online-Portal wird der Versand bestätigt und dokumentiert, weite Anfahrtswege und lange Wartezeiten erspart.“ Mehr im Netz: www.jobcenter.digital

 

Foto: Dagmar Grömping

Collage: www.gkli.de

"Freiheit, wir arbeiten dran" - Veranstaltungsreihe in Hellenthal

Hellenthal/Mesch/Büllingen. 75 Jahre zurück - viele europäische Länder versanken in bestialischem Kriegeselend. Am 16. Dezember 1944 begann in Hellenthal-Hollerath die Ardennenoffensive. Sie wurde eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, rund 20 000 Soldaten verloren ihr Leben. In den Niederlanden dagegen wurden zu dieser Zeit ganze Ortschaften, Städte und Provinzen von den Allierten befreit, die Naziherrschaft war dort vorbei. Der kleine Ort Mesch, so groß wie Hollerath, war das erste niederländische Dorf, das die Alliierten von den Nazis befreiten. Bereits am 12. September 1944 fuhren und marschierten die Amerikaner mit Verbündeten in Mesch ein, um Freiheit, Frieden und ein normales Leben zurück zu bringen. Mit einem großen Gedenken an die Befreiung und aus Dankbarkeit für die folgenden 75 Jahre Freiheit fanden am 12. September 2019 in Mesch und der ganzen Provinz Limburg mehrtägige Feierlichkeiten statt. 13 Veteranen der 30ten Panzerdivision "Old Hickory" besuchten Mesch am 12. September 2019 erneut und fuhren exakt mit historischen Fahrzeugen den Weg ab, den sie vor 75 Jahren schon einmal eingeschlagen hatten. Viele Tausend Gäste wohnten diesem plastisch vor Augen geführten Gedenken bei und waren tief berührt. Eigens für junge Menschen hatte die Gemeinde Eijsden-Margraten, zu der Mesch gehört, "Freiheitsspiele" organisiert. 1700 Schüler aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland/Hellenthal waren angereist, um das Wort "Freiheit" zu leben. Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg wurde sehr herzlich von Dieudonné Akkermans, dem Bürgermeister von Eijsden-Margraten, begrüßt. Westerburg dagegen freute sich, zwei sechste Klassen der Hellenthaler Gemeinschaftshauptschule mit Schulleiter Bernd Hoss in Mesch in Empfang nehmen zu dürfen. Gerdine Snijder aus Hollerath besuchte mehrere Veranstaltungen in Mesch und berichtet vom "Freiheitsmarkt", der am Samstag in Mesch stattfand: "Der Freiheitsmarkt war kleiner als die Auftaktveranstaltung, aber trotzdem gut besucht. Unserer Stand war gut besucht, viele interessierten sich für den Weihnachtsmarkt und die Narzissenwiesen in der Gemeinde Hellenthal."

 

Raymond Knops, Staatssekretär für Inneres und Königreichsbeziehungen im Kabinett Rutte III, mahnte in seiner Rede an: "Wir müssen für die Freiheit, die hier entstand, weiter sorgen, es ist an uns, Freiheit und Hoffnung zu festigen. Grundrechte müssen bewahrt und Bande mit anderen europäischen Ländern gehalten werden." In diesem Sinne finden weitere Gedenkfeierlichkeiten unter der Überschrift "Frieden, wir arbeiten dran" von Mittwoch, 30. Oktober bis Sonntag, 17. November 2019 in Hellenthal statt. Am 30. Oktober wird die Reihe in der Grenzlandhalle um 11 Uhr von Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg und seinen Kollegen aus Mesch und Büllingen eröffnet. Nach einer Talkrunde präsentieren sich die Schulen der drei Gemeinden Büllingen, Eijsden-Margraten und Hellenthal. Ab 12 Uhr können Ausstellungen besichtigt werden. Um 12.50 Uhr endet die Auftaktveranstaltung an diesem Tag. Am Samstag, 2. November, ab 19 Uhr stellt die Organisation "Missing in Action" ihre Arbeit  vor. Am Sonntag, 3. November, liest Paul Schmitz ab 15 Uhr aus dem Werk "Kriegskind - die Suche nach meinem amerikanischen Vater". Frank Güth hält am Samstag, 9. November, ab 19.30 Uhr einen Vortrag zur Luftkriegsgeschichte und am Sonntag, 10. November, findet ab 15 Uhr die Buchpräsentation "Spurensuche" statt. Der Film "Grenzland in Flammen" wird am Samstag, 16. November, ab 19 Uhr gezeigt und am Sonntag, 17. November, endet die Veranstaltungsreihe um 11 Uhr zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Oberreifferscheid. Die Ausstellungen in der Grenzlandhalle sind zwischen dem 30. Oktober und dem 17. November jeweils samstags und sonntags ab 12 Uhr geöffnet. Auch nach Vereinbarung können die Ausstellungen besucht werden. Weitere Infos gibt es bei der gemeinde Hellenthal unter 0 24 82/8 51 15, per Mail unter tourismus@hellenthal.de und im Netz. www.hellenthal.de

Straßensanierung in Kall-Golbach - Maßnahme noch zurückgestellt

Kall. Geht es um Straßensanierungen und Anliegergebühren, dann sind die Bürger inzwischen sensibilisiert. Während es Bundesländer gibt wie etwa Hamburg, die die Anliegerbeiträge bereits 2016 abschafften, gibt es derzeit Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen (NRW), die das Thema auf den Prüfstand stellen, aber noch ohne Ergebnis.

 

Im Kaller Ortsteil Golbach sollen die Oberstraße und die Straße auf der Kegelbahn sowie ein Teil des Fuhrweges saniert werden. Stellenweise bröckelt vor allem die Oberstraße vor sich hin. Kein Wunder, wurde die Straße doch in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten mehrfach immer wieder geöffnet und geschlossen, etwa um Oberleitungen hineinzulegen, Gasleitungen in der Erde verschwinden zu lassen und auch die Post schnitt die Straße auf. Zudem lief der Baustellenverkehr zum Spelzberg nicht, wie ursprünglich geplant, ausschließlich über den eigens dafür angelegten und per Baum- und Grünentnahme stellenweise deutlich verbreiterten Fuhrweg, sondern in erster Linie eben über Oberstraße und ein Teilstück der Kegelbahn. Nun soll die Oberstraße auf 720 Meter saniert werden. Monika Linscheidt vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Schleiden-Broich ist mit den Plänen betraut. In sehr detaillierter Manier stellte sie die Pläne jetzt dem Liegenschaftsausschuss im Kaller Rathaus vor. Anwesend waren neben den Ausschussmitgliedern und Mitarbeitern der Verwaltung auch rund 25 Anlieger von Oberstraße und Kegelbahn.

 

Monika Linscheidt führte aus, dass 720 Meter der Oberstraße der dringenden Erneuerung bedürfen. Die Breite der Straße variiert von 3,50 bis 6,25 Meter, Wasserführung ist kaum vorhanden, stattdessen weist der Straßenbelag Risse, Senken und Ausbrüche auf. Engpässe wie etwa der Bereich am Kindergarten sollen entschärft werden, indem Parkplätze geschaffen werden könnten. Monika Linscheidt: "Wir beobachten die Straße nun schon seit anderthalb Jahren und sie wird zunehmend deutlich schlechter." Zwar existieren nun Pläne, wie die Straßen und der Anschluss etwa an die Landstraße (L) 105 nach der Sanierung aussehen könnten, doch gibt es immer auch Alternativen, wie Monika Linscheidt betonte. Nach aktueller Erkenntnis würde der Ausbau der Oberstraße etwa 780 000 Euro brutto kosten. Golbachs Ortsvorsteher Emmanuel Kunz (SPD) betonte, dass die Anlieger der Oberstraße nach derzeitigem Stand 30 Prozent dieser Kosten tragen müssten. Der nächste Schritt wird nun eine weitere Anliegerversammlung sein, damit die Betroffenen ihre Gedanken, Sorgen und Vorstellungen vortragen können. Emmanuel Kunz bat dann auch um eine Präsentation zu möglichen Bauabschnitten. Monika Linscheidt hatte jedoch zuvor schon bemerkt, dass es einen wirklichen Zeitplan noch gar nicht gebe. Ausschussvorsitzender Erhard Sohn (SPD) sagte: "Die Umsetzung der Maßnahme wird bis zur abschließende Entscheidung des Landtags zurück gestellt werden."

10 Jahre Betriebsjubiläum - ein Verein mit mehr als 2000 Mitgliedern

Schleiden-Vogelsang. "Darf man das? Kann ein Verein so etwas überhaupt? Geht das und macht das Sinn?" Als der Schwimm- und Sportverein Vogelsang 2006 gegründet wurde, standen diese Fragen im Raum. 2009 nahm der Verein das Schwimmbad in Vogelsang, das jahrelang nach dem Abzug der belgischen Soldaten brach lag, wieder in Betrieb. Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings erinnerte während des Betriebsjubiläums an die Fragen von damals und stellte fest: "Ja, es geht und macht Sinn. Ein Verein kann so etwas!"

 

Inzwischen halten 2000 Mitglieder des Schwimm- und Sportvereins Vogelsang, circa 40 Ehrenamtler, zwei Teilzeit- und drei 450-Euro-Kräfte und Uli Groebel als Betriebsleiter die Einrichtung, zu der auch eine Sporthalle und zwei Tennisplätze zählen, ausgezeichnet über Wasser. Öffentliche Schwimmeinheiten, Schulschwimmen, Familienschwimmen und Kurse, vieles ist möglich im Schwimmbad Vogelsang.

 

Zum Fest kamen neben Bürgermeister Ingo Pfennings auch Manfred Poth, allgemeiner Stellvertreter des Euskirchener Landrats, Vereinsvorsitzender Helmut Peters und Vereinsvorstandsmitglied Bert Linscheidt, ebenso wie Uli Groebel Gründungsmitglieder des Schwimm- und Sportvereins Vogelsang, sowie der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Schleiden, Klaus Ranglack. Auch Nationalparkseelsorger Georg Toporowsky begrüßte die zahlreichen Gäste.

Ingo Pfennings erinnerte in seiner Ansprache: "Vogelsang ist ein Teil unserer Region, sowie die NS-Zeit ein Teil von Deutschlands Geschichte ist. Da hilft kein Leugnen, kein Schönreden und kein Verdrängen, sondern einfach ein gesunder Umgang mit der Vergangenheit." Helmut Peters hat mal gesagt: "Das Schwimmbad zu betreiben, da ist nichts Anrüchiges dabei. Vogelsang ist ein Teil der Vergangeheit, die wir haben." Ingo Pfennings respektierte: "Eingebettet in die Erinnerungskultur von Vogelsang IP wird dieses historische Schwimmbad weiter genutzt."

Zum Programm zählten Spiel und Spaß in allen Einrichtungsteilen, zudem gab es köstliche Reibekuchen, Imbissspezialitäten und handgemachte Live-Musik von der Band Xound Art. Weitere Infos zur Einrichtung, zu einer Mitgliedschaft und zu den Nutzungsmöglichkeiten gibt es im Netz: www.schwimmbadvogelsang.de

Blei im Eifelboden - Bio-Monitoring fordert die BI

Mechernich. Blei im Boden - seit fast einem Jahr kocht das Thema in Mechernich hoch und die Stadt im Kreis Euskirchen kommt nicht zur Ruhe. Der Sommer 2018 war staubtrocken, was Anwohner des geplanten Baugebiets "Wachholder II" in Mechernich auf den Plan rief. Die aufgebrachten Bürger erwirkten einen Baustopp, mit Blei belastete Erde musste bewässert werden. Mechernich trägt den Beinamen "die Stadt am Bleiberg", was auf die Historie hindeutet. Jahrhunderte lang wurde in Mechernich und auch im benachbarten Kall intensiv nach Bleierz gegraben. Die belasteten Abraumreste und auch geogenes Material stecken im Boden, und bei trockenem Wetter eben auch in der Luft. Erlaubt sind etwa bei Spielplätzen 200 mg Blei pro Kilo im Erdreich und bei Wohnflächen 400 mg/kg, vorhanden sind stellenweise aber in Mechernich im Boden bis zu 5 000 mg und mehr. Da sich die Stadt am Rande der Eifel, aber auch schon im Einzugsbereich der Ballungsgebiete am Rhein befindet und ausgezeichnet angeschlossen ist dank Bahn und Autobahn, boomte das Baugeschäft in den vergangenen 15 Jahren. Während Bürger nun fordern, dass die Stadt den belasteten Boden austauschen soll, ging die Stadt jetzt her, und bot eine einmalige Blutuntersuchung für Personen an, die in Mechernich wohnen. Die Ergebnisse des "Blei-Screenings" sollen in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.

 

"Ein nicht repräsentatives, einmaliges Bleiscreening reicht nicht aus!" lautet die klare Ansage der Bürgerinitiative (BI) "Für ein lebenswertes Mechernich". In der BI sind Bürger, Ärzte und Journalisten. Auf der Internetseite „www.doku-blei.de“ wird die Sachlage geschildert. Die BI lehnt einmaliges Blutscreening ab, fordert stattdessen ein fortlaufendes "Bio-Monitoring". Dr. Jörg Schriever unterstützt die Forderung der BI aus medizinischer Sicht. Schriever ist pensionierter Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Mechernicher Kreiskrankenhauses, als junger Mann kam er mit seiner Familie in die Stadt. Er kaufte ein Baugrundstück und wunderte sich, dass der angesäte Rasen nach dem Auskeimen wieder gelb wurde. Zwar wusste er, dass es in Mechernich eine Bleihütte gegeben hatte, dachte damals aber zunächst: „Die Zeit der Erzförderung und Verhüttung ist vorbei. Blei im Boden schadet nicht.“ Erst, als der Gärtner sagte: „Das gelbe Gras kommt vom Blei“, eine Schicht auswärtigen Mutterboden auftrug und so nebenbei meinte „und auf ein Gemüsebeet sollten Sie verzichten, sie haben ja sogar Blei-Knotten im Garten“, da wurde Dr. Jörg Schriever die stete Gefahr durch Bodenblei bewusst. Schriever: „Wenn man die Gefahr erkennt und ernst nimmt, lernt man, wie man sich davor schützt, aber es gibt beim Blei viele Fallen.“

 

Genau hier setzt das Problem an, das seit Monaten viele Mechernicher beschäftigt. Boris Uenzen ist wie Schriever ebenfalls ein Zugezogener. Er erhebt starke Vorwürfe, fühlt er sich doch von der Stadt Mechernich hintergangen. Uenzen: „In unserem Kaufvertrag ist das Wort „Blei“ nicht erwähnt. Ich erhielt zwar einen Bebauungsplan gemeinsam mit dem Werbeexposé der Erschließerfirma F&S Concept aus Euskirchen, wonach eine "Bleibelastung zu erwarten sein könnte'', doch musste ich gutgläubig davon ausgehen, dass diese im Normbereich sei und die Behörden ihre gesetzlichen Pflichten zuvor erledigt haben. Dass man im B-Plan schrieb "könnte", obwohl man es sicher wusste, indiziert Täuschungsabsicht. Hätte ich gewusst, dass der Landrat den Bürgermeister zuvor gewarnt, dabei auf den Belastunsgwert bis zu 5000mg hingewiesen hätte und die Stadt diesen Hinweis unterschlug, hätte ich sicher nicht gekauft." Man durfte nicht damit rechnen, von einer Behörde betrogen zu werden, sagt Uenzen heute. Uenzen: "Schließlich sei die Stadt auch gesetzlich verpflichtet, Gefahren vor dem Verkauf zu beseitigen und bekannte Zahlen im Vertrag transparent darzulegen. Sich auf einen Bebauungsplan zu berufen, welcher laut Gesetz und höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht hätte erstellt werden dürfen, ist ein starkes Stück." Die Stadt Mechernich behauptet dagegen auf Anfrage, die Käufer seien auf die Bodenbelastung hingewiesen worden. Ralf Claßen schreibt in Vertretung für Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: "Im Rahmen der Bauleitplanung sind alle Träger öffentlicher Belange angehört und um Stellungnahme gebeten worden. Dementsprechend sind auch die mit der Bleibelastung des Bodens zu befassenden Fachbehörden, vor allem die Untere Bodenschutzbehörde und das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen, beteiligt worden. Außerdem sind alle potentiellen Baulandflächen im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan der Stadt Mechernich aus dem Jahre 2008 ausgewiesen. Bei diesem Aufstellungsverfahren war die Bezirksregierung Köln Genehmigungsbehörde und folglich sind auch alle dort ansässigen übergeordneten Fachbehörden beteiligt worden. Es ist ausgeschlossen, dass ein Grundstückserwerber nicht informiert worden ist." Diese Ausführungen verwundern, derweil das schwer belastete Wohngebiet Vierwege 2008 nahezu vollständig veräußert war. Warum die Stadt den besonderen Warnhinweis des Landrats im Bebauungsplan unterschlug und ihrer gesetzlichen Prüfpflicht vor der Planung nicht nachkam, teilte die Behörde nicht mit.

 

In den vergangenen 15 Jahren wurden viele neue Baugrundstücke in Mechernich ausgewiesen, wie viele, darauf kann die Stadt keine Antwort geben, weil laut Stadt viele private Erschließungsträger mit im Boot saßen und sitzen. Die Einwohnerzahl stieg entgegen der demografischen Bewegung im Land um von 28 083 auf 28 448, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Neubürger wanderten zu, wähnten sich in unberührter Natur. Ein Ruck ging durch die Reihen, als eben im August 2018 ein Baustopp im Mechernicher Norden, im Baugebiet "Wacholder II", wegen 1600mg Blei/kg Erde erwirkt wurde. Boris Uenzen etwa wurde dadurch erst klar, um welche Gefahren es sich im Boden und in der Luft in Mechernich handelt. Er fragte bei der Kreisbehörde in Euskirchen nach, wie hoch denn die Belastung in den Neubaugebieten "Vierwege" und "Feyermühle" sei. Uenzen: „Ein Mitarbeiter der Unteren Bodenschutzbehörde erklärte, dass die Bleibelastung in unserem Wohngebiet bei 2000 bis 5000mg liege.“ Uenzen fordert: „Ich erwarte, dass die Stadt die Gefahr umgehend beseitigt und die verbliebenen Bauflächen entweder austauscht oder zeitnah bebauen lässt, damit wäre automatisch ein Erdaustausch verbunden.

Am 21. Februar 2019 benannte der Landrat des Kreises Euskirchen die aktuellen Bodenwerte für das Baugebiet und korrigierte den dortigen Belastungswert auf "nur bis 2800mg Blei/kg Erde" (siehe Anlage). Dies entspricht dem 14-fachen des versäumten Prüfwertes. Egal wie die Ergebnisse des Screenings ausfallen und wieviel Resorptionswert die Behörden davon abziehen wollen- bei 2800mg ist und bleibt es zu gefährlich, um untätig zu bleiben. Es ist angesichts der Tatsache, dass im Umkreis von 200 Metern in dem Wohngebiet 5 Menschen schwer erkrankten und 3 davon mittleren Alters an Krebs verstarben, vergeudete Zeit. Hier ist Gefahr im Verzug. Dass bei diesen Blutscreenings die 8 Straßen aus den Wohngebieten Vierwege und Feyermühle (Auf dem Rücken, Am Knipp, Pochwerkstraße, Steigerstraße, Knottenstraße, An der Haspel, Hauerstraße, Forellenweg) nicht über das städtische Amtsblatt ( https://www.ortszeitungen.de/RM_eNewsPap…/…/Mech_22_2019.pdf ) siehe Seite 2, und- wie angekündigt- "persönlich von Ortsvorstehern" eingeladen wurden, vermittelt eine Manipulation der Ergebnisse. Der Gesetzgeber macht die Gefährlichkeit nicht von einer Anzahl tatsächlicher Erkrankungen bzw. deren Schweregraden abhängig. Anmerkung: die im Bürgerbrief benannte Straße "Vierwege" ist nicht mit dem Wohngebiet Vierwege identisch.

 

Zudem scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Bereits 1982 erlebte Dr. Jörg Schriever in Mechernich eine ganz ähnliche Protestwelle. Auch damals wurde eine Untersuchung der Bleibelastung der Bürger angeboten, an der weniger als 400 Kinder teilnahmen. Überraschenderweise fanden sich bei 16 Kinder deutlich erhöhte Blutbleiwerte im Gefahrenbereich. Zwar wurden vom Bund ein Teil der bleihaltigen Sandhalden als Verursacher wirksam abgedeckt, um Verwehungen einzuschränken, aber die empfohlenen Kontrollen bei besonders gefährdeten Personen damals wurden bald wieder eingestellt, das Ganze verlief buchstäblich im Sande. Auch die jetzige Studie, „Blei-Screening" genannt, ist nur bei mindestens 150 bis 200 Personen geplant aus unterschiedlich stark belasteten Gebieten. Schriever: „Das kann immer nur eine Momentaufnahme zufällig erfasster Personen sein und ist nicht repräsentativ. Vorbeugend sucht man nicht nach Kranken, sondern man sollte die Bürger primär vor Gesundheitsschäden schützen.“

 

Die BI fordert daher ein fortlaufendes „Bio-Monitoring“. Schriever: "Geogenes und von Menschenhand produziertes Blei beziehungsweise die Abfälle der Verhüttung, die sich im Boden finden, schaden dem Menschen unangetastet. Jedes Blei im Körper ist dagegen schädlich." Es gelte, die Wege zu finden, wie es dorthin komme, um diese dauerhaft zu blockieren. Die BI fordert eine gemeinsame Stabsstelle der beiden betroffenen Kommunen Mechernich und Kall und des Kreises unter Aufsicht und wissenschaftlicher Begleitung des zuständigen Umweltministeriums, die alle möglichen und gesetzlichen Maßnahmen zur Abwehr gesundheitlicher Schäden durch Blei einleitet, koordiniert und ihre Wirksamkeit überprüft. Eine Crux sei, so Schriever, dass Blei in geringer Konzentration noch untypische Allgemeinbeschwerden mache wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, Gelenkschmerzen wie bei Gicht, Völlegefühl und Bauchschmerzen, so dass man sich unwohl, aber nicht wirklich krank fühlt. Es bestehen aber schon Beeinträchtigungen der Blutbildung, Leber-, Nieren- und Kreislauffunktion. Schriever: „Blei beeinträchtigt die Hirnleistung, schadet der frühkindlichen Entwicklung im Mutterleib und wurde bereits 2006 als ,Krebserregend‘ eingestuft.“ Die wichtigste einfache Untersuchung, um die Bleibelastung einer Region fortlaufend zu kontrollieren, um positive wie negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, sei die jährliche Bleibestimmung im ausgefallenen Milchzahn von Vorschul- und Grundschulkindern. Blei werde im Knochen und besonders dem Dentin im Zahn dauerhaft über Jahrzehnte gespeichert, so dass man die Gesamtbelastung Blei seit Geburt bestimmen kann. Die BI fordert darüber hinaus, dass die Bodenbleiwerte für alle Baugrundstücke, Sport- und Spielanlagen, Kindergärten und Schulen sowie Nutzflächen im Mechernich-Kaller-Bleigebiet aktuell kartografisch dokumentiert werden. Eine Informationsschrift mit dem Verbreitungsgebiet, die vorbeugendes Verhalten und schützende Maßnahmen aufgezeigt, sollten für alle Einwohner, speziell für Neubürger und Touristen, öffentlich an vielen Stellen bereitliegen.

Aus digital wurde analog - und eine tolle Gruppe

Heimbach/Rursee. Mit dieser Entwicklung hatte zunächst niemand gerechnet, nun ist die Freude um so größer: Aus einem einzigen Foto-Post bei facebook wurde ein ganzer Kalender in Printform, der nun unter dem Titel "Heimbacher Bilder" für einen guten Zweck verkauft wird. Rursee- und Heimbachfreund Theo Hüffel war es, der vor einiger Zeit einen Sonnenuntergang mit der Kamera einfing und das Bild auf seiner facebook-Seite postete. Die Heimbacher Unternehmerin und facebook-Seiten-Administratorin Michaela Hurtz sah das wunderschöne Bild und teilte es bei "Heimbach goes facebook", eine facebook-Gruppe. Die Idee zu einem Print-Kalender erwachte. Einem Aufruf, unter das Bild von Theo Hüffel weitere schöne Bilder von Heimbach und dem Rursee zu posten, folgten die Gruppenmitglieder mit sage und schreibe 73 weiteren Bilder. Eine Projektgruppe, bestehend aus Ingrid Bachem, Michaela Hurtz, Dominik Lehnen und Theo Hüffel nahm die Sache in die Hand. Dominik Lehnen stellte eine Webseite zur Verfügung, auf der alle 73 Bilder für jeden Monat zu sehen waren. In einem absolut demokratischen Verfahren konnten die Seitenbesucher über die Bilder urteilen. Dominik Lehnen zählte 500 Aufrufe auf seinem Computer-Schirm. Im Kalender sind nun Fotos von Heimbacher Wahrzeichen wie Burg Hengebach, Mariawald und dem Rathaus zu finden. Aber auch die Milchstraße über dem Rurseeschiff Stella Maris, das Heimbacher Schwimmbad im Licht und Schattenspiel sowie Schwammenauel aus der Luft fesseln den Blick und erfreuen den Betrachter. Zudem machen die Bilder neugierig durch ihre Authentizität auf die kleinste Stadt in NRW - Heimbach, an einem der größten Stauseen des Landes - dem Rursee. Als Fotografen drückten ab: Gerda Pfeiffer, Ursula Heiliger, Theo Hüffel, Werner Bongard und Dominik Lehnen. Zehn Euro kostet der Kalender pro Stück, das Geld kommt der Jugendarbeit der Heimbacher Feuerwehr und der Jugendarbeit der Heimbacher DLRG zugute. Die Erstauflage liegt bei 250 Stück, 100 Kalender sind bereits vorbestellt. Verkauft wird der Kalender bei Obst und Blumen "Creaflor in der Hengebachstraße 113 in Heimbach und über die facebook-Gruppe "Heimbach goes facebook. Hier einfach eine Nachricht an die Administratorin senden.

Zehn Jahre Internationale Kunstakademie Heimbach

Heimbach. Als gewisse „Macher“ - darunter Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (Fotocollage/Foto oben, Mitte) - 2007 die Idee hatten, in Heimbach, der kleinsten Stadt in NRW, eine Kunstakademie zu installieren, brach die Region nicht gerade in Begeisterung aus. Am Arm der Welt mit Kultur hantieren, ob das gut ginge? Spelthahn berichtete während des zehnjährigen Geburtstages der Akademie am 18. August 2019 rückblickend mit einem Augenzwinkern: „Damals trafen wir Professor Zehnder (Fotocollage/Foto oben, links) und tief in der Nacht, so nach der zweiten Flasche Mineralwasser, waren wir plötzlich alle Feuer und Flamme.“

Im August 2009 wurde die Internationale Kunstakademie auf Burg Hengebach Realität. Prof. Dr. Frank Günter Zehnder leitet die Institution seither mit konstantem Erfolg. Gab es im ersten Jahr 30 Kursangebote für jeden Interessenten, sind es inzwischen weit über Hundert. Renommierte Dozenten kommen aus dem In- und Ausland.

Zum zehnjährigen Bestehen wurde auch Künstler und Dozent Otmar Alt (Fotocollage/Foto oben, rechts) begrüßt. Auch er gehört zur ersten Stunde der Internationalen Kunstakademie in Heimbach. Ihm zu Ehren gibt es nun einen Otmar Alt-Raum im kleinen Kunsthaus auf der Burg. Dort sind Werke des Ausnahmekünstlers zu finden, unter anderem Teile des nicht mehr fahrenden Otmar Alt-Zuges der Rurtalbahn. Zudem wurde eine Bibliothek neu eröffnet, die Kunstbücher und Dokumente beinhaltet. Erreichbar ist die Bibliothek mit Turmzimmer durch einen Wehrgang. Mitmachaktionen, Präsentationen und ein „Diner en couleur“ am Abend rundeten den Tag ab. Weitere Infos zur Akademie gibt es im Netz:
www.kunstakademie-heimbach.de

Akademiefest in Heimbach - zehn Jahre Internationale Kunstakademie

Heimbach. Das war schon eine ganz heiße Kiste, als die Internationale Kunstakademie in Heimbach vor zehn Jahren - im August 2009 - fertiggestellt und eröffnet wurde. Der Heimbacher Architekt Peter Holdenried und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, aus einem zuletzt völlig ungenutzten Wahrzeichen des Rurstädtchens - dessen Grundstein aus dem 11. Jahrhundert stammt - wieder eine freundliche Anlaufstelle zu machen. Peter Holdenried schildert in der Projektbeschreibung auf seiner Internetseite: "Die dunklen Räume der Burg wurden durch neue Oberflächen zu hellen, freundlichen Räumen für die Akademienutzung hergerichtet." Um die Barrierefreiheit der hoch auf Fels gelegenen Gemäuers herzustellen, wurden Aufzüge angebaut. Ein Kraftakt. Ein großer Glücksfall, dass bereits damals der Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Frank Günter Zehnder das Geschehen mit seinem Fachwissen und seiner ruhigen Art begleitete. Wie ein Fels in der Brandung stand er mitten in der Baustelle und konnte bereits das Ergebnis vor seinem geistigen Auge sehen: Eine Kunsthochburg für alle Interessenten mitten in der Eifel. Bestes Rüstzeug brachte Zehnder - der eigentlich in den Ruhestand überwechseln sollte - mit: Er studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte und promovierte; 1996 bis 2004 war er Direktor des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Tja, und statt Rente stand für ihn dann Heimbach auf dem Lebenszettel. Er führte die Akademie mit Besonnenheit und Können durch die ersten schwierigen Jahre und leitet die Geschicke nach wie vor. Skandale gab es keine, nur immer wieder Ausstellungen, die die Welt wachrüttelten und die Blicke nach Heimbach lenkten, so etwa, als der Weltstar der Wimmelbilder, Charles Fazzino, die Kunsthochburg betrat und mit seiner Anwesenheit beehrte. Weitere Stars der Kunstzene gaben sich die Klinke in die Hand, wie etwa der Zeichner "Janosch" und Comic-Papst Andreas C. Knigge. Namhafte Dozenten unterrichten das ganze Jahr über an der Internationalen Kunstakademie in Heimbach, so etwa Otmar Alt, Bernhardine Schippers, Prof. Gerlinde Gschwendtner, Claudia Kallscheuer, Ren Rong, Herb Schiffer, Maf Räderscheidt, Prof. Walter Dohmen und viele mehr.

Das Jubiläumsakademiefest wird am Sonntag, 18. August, ab 11.30 Uhr gefeiert. Während des Festes finden Mitmachangebote für alle Generationen statt. Der Förderverein unterstützt die Aktion. Neben der Eröffnung der Sonderpräsentation von Werken der Dozentinnen und Dozenten wird die neu gestaltete Bibliothek zu sehen sein.
Mehr zum ganztägigen Programm gibt es im Internet: https://www.kunstakademie-heimbach.de/aktuelles.html

Fotos/Archiv: www.gkli.de

Heimbacher Stühlchen, An- und Verkauf

Heimbach. Endlich! Sie werden wieder sichtbar, die „Heimbacher Stühlchen“. Michaela Hurtz, Geschäftsinhaberin von „Creaflor“ in der Hengebachstraße 113, fasste sich jetzt ein Herz. In der Regel handelt die gelernte Floristin mit Obst, Gemüse, Blumen und ausgefallenen Dekoartikeln. Auch gestaltet sie die Dekoration für größere Festlichkeiten. Doch nun widmet sich die temperamentvolle Unternehmerin einem Kultobjekt: dem Heimbacher Stühlchen. Während der Veranstaltung „Heimatwerkstatt“ bei der Heimbacher Künstlerin Luise Kött-Gärtner vor einigen Wochen, bei der es um die Darstellung der berühmten Heimbacher Stühlchen in künstlerischer Miniaturform ging, kam Manuela Hurtz die Idee, echte Heimbacher Stühlchen anzukaufen und wieder zu verkaufen. Michaela Hurtz: „Leider liegt die Stühlchenproduktion seit Jahren schon brach. Und oft werden Wohnungen, Häuser und Geschäfte in der Region aufgelöst, auch da verschwinden die Stühlchen, landen schlimmstenfalls auf dem Müll.“ Seit dem 17. Jahrhundert fertigen Heimbacher dieses zierliche Möbel, das es sowohl in Kinder- als auch in Erwachsenengröße gibt, meist aus Buchenholz. Es gibt Heimbacher Stühlchen in zwei Varianten: mit drei oder mit vier Beinen. Eine zeitlang existierte dort, wo heute der Bauhof in Heimbach zu finden ist, sogar eine Stühlchenfabrik. Das praktische Markenzeichen wurde bis nach Maastricht verkauft. Aber in den vergangenen Jahren schlief die aufwändige Produktion komplett ein. Keiner drechselt momentan mehr die Stäbe, keiner fügt mehr die Stühlchen zusammen - und zwar wie immer ohne eine einzige Schraube! Wer ein Heimbacher Stühlchen abgeben oder erwerben möchte, der kann sich nun an Michaela Hurtz wenden.

Die Öffnungszeiten von Creaflor in der Hengebachstraße 113 in Heimbach sind dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Erreichbar ist Michaela Hurtz auch über ihre facebook-Seiten: Michaela Hurtz oder Creaflor. ☀️

75 Jahre Ardennenoffensive - Hellenthal

Ramscheiderhöhe/Hollerath. "Diese ganze Geschichte ist auf uns zu gekommen", sagt Gerdine Snijder. Seit elf Jahren betreibt sie mit ihrem Mann Ronald Snijder an der Ramscheiderhöhe den Heidehof mit Ferienwohnungen für Gäste von nah und fern. Sie kamen aus den Niederlanden, um in der Eifel Fuß zu fassen, was ihnen ausgezeichnet gelang. 2014 kam das Ehepaar mit Gästen in Kontakt, die sich mit dem Thema "70 Jahre Gedenken Ardennenoffensive" beschäftigten. Die Besucher standen dem amerikanischen Projekt "Missing in Action" (MIA) nah. Dieses Projekt hat zum Ziel, jeden gefallenen Amerikaner nach Hause zu holen. "Bring them home", lautet die Intention. Gerdine Snijder: "Und hier in der Gegend gibt es noch 33 000 vermisste amerikanische und deutsche Soldaten, eine unglaubliche Zahl." 2014 schlossen sich fünf Hollerather Gastronomiebetriebe zusammen, darunter auch der Heidehof, um die Aktion "Historisch Hollerath" auf die Beine zu stellen. Ausstellungen und der "Wanderweg Westwall", der demnächst in die Wanderkarte des Eifelvereins aufgenommen werden soll, waren die Resultate zum 70-jährigen Gedenken der Ardennenoffensive in Hollerath. Auch bemerkt das Ehepaar Snijder ein großes Interesse von Personen, deren Vorfahren im Zweiten Weltkrieg in der Eifel gefallen sind. Gerdine Snijder: "Es ist eine Art von Tourismus, die Familien folgen der Historie. Die Menschen folgen ihren Ahnen und möchten wissen, was mit ihnen passiert ist."

 

Das Thema Zweiter Weltkrieg, die Gründe und die Folgen - es ist elend. Immer noch und immer wieder. Nie wieder Krieg, nie wieder rechtes Gedankengut ist die Essenz im Hause Snijder. Die Menschen setzen sich allerdings nicht gerne damit auseinander, es sei denn, sie müssen. Gerdine Snijder und ihr Mann sind inzwischen in der Materie drin, werden jeden Tag mit dem Thema konfrontiert. Schützengräben im eigenen Garten, die Westwallhöcker vor der Tür. Gerdine Snijder: "Doch in den Niederlanden switchten wir 1995 um." Nun wird am 4. Mai jeder Schlacht in der ganzen Welt gedacht und am 5. Mai die Freiheit allgemein gefeiert." Bis 1995 wurde am 5. Mai die Befreiung, das Ende des Zweiten Weltkriegs, gefeiert. Gerdine Snijder: "Doch die Deutschen haben genauso gelitten unter ihrem falschen Führer wie die anderen Menschen ebenfalls. Daher müssen wir als ganz Europa die Freiheit feiern."

 

Von MIA kam nun die Frage, ob zum 75. Gedenken Ardennenoffensive in Hollerath wieder etwas gemacht wird. Gerdine Snijder zögerte nicht. Diesmal gesellten sich die Gemeinde, Touristiker und Institutionen wie die Galerie Eifel Kunst und das Bündnis gegen Rechts hinzu. Auch ergab es sich, dass die Gemeinden Büllingen (Belgien) und Eijsden-Margraten (Niederlande) gemeinsam mit der Gemeinde Hellenthal ein Programm entwickelten. Zudem kam der Kontakt zum verein "Liberation Route Europe" zustande. Das Hellenthaler Grenzgebiet ist auf dieser Route, die sich eben durch ganz Europa zieht, immer noch ein schwarzer Fleck. Das könnte sich mit der Einrichtung von Hörstellen, die das Geschehene vor allem 1944/45 wiedergeben, eventuell bald ändern. Zum Programm wird am 12. September 2019 eine Fahrt der sechsten Klasse der Hauptschule Hellenthal in Begleitung von Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg nach Mesch (Gemeinde Eijsden-Margraten) geben. Dort wird es "Freiheitsspiele" geben. Auch der Bürgermeister von Maastricht sowie der Gouverneur von Limburg haben dazu ihr Kommen angesagt.

 

Am 14. September 2019 wird es auf dem "Freiheitsmarkt" in Mesch einen Infostand Hellenthal und Liberation Route Deutschland geben.

 

Am 30. Oktober wird die Ausstellung "75 Jahre Ardennenoffensive, Frieden, wir arbeiten daran" um 11 Uhr in der Grenzlandhalle in Hellenthal eröffnet. Unter anderem eine Wanderausstellung der Liberation Route Europe wird gezeigt, zudem werden künstlerische Arbeiten, die sich mit dem Thema Zweiter Weltkrieg beschäftigen, zu sehen sein. Schüler aus Belgien, den Niederlande und Deutschland sind eingeladen.

 

Am 2. November gibt es einen Vortrag um 19 Uhr über das amerikanische Projekt "Missing In Action", am 3. November hält um 15 Uhr Paul Schmitz einen Vortrag; am 9. November trägt Frank Güth ab 19.30 Uhr zur Luftkriegsgeschichte vor. Am 10. November wird der Film "Grenzland in Flammen" ab 15 Uhr gezeigt und am 16. November präsentiert Wingolf Scherer, Veteran der Ardennenoffensive, um 19 Uhr in der Hauptschule Hellenthal ein neues Buch. Scherer schrieb ein Vorwort zu einem Buch, das Schüler der Hauptschule Hellenthal schrieben. Am Volkstrauertag, dem 17. November, wird in Reifferscheid der Gefallenen gedacht. Weitere Infos zum ganzen Programm der internationalen Veranstaltung gibt es im Netz unter https://www.hellenthal.de/…/ver…/75-jahre-ardennenoffensive/ .

Eifelsteine am Aachener Dom

Stolberg/Aachen/Eifel. Es gibt so Tage, da passiert es einfach. An einem Freitagabend saß Astrid Röntgen-Blees in Stolberg zu Hause in ihrer Bastelecke. Nebenher ließ sie den Fernseher laufen, was selten passiert, wie sie berichtet. Doch an diesem Abend schaute sie eine Sendung im NDR über eine Ehepaar aus Hamburg und die "Elbstones". Das Ehepaar sammelt auf seinen Spaziergängen manchmal einige Steine, bemalt sie, um sie dann dorthin zurück zu legen, wo es sie gefunden hat. Auf der Rückseite der Steine steht "Elbstones". Mit ihrem Hund geht Astrid Röntgen-Blees auch gerne durch die Natur und sie dachte, während sie die Sendung über das Ehepaar aus Hamburg sah: "Na, das ist ja auch mal genau das Richtige für mich."

Nun überschlugen sich die Ereignisse. ----- Das war vor circa vier Monaten. Seither bemalt die Stolbergerin ebenfalls Steine, die sie beispielsweise bei ihrer "Hunderunde" am Wegesrand findet, um sie später dort wieder auszulegen. Bei facebook gründete sie die Gruppe "Eifelsteine", in der Fundstellen dokumentiert und der Weg mancher Steine verfolgt werden kann. Mehr als 300 Mitglieder hat die relativ neue Gruppe bereits. Der Weg der Steine ist nicht selten steinig. Ein Freund der Steinemalerin nahm handliche Exemplare, bemalt mit einem Eifel "e", mit in die Schweiz, nach Spanien und Tunesien. Einer dieser Steine ist derzeit auf dem Jakobs-Pilgerweg unterwegs, Rückmeldungen davon gibt es noch keine. ----- Astrid Röntgen-Blees: "Eine Zeit lang überlegte ich, wie ich die Interessengruppe hier in der Region nennen könnte, irgendwann kam ich auf ,Eifelsteine'." Während einer Wanderung an der Urftstaumauer an Pfingstmontag wurden auch dort bemalte Steine deponiert.

Die Botschaft dieser Aktion: "Finde mich, freue Dich, poste mich gerne bei facebook, wenn Du magst, und lege mich wieder neu aus." Astrid Röntgen-Blees bemalt allerdings auch Steine, die sich nicht mehr der Natur entnimmt, sondern inzwischen dem Baumarkt. Diese Steine sind größer und werden auf Kindergräbern gelegt, um die sich niemand mehr kümmert. Am Mittwoch, 27. Juli 2019, ist der Aktionstag "paint a rock hide a rock day". An diesem Tag möchte die Steinemalerin rund um den Aachener Dom circa zehn Eifelsteine niederlegen. Die Steine könnten auf Bänken, auf Mauern, Stromkästen, Zaunpfählen und Treppenstufen oder auch an einem Baum oder in einem Astloch landen. Auch auf dem Katschhof könnte es etwas steiniger und bunter werden...... Wer einen derartigen Stein findet, der nehme ihn, erfreue sich an ihm und lege ihn wieder neu aus.
Fotos: Astrid Röntgen-Blees
Text: www.gkli.de

Immer wieder Ärger: Kall Bahnhof

Kall. Schilderung eines Lesers dieser Seite, der sich betroffen in einem offenen Brief äußert:

"Am Montag habe ich zum ersten Mal den neuen ,Busbahnhof' in Kall erlebt:

Der überfüllte Zug aus Köln (Ankunft 10:16 Uhr) - mal wieder (wie immer) - mehr als zehn Minuten verspätet und somit nur wenig Umsteigezeit.

Hinweise am Bahnsteig zum Bus: Fehlanzeige. Hier half eine Einheimische. Gehzeit zum Bus mehr als doppelt so lang wie früher. Der Bus nach Hellenthal war natürlich weg (,Isch hann keen Anschluss' - O-Ton eines Busfahrers), auf den Nationalparkbus habe ich angesichts der Massen, die mit Koffern und Rucksäcken unterwegs waren, verzichtet und bin stattdessen nach Bad Münstereifel gewandert.

1. Wer denkt sich eigentlich so was aus? Wie sollen Ältere / Gehbehinderte etwa den Bus nach Hellenthal erreichen resp. - bei der üblichen Bahnverspätung - den Bus in den Eifelnationalpark? Und: Wer einmal dort für eine Stunde strandet, der kommt nie wieder. Der alte Busbahnhof hatte das Besucherzentrum, Rewe und Kamps. Der Neue befindet sich in einer trostlosen Brache hinter dem Bahnhof inmitten von geparkten Auspuffrohren.

2. Wieso baut man eigentlich mit unendlich vielen Steuergeldern ein Besucherzentrum? Das war doch eigentlich für Besucher die per Zug anreisen. ,Früher' habe ich beim Umsteigen mir dort Wanderkarten und Prospekte besorgt. Und jetzt läuft das Umsteigen daran vorbei. Sorry: Warum macht man das und warum stellt man dafür (freundliche und hilfsbereite) Angestellte ab, wenn man das Besucherzentrum von seinen Kunden abwürgt? Das ist fast ein Fall für den Bund der Steuerzahler und den Bundesrechnungshof.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass an dieser ,intelligenten' Planung jemand vom Nationalpark beteiligt war. Das ist nämlich eine Kampfansage an den Nationalpark: So vertreibt man die Vielen, die gerade aus der großen Stadt per Bahn anreisen. Hab auch keine Lust mehr auf morgentliche Zitterpartien.

Dass die Masse der Jugend mittlerweile kein Auto mehr und nur noch öffentlich unterwegs ist: Etwas, was sich auf dem Dorf noch nicht herumgesprochen hat. Peinlich.

Freundliche Grüße"

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In Kall vor dem Bahnhof soll Großes passieren, es muss in Richtung Weltstadt gehen.....

 

Kommentar dazu: Eine große, stets verschlossene Privattiefgarage steht bereits vor dem Bahnhof, doch es soll noch mehr geschehen. Aus diesem Grund wurde zu Jahresbeginn in aller Stille der Busbahnhof an die Trierer Straße, also hinter den Bahnhof, verlegt. Ältere Bürger beschwerten sich, Mütter legten ihr Veto ein ebenso wie Taxifahrer und Mitarbeiter des Bahnhofs. Die Reaktion des Bürgermeisters war der öffentlich getätigte, zweifellos asoziale Satz: "Wer schön sein will, muss leiden."

Es sollen Häuser vor dem Bahnhof gebaut werden, obwohl vor vielen Monaten ein Investor abgesprungen ist und der Denkmalschutz nur eine gewisse Bauhöhe erlaubt. Neues erfuhren die Bürger bisher höchstens hinter vorgehaltener Hand. Macht auch keinen Spaß, die wichtigen Dinge des Gemeindelebens immer aus der Verwaltung herausquetschen zu müssen, während die eher belanglosen und linientreuen Berichte breit getreten im so genannten "Amtsblättchen" stehen. Wer sich auskennt, ein Amtsblatt hat derart gar nicht auszusehen.

Aber was soll's. Stammesfürsten regieren die Eifel, gesteuert von Wirtschaftsunternehmen und -prinzen und solchen, die es werden möchten, vorzugsweise über die CDU. Wird es wirklich irgendwann weitergehen vor dem Bahnhof? Wird Kall eine Perle der Eifel? Lohnt sich die Warterei auf den Schönheitschirurgen der Straße? Wer schön sein will, muss leiden. Schade nur, dass es wieder die Schwachen und die Ortsfremden sind, die dafür leiden müssen.

Statt Jubiläumsfest die Kündigung - Verein sucht neue Bleibe

Sötenich. Sven Goebel ist enttäuscht und sauer zugleich. Damit hatte er nicht gerechnet: Vor zehn Jahren, genau am 6. April 2009, eröffnete der junge Mann in Sötenich im alten Kindergarten an der Schulstraße 9 den "Verein für Kampfkünste Sötenich", seither gehören regelmäßige Kurse in der Woche für Groß und Klein zum gerne angenommenen Vereinsangebot. Sven Goebel: "Und statt nun wie geplant im Sommer das zehnjährige Bestehen zu feiern mit extra eingeladenem Trainer und einem großen Fest, packen wir jetzt die Kisten. Ich bin über die Gemeinde, den Bürgermeister und das Vorgehen entsetzt." So richtig kann er es immer noch nicht glauben, aber in Windeseile muss er das von der Gemeinde Kall angemietete Gebäude nun verlassen. Er beschreibt den Hergang: "Unangemeldet stand der Bürgermeister von Kall, Hermann-Josef Esser, mit drei weiteren Personen am 31. Januar 2019 hier im Rahmen, schaute sich um und meinte nur zu mir: ,Machen Sie sich keine Sorgen, es steht noch Nichts fest, wir kümmern uns drum." ----- Nur einen Tag später (!!!) hatte Sven Goebel die Kündigung, die auch noch einen Formfehler enthielt, auf dem Tisch liegen. Er musste mit seinen 140 Vereinskollegen, darunter rund 100 Mitglieder unter 18 Jahre, seinem ganzen Equipment und seinen Kursen in nur wenigen Wochen den ehemaligen Kindergarten "fristgerecht und dankend für das angenehme Mietverhältnis", so formulierte es der Bürgermeister plötzlich, verlassen. Über die Art und Weise des ersten Mannes von Kall ist Sven Goebel nur enttäuscht, wurden auch Versprechungen seitens der Gemeinde bisher in keiner Weise eingehalten. Lapidar wurde ihm eine Möglichkeit angeboten, jedoch für den dreifachen Mietpreis wie bisher, diese Kosten kann Sven Goebel nicht stemmen. ----- Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass nun aufgrund der aussichtslosen Perspektive immer mehr Vereinsmitglieder abspringen. Sven Goebel: "30 Abmeldungen liegen mir nun schon vor." Um den Verein nicht auseinanderfallen zu lassen, sondern an anderer Stelle in Kall und Umgebung wieder auf neue Füße zu stellen, sucht der Sportler nun eine neue, geeignete Location. Das Vorgehen der Gemeindeverwaltung kann Sven Goebel auch nicht nachvollziehen. Die Ertüchtigungsarbeiten des Gebäudes werden mehr als ein Jahr nach derzeitigem Kenntnisstand in Anspruch nehmen, nur drei Jahre lang soll der Kindergarten wieder in die Verwendung gehen. Fragt sich Sven Goebel, warum die Gemeinde für diese Übergangsfrist nicht nach einer anderen Lösung Ausschau gehalten hat. Sven Goebel: "Die sportliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von einem Jahrzehnt wird hier gerade auf respektlose Weise platt gemacht." Die Gemeinde Kall wird in den nächsten mit Fragen konfrontiert, ob Antworten gegeben werden und diese verwertbar sind oder wieder juristische Unterstützung notwendig sein wird wie bei der Geschichte, bei der es um die Bodenbelastung in

Kall III ging, darüber wird auf dieser Seite zu einem späteren Zeitpunkt berichtet. Wer eine Idee hat, die für Sven Goebel und seine Vereinskollegen hilfreich sein könnte, kann sich melden unter 0 15 1/40 17 02 47. Weitere Infos gibt es auch im Netz:
www.Kampfkunst-Kall.de

Sofie’s Modewelt - Modestädtchen Gemünd

Gemünd. Die kleine Stadt Gemünd am Zusammenfluss von Urft und Olef punktet zunehmend mit individuellen Modegeschäften. Egal, ob elegante Mode direkt aus Italien, Naturmode, Designermode, Abend- und Brautmode, Trendmode sowie Sportmode, Lederwaren und der Second-Hand-Bereich, alles wird in Gemünd abgedeckt. Hinzu gesellen sich zwei Schuhfachgeschäfte, ein Schuster, diverse Friseur- und Beautysalons, ein Uhren- und Schmuckgeschäft, Optiker, Schneiderin, Kunstgalerien, Kulturkirche, Buchhandlung und natürlich diverse Restaurants und Cafés.

 

Sofie’s Modewelt. Zu den größten Einzelhändlern am Ort zählt „Sofie’s Modewelt“ an der Aachener Straße 17, 53937 Gemünd, direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Nikolaus. Einzigartigartige Designermode, die in Deutschland nirgendwo anders derart zu finden ist, wird zunächst in Italien gefertigt, bevor sie in Gemünd angeboten wird. „Sie erwartet auf zwei Stockwerken eine Auswahl von mehr als 1000 Kleidungsstücken. Insbesondere führen wir eine große Auswahl an Kleidern in allen Konfektionsgrößen – und dies zu Preisen, die einfach nur märchenhaft günstig sind“, so lautet der Werbeslogan des zentral gelegenen Modehauses. Parkplätze stehen direkt vor dem Eingang zur Verfügung. Und tatsächlich: ein extravagantes, elegantes und alltagstaugliches Kleid kostet 50 Euro, je eine bestickte Hose / Jeans / Bluse 40 Euro und eine Jacke 50 Euro. Dank fachkompetenter Beratung wird der Besuch im Modehaus zum Genuss. Ein Hauch von Mailand weht durch die bestens bestückten Räume. Farben, Muster, Stoffe - wie sie nur mit meisterlicher Hand gefertigt werden können.

 

Öffnungszeiten: Von montags bis freitags öffnet Sofie‘s Modewelt täglich von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr die Türe.

Am Samstag, 6. April, ist zum „Frühlingskribbeln“ bis 20 Uhr geöffnet.

 

Einschließlich Ostersamstag, 20. April, wird fortan jeden Samstag über die Sommermonate hinweg bis 18 Uhr offen sein. Ab Freitag, 26. April, wird jeder Freitag im Sommer bis 21 Uhr zum „Red Friday“. Ausgewählte Angebote gibt es speziell für die Kundinnen und Kunden nur an diesem Wochentag. Neben Sofie‘s Modewelt passen sich weitere Geschäfte, die am Zusammenfluss von Urft und Olef zu finden sind, wie etwa der Laden www.unikat-lifestyle.net und auch die Kunstgalerie „Die Küsse der Farben“ von Maf Räderscheidt (Am Plan 4) den Öffnungszeiten von Sofie‘s Modewelt freitags und samstags an, sie bieten ebenfalls ausgewählte Prozente immer am „Red Friday“.

Weitere Infos zum einmaligen Modehaus „Sofie‘s Modewelt“ gibt es unter 0 24 44/9 15 98 50 oder im Netz:

www.modewelt-sofie.de

Auf einen schicken Sommer!

Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" in Vossenack ist auf dem Weg, Zentrum des Landschaftsmuseums Hürtgenwald zu werden

Vossenack. "Einer nach dem anderen stirbt bei den Angriffen, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann. Schließlich wird auch Paul Bäumer kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen, an einem Tag, der so ruhig und so still war, dass der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“ Derart endet eines der bekanntesten Antikriegsbücher, geschrieben von Erich Maria Remarque; der Titel: "Im Westen nichts Neues." Bekanntermaßen war der Westen, speziell die Grenzregion der Eifel, immer einer der Hauptschauplätze von Kriegen, extrem die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg. Unfassbar viele Menschen fanden etwa im Hürtgenwald den sinnlosen Tod. Mit den Jahren kamen die Andenken an die Verstorbenen und an eine Zeit, die nie wieder kommen darf, ans Tageslicht. Der Grundstock der Ausstellungsstücke, die von der Gemeinde Hürtgenwald aus dem Nachlass des ehemaligen "Museum 1944" in Kleinhau seinerzeit erworben wurden, ist in all den Jahren durch weitere einzigartige Exponate vom Geschichtsverein erheblich erweitert worden und umfasst Gegenstände der deutschen und der amerikanischen Armee aus den Jahren 1944/45. Es sind durchweg Fundstücke und Leihgaben aus dem Umland des Hürtgenwaldes und somit mit der Heimatgeschichte der Gemeinde Hürtgenwald unmittelbar verbunden.

Zunächst lag der bereits erwähnte Grundstock der Objekte, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen, in Vossenack im Rathauskeller, anschließend in einem Hotel. Aufgrund des angemessenen Umgangs mit der Historie wurde der Geschichtsverein Hürtgenwald e.V., dessen Vorsitz aktuell Rainer Valder bekleidet, mit der Aufarbeitung und der Präsentation der Objekte betraut. ----- 2001 wurde in einem baulichen Provisorium der Vossenacker Grundschule das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" eingerichtet. In Wohn-Containern, die vom Forschungszentrum Jülich stammen, zeigen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins die von ihnen aufgearbeiteten Objekte, Bilder und Briefe, die Geschichte erzählen und Geschichte plastisch werden lassen. Hinzu kommt ein Film und Besucher können sich entweder von einem Referenten die Ausstellung erläutern oder auch von einem akustischen Guide in Deutsch oder Englisch begleiten lassen. Ähnlich wie im Roman "Im Westen nichts Neues" werden die Geschehnisse im Detail dargestellt, fokussiert und so auf ergreifende Weise emotional fassbar gemacht. Geschichte erhält Gesichter, die einen fragend anschauen und tonlos alle dasselbe Wort formulieren: "Warum?" Sei es, dass eine Krankenschwester und ihre Geschichte vorgestellt wird, dass junge Männer in ihren handschriftlich verfassten Briefen wieder lebendig werden oder dass Alltags- und Kriegsgegenstände wie Uniformteile, Prothesen, eine Obstschale aus Schrott, ein handgearbeitetes "Mensch ärgere Dich nicht"-Brettspiel oder auch eine Schöpfkelle, gefertigt aus einem hölzernen Stecken und einem Stahlhelm die Not, die Angst, aber auch den Ideenreichtum und die Fertigkeiten aufzeigen, die die Menschen im Zweiten Weltkrieg erlebten. ----- "Objekte erzählen Geschichte, so lautet die Überschrift, unter der wir vom Geschichtsverein unsere Aufgabe sehen, den Menschen die Historie näher zu bringen", sagt Rainer Valder. Dem Geschichtsverein Hürtgenwald gehören 130 Mitglieder an, darunter sind 20 bis 30 Ehrenamtler, die sich mit dem Museumsthema intensiv befassen. Zu fast allen Exponaten gibt es eine Geschichte und der Verein arbeitet permanent daran, diese Geschichte Exponat um Exponat den Besuchern zu vermitteln. Rainer Valder: "Wir ernten hier für unsere Arbeit viel Lob. Inzwischen besuchen viele tausend Menschen aus der ganzen Welt im Jahr unsere Ausstellung und immer wieder erhalten wir neue Exponate von Personen, die das schätzen, was wir hier machen, selbst von ehemaligen US-Opfern. Aber wir ernten auch immer wieder Kritik." Sogar zur Schließung wurde den ehrenamtlich tätigen Trägern des Museums schon geraten. Rainer Valder: "Doch sehen wir das nicht als korrekten Umgang mit der Geschichte an. Die Ausstellung will daran erinnern, dass es eine schreckliche Phase in der Heimatgeschichte gegeben hat, die seinerzeit zwar Hürtgenwald in das Licht der Weltöffentlichkeit brachte, die aber immer mehr in die Vergessenheit gedrängt wird. Sicherlich ist das Thema der letzten Kriegsjahre sehr sensibel: Es berührt alte, schmerzliche Erinnerungen und es erinnert an bedrückende, elende Jahre. Aber man kann dies nicht in die Vergessenheit sinken lassen, sondern man muss diese Zeit lebendig halten, schon um darzulegen, dass unsere jetzige heile Welt keine Selbstverständlichkeit ist, sondern auch auf tönernen Füßen steht. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche dem Jahr 1933 unmittelbar das Jahr 1946 folgen lassen wollen, als ob die unheilvolle Zeit dazwischen nicht zur Geschichte einer Gemeinde gehören würde. Aber man kann sich drehen und wenden, wie man will: Die Allerseelenschlacht ist Wirklichkeit gewesen. Sie gehört deshalb uneingeschränkt zur Vergangenheit wie alles andere auch." ----- Natürlich reagieren die Museumsträger auf konstruktive Kritik, die sie gerne annehmen und im Museum umsetzen. Auch Michael Nietan, der zweite stellvertretende Vorsitzende vom Hürtgenwalder Geschichtsverein, ist sehr aktiv innerhalb des Museums tätig. Er ist dankbar über die vielfältigen Kontakte, die das Museum ermöglicht und auch stets gerne zulässt, etwa zu Hinterbliebenen und Opfern dieser Zeit. Michael Nietan: "Es ist für mich eine Art von Versöhnung über den Gräbern. Hier übernehmen wir Verantwortung für unsere Geschichte. Für mich als Berufssoldat fühlt es sich einfach nur wichtig und richtig an, als ehemalige US-Veteranen, also Opfer Nazideutschlands, das Museum aufsuchten und für so wichtig empfanden, dass sie ihre eigenen Uniformen aus dieser Zeit dem Museum übergaben." Das große Interesse an der unheilvollen Vergangenheit zeigte sich wieder eindrucksvoll am vergangenen Sonntag. An diesem Tag öffnete das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" zum ersten Mal in der neuen Saison wieder seine Tür. Den ganzen Tag über gaben sich einige hundert Menschen aller Altersklassen die Klinke in die Hand. Referenten, unter anderem Referent Dieter Heckmann, führten die Besucher durch die Räume. Mit über 20 amerikanischen Soldaten aus Wiesbaden nahm die US Armee das Museum wahr, ebenso kam von der Bundeswehr Oberstleutnant Frank Böllhoff als Vertreter des Landeskommandos NRW nach Vossenack. Er sagte: "Das Museum ist ein wichtiger Baustein bei der Aufarbeitung der Geschichte in dieser Region." Die Mitglieder des Geschichtsvereins freuen sich inzwischen nicht nur über richtungsweisende Beschlüsse aus der Verwaltung und über entsprechende Beschlüsse der örtlichen Politik, das Museum zu stärken. Inzwischen hat sich ein fruchtbarer Kontakt ergeben mit Albert Moritz, Geschäftsführer der Akademie Vogelsang IP. Moritz wird die Ehrenamtler mit seinem Team bei der weiteren Entwicklung beraten. Albert Moritz: "In der Kommunikation begegnen wir uns mittlerweile auf Augenhöhe - als Ehrenamtler einerseits, aus professioneller Sicht andererseits." Ziel ist es, die Arbeit im Museum zu professionalisieren und die vorhandene Sammlung in Wert zu setzen. Er sieht eine gute Basis für eine zielführende Weiterentwicklung. -----

Dietmar Nietan (SPD, MdB), Bruder von Michael Nietan, begrüßt die Entwicklung und die Kooperation zwischen den Ehrenamtlern und Albert Moritz. Dietmar Nietan: „Die Museumsarbeit ist wichtig, muss aber auch immer in einem Kontext stehen. Das Museum muss Teil einer Gedankenkultur sein und einer differenzierte Betrachtung folgen. Die Einrichtung darf kein Solitär sein, muss sich auf dem heutigen Stand der Forschung befinden und professionelle Kräfte und Ehrenamtler müssen sich mit Respekt begegnen.“ Dietmar Nietan sieht die Einrichtung zum einen als Anlaufpunkt, um zu erinnern, aber auch als Anlaufpunkt für Soldaten und deren Nachfahren, als Ort der Begegnung, um sich mit der Geschichte auseinander zu setzen. Froh sind die Mitglieder des Geschichtsvereins über die wertschätzende Unterstützung. Eventuell könnte innerhalb der kommenden beiden Jahre das Landschaftsmuseum Hürtgenwald Realität werden und das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" dort eine zentrale Rolle spielen.

 

Adresse, Öffnungszeiten, Kontakt:

Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden"

Pfarrer-Dickmann-Straße 21 – 23

D-52393 Hürtgenwald-Vossenack

Telefon 0 24 29/90 26 13

(Nur während der Öffnungszeiten erreichbar)

E-Mail: mail@museum-huertgenwald.de

Öffnungszeiten:

März bis November, sonntags von 11 bis 17 Uhr

Gruppen nach Vereinbarung auch in der Woche möglich

Internetseite: www.museum-huertgenwald.de

Mitten ins Dorfherz....

Blankenheim-Uedelhoven. Anlieger des Dorfplatzes in Uedelhoven sind sauer. Im Oktober 2018 schauten sie verwundert aus dem Fenster auf ihren schmucken Platz mit Dorfbrunnen, zentralem Baum, pergolaüberdachter Sitzbank, drei öffentlichen Parkplätzen und Briefkasten. Mit öffentlichen Mitteln war der Dorfplatz, dessen Grund und Boden der Gemeinde Blankenheim gehört, Anfang der 1990er Jahre hergerichtet worden. Ein Bagger war nun im Herbst 2018 dort angerollt und schaufelte ein tiefes Loch. Was dann folgte, hatte keiner der Anlieger auf dem Schirm: Ein 14,80 Meter hoher Sirenenmast hielt Einzug, ein kompaktes Bauwerk der elektronischen Sirenenmarke ECI 600; Lautstärke in rund 30 Metern Entfernung: 109 dB, das entspricht etwa der Lautstärke eines Düsenjets in 100 Meter Entfernung. Der Sirenenkopf wiegt 28 Kilogramm und besteht aus einer Aluminiumlegierung. Die Auslösung erfolgt per Funk. ----- Wie ein Stich ins Herz empfanden die Anlieger diese Maßnahme. Rita Koch-Hens, eine der Anliegerinnen, die zum neuen Jahr hin mit am Tisch saß, um zu überlegen, was zu tun sei, berichtet: "Eine Infoveranstaltung zum Thema fand gar nicht statt." Im Nachgang erhielt sie auch keinen Termin beim Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim, dem sie gerne ein paar Fragen gestellt hätte. Ein weiterer Uedelhovener Bürger ist erbost: "Die Gemeinde stellt einfach ein Objekt auf den Dorfplatz, da stellt sich doch die Frage: Darf das so sein von der Widmung des Platzes her? Gibt es eine Genehmigung, was sagt der Denkmalschutz?" ----- Unstrittig, dass Alarmanlagen für die Bevölkerung im Katastrophenfall bereit stehen müssen, das sehen auch die betroffenen Uedelhovener Bürger so. Zwar lebten sie die vergangenen 20 Jahre auch ohne Sirenen gut, denn 1993 war die letzte Sirene im Dorf abgebaut worden, da der Bund an einer neuen Technik feilte. Nach gut 20 Jahren war der Bund nun zu dem Schluss gekommen, dass Sirenenmasten im Katastrophenfall doch das beste Mittel seien. Zwei bis drei Mal im Jahr wird die Sirene nun mit vorheriger Ansage getestet. Doch ausgerechnet mitten ins Dorfherz und ohne Vorwarnung, hätte es da nicht eine andere Lösung geben können? ----- Uedelhovens Ortsvorsteher Thomas Pick sah keine Alternative und daher auch keine Veranlassung zu einer Infoveranstaltung. Pick: "Der Dorfplatz ist das einzige gemeindliche Grundstück in Uedelhoven, dort gibt es auch den notwendigen Stromanschluss." Bei der Kirche sei angefragt worden, ob der Mast nicht etwa am Freidhof aufgestellt werden könne. Doch die Kirche habe abgelehnt. Erwin Nelles, allgemeiner Stellvertreter des Blankenheimer Bürgermeisters, bestätigt, dass das einzige gemeindliche Grundstück in Uedelhoven der Dorfplatz sei. Ein Gutachten habe es im Vorfeld der Maßnahme gegeben und baurechtlich sei die Aufstellung des Mastes korrekt. Nelles: "In manchen Ortschaften hätten wir gerne mehr Grund und Boden, aber leider sieht die Realität anders aus."

Nächster Halt: Bahnhof Blankenheim (Wald)

Blankenheim. Die Bahnhöfe in der Eifel werden gerne frequentiert, von Pendlern, Touristen, Schülern und Senioren. Umso schöner, wenn sich die Bahnhöfe zeitgemäß und heimelig darstellen. In einer Übergangsphase befindet sich der Bahnhof Blankenheim (Wald). 2016 fand eine lockere Interessengruppe zusammen, die sich 2017 in einem gemeinnützigen Verein manifestierte. Der "Förderverein Bahnhof Blankenheim (Wald)" unternimmt seither einiges, um den geschichtsträchtigen und betagten Bahnhof wieder auf gute Füße zu stellen. Wenn alles klappt und die Politik mitmacht, könnten die Weichen für eine gute Zukunft am 28. März 2019 im Blankenheimer Rathaus gestellt werden. ——- Alex Oiliger, Sprecher des Fördervereins, berichtet: „In den vergangenen Jahren haben wir Ideen gesammelt, Studenten der Uni Trier haben unter der Überschrift ,Revitalisierung eines Landbahnhofs' Arbeiten durchgeführt, die die Grundlagen für unser jetziges Konzept bilden." Die Studenten betrachteten das Bahnhofsgebäude innen und außen. Während sie im Inneren ein Café mit musealem Teil ansiedeln würden, könnten weitere Bereiche für Infostation und Aufenthalt dienen. Auch Unterkünfte für Radler und Wanderer sind ein Thema ebenso wie eventuell eine Fahrradwerkstatt. ------- Die Gemeinde Blankenheim, die Eigentümerin des Bahnhofsgebäudes ist, würde ein tragfähiges Konzept begrüßen. Alex Oiliger: "Wir könnten jetzt das Heimatförderprogramm nutzen, und wenn nicht jetzt, wann dann." Derzeit baut die Deutsche Bahn die Bahnsteige um, sie sollen sicherer werden. Und wenn alles so läuft, wie sich die Mitglieder des Fördervereins das wünschen, könnte der Bahnhof Blankenheim (Wald) auch bald wieder eine attraktive Haltestelle für viele Passanten werden. Wer den Förderverein unterstützen möchte, kann sich über die Internetseite informieren: https://blankenheim-wald.jimdo.com/