Wenn der Bäcker drei Mal klingelt....

Gemeinde Kall. Der Bäckerwagen darf in unserem Eifeldorf, das liegt in der Gemeinde Kall, seit einigen Wochen schon nicht mehr hupen, um die Anlieger darauf aufmerksam zu machen, dass er da ist. Jahrzehntelang fuhr der Bäcker an zwei Tagen in der Woche hupend durch das Dorf, der Klang gehörte quasi zum Ortsbild, wäre auf jede Fall ein Fall für die Sparte "Weltkulturerbe" gewesen. Speziell Mütter mit Kindern und ältere Bürger nahmen und nehmen das Angebot liebend gerne in Anspruch.


Nun hetzt der Bäcker laufend und klingelnd von einem Haus zum anderen, das kostet ihn mehr Zeit und Energie. Da stellt sich die Frage, wie lange er das noch durchhält. Da stellt sich auch die Frage, was derartige Anordungen der Verwaltungen - in Hellenthal gab es Ähnliches, da wurde eine gediegene, abgelegene (!) Gastwirtschaft darauf aufmerksam gemacht, ebenfalls seitens der Verwaltung, dass es am Abend gefälligst auf der Terrasse im Sommer mucksmäuschenstill zu sein hat - bewirken sollen?

Sollen die (zu) wenigen Gastronomen und Bäcker, die es in der Nordeifel auf dezentralem Gebiet überhaupt noch gibt, auch noch an den Rand der Verzweiflung und der Pleite getrieben werden? Was ist das für eine Methode, die den Mittelstand seit Jahrzehnten kaputt macht? Viele bedauern die Entwicklung, aber NICHTS passiert, ganz im Gegenteil. Leerstehende Läden in Kernorten werden seit vielen Jahren bemängelt, gestärkt werden stattdessen allerdings die Pseudoeinzelhandelsketten in den "Industriegebieten" etwa in Kall auf der grünen Wiese.

Weiter so (das ist ironisch gemeint)! Wenn dann auch der letzte Bäcker und der letzte Gastronom das Handtuch in der schönen Eifel geschmissen hat, dann gibt das bestimmt ein einprägsames Bild, wie die Touristen und die Einheimischen mit einem Butterbrot als Proviant über Land ziehen - das wird nicht lange gehen, diese Leute kommen NIE wieder. Dafür gibt es dann andere wunderschöne Landstriche, die eine den Anforderungen entsprechende Infrastruktur vorhalten.

Thema "Stammesfürsten" - Text frei erfunden, Ähnlichkeiten sind rein zufällig

Wir befinden uns in der Eifel, Jahrhundertwende/Beginn 21. Jahrhundert; es gibt immer noch Stämme, da herrscht der Stammesfürst und wehe, es erhebt jemand gegen diesen Stammesfürst und dessen Taten eine Stimme. Noch schlimmer: Eine weibliche Stimme.🤦‍♀️ Der Stammesfürst - gibt es jeweils mindestens einen oder auch mehr in diversen Kommunen - darf beispielsweise falsch Parken. Gibt eine noch nicht versierte Politesse diesem Typen eine Knolle, weil sie seine Karre noch nicht kennt und er mit seiner Protzbonzenkiste mitten im Kernort komplett falsch parkt, dann wird die Politesse versetzt oder entlassen, je nachdem, für welche Versicherung sie sich freiwillig gezwungen entschieden hat. Denn über Umwege macht der Stammesfürst auch in Versicherungen. 😉 Auch bauen Stammesfürsten beziehungsweise die Väter von Stammesfürsten auf Grundstücken, wo bis dato niemand drauf bauen durfte! Mit herrlicher Aussicht auf bleiverseuchte Erde. Auf ordnungsgemäßer Anfrage mit weiblicher Stimme, wie das denn sein kann - und weil sich alle Anlieger und Insider darüber aufregen - folgen Frechheiten und dümmste Arroganz. Als i-Tüpfelchen holen sich diese Deppen dann auch noch eine Agentur ins Haus, die schreibt alles ganz nach dem Geschmack der Fürsten und ihrer Dienlinge, bezahlt mit Steuergeldern. Vorteilsbeschaffung, Schmiererei, in diesen Häusern alles kein Problem. 🤮 Dann gibt es noch die Stammensfürsten, die sich in der Kreisburg täglich versammeln. Manche lernen sich dort extrem und sehr nah beim Teambuilding kennen, verlassen alte Zusammenhänge und heiraten neu. Zur Fete gibt es möglicherweise auch ganz neue Items und Icons für schwer belastete Altgebäude, bei der Namensgebung und auf Autokennzeichen feierlich eingebrannt. IP - des Rätsels Lösung, endlich. 😲 Und plötzlich ist vieles im Kreis quasi aus einem Federhandschuh. Jahrhunderte lang. Nichts bewegt sich wirklich, alles wird monopolisiert und ist eingefahren. Und egal, wie sinnvoll oder eben nicht sinnvoll das kommt. Es wird geredet und geredet 🤥, es werden Pressemitteilungen verteilt und Pressesprecher 🤐 an die Front geschickt, Millionen verblasen, Windradakten vom Winde verweht und der ganz normale Stammesfürstenwahnsinn nimmt eben seinen Lauf. Dann gibt es auch noch die Stammesfürsten in dem Ort mit dem Zaun drum. Belastete Straßenbauabfälle einer alten Kreisstraße - so etwas gibt es nicht, kann ja gar nicht sein. Überall wurde früher mit hochgiftigem Teer eine Straße angelegt, aber nicht die K7, nein, die nicht. 😤 Und erst die Fürstchen, die sich beim Redaktionschef beschweren, weil sie nicht in jedem Artikel gebührend erwähnt werden, auch wenn sie weder die Protagonisten der Veranstaltung noch mehr als fünf Minuten anwesend waren. So sind die Stammesfürsten. Von ganz oben runter, egal, was. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. 😃

Und sie bewegt sich doch!

Eifel. Der Grünstreifen zwischen Rhein und Belgien ist die Eifel. Fantastisch schön, super abwechslungsreich, kernig und doch zart, human, natürlich, ein wunderschönes Fleckchen auf dieser ziemlich großen Erde.

In den vergangenen Jahrhunderten war dieses Grenzgebiet immer wieder Schauplatz unfassbarer Kriege und Schlachten, daher sind viele Eifeler immer noch ein wenig skeptisch, wenn neue Gesichter auftauchen. Die Erinnerung wiegt schwer, die Verluste waren unglaublich. Es gab auch nicht wirklich Freund oder Feind, denn oft retteten die Feinde die Lieben und deren Leben.

In den vergangenen 30 Jahren erlebte die Eifel eine Landflucht. Die Leute, die früher das Landleben zu schätzen wussten, verdufteten in die Städte. Das Leben schien dort angenehmer, kein Auto oder ein Auto war genug. Die hohen Mietpreise wurden in Kauf genommen, die Masse ebenfalls.

Für die Eifel und ihre Infrastruktur ein Problem. Keine Bürger - keine Nachfrage - kein Angebot mehr. Stagnation, ja sogar Rückschritt. Nun kommt die Welle zurück. Der dritte Speckgürtel von Köln wird wieder interessant. Baugebiete laufen plötzlich voll, Geschäfte kommen zurück, wenn auch noch zögerlich. Aber die Eifel bewegt sich wieder, und das ist ein tolles Gefühl.

Es ist wieder Leben in der Bude, freundliches Leben. Die Menschen kommen zusammen, lachen, feiern, essen, lernen, staunen, denken gemeinsam. Hoffentlich bleibt es so ausgewogen, wie es sich derzeit abzeichnet. Kaum ein Landstrich hätte diesen Frieden dermaßen verdient wie die immer wieder so geschundene Eifel - dieser einzigartige Grünstreifen zwischen Rhein und Belgien. 

Angst vor selbstverliebter Flasche im Kühlschrank

Kommentar - reingeschaut und hingehört

Sie heißen "BürgerInfo" oder "Rundblick", werden ohne sichtbare Bezahlung an alle Haushalte verteilt und schüren zunehmend die Angst. So beschreibt eine Schleidenerin: "In der aktuellen BürgerInfo, die ich leider aus dem Briefkasten fischte, war auf jeder Seite der sich - anscheinend selbst sehr wichtige - Pfennings zu sehen. Als ich abends den Kühlschrank öfnete sagte ich zu meinem Mann: Pass' mal auf, da sitzt der jetzt auch noch drin, zwischen all' den anderen Flaschen."

Tatsächlich sind diese so harmlos wirkenden Info-Blätter Propaganda-Blätter, die immer wieder im nichts ahnenden Briefkasten landen und für deren Inhalt Kommunen wie Kall und Mechernich wohl hohe fünfstellige Summen zahlen pro Jahr an eine einzige Presseagentur, damit diese nach dem Gusto der Kommunen nur Gutes berichtet. Die Summen werden nicht klar angesagt. Auch Rathausmitarbeiter, meist im Touristikbereich tätig, werden zunehmend abgestellt, die Propagandaseiten einseitig zu füllen. Wes Brot ich ess', des Lied ich sing....

Tageszeitungen sterben, sind gestorben, und da wird diese Lücke auf den ersten Blick professionell und schnell, bildreich-bunt und vor allem mit Steuergeldern teuer von den Kommunen gefüllt. Auch das macht Angst. Ein Urteil besagt, dass diese Blätter gar nicht existieren dürfen (siehe Link am Ende des Kommentars). Es sollen "Amtsblätter" sein, nur amtliche Infos beinhalten - ohne Bilder, ohne großes Layout, ohne Meinungsmache.

An immer mehr Briefkästen prangt inzwischen der Hinweis: Keine BürgerINFO, kein Rundblick und keine Reklame. Richtig so! Erst, wenn die Kommunen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind, den Bürger ernst nehmen und nicht verschaukeln und die Angst vor einer weiteren Flasche im Kühlschrank wieder gewichen ist, werden diese Zettel am Briefkasten wieder entfernt und das Amtsblatt kann kommen.

Zeitgemäß wäre ein papierloser Newsletter mit wertfreien Infos zur kommunalen Entwicklung auf digitalem Kanal an Leute, die der Inhalt dann auch wirklich interessiert und etwas angeht. Solange sich das nicht ändert, geht leider weiterhin die Angst um....

Hier geht es zum BGH-Urteil: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&nr=90683&pos=2&anz=198

Zwei zum Sehen

Kall. Holz und Stahl, optisch in der Regel eine gute Wahl. Zwei derartig gefertigte Sitzbänke stehen aktuell am Kaller Rathaus und werfen Fragen auf. Fragen hatten zu diesen Bänken auch die Mitglieder des Ausschusses für Liegenschaften, Forst und Umwelt in der Sitzung am Dienstagabend. Der Beschlussvorschlag zu diesem "Top 9" lautete wörtlich und etwas kryptisch (inklusive Kommafehler): "Der Ausschuss für Liegenschaften, Forst und Umwelt beschließt die vorgestellten Sitzbänke und weitere Ausstattungsgegenstände für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und legt diese oder gleichwertige für die weitere Planung fest."

Tja. Ausschussmitglied Peter Schmitz (CDU) hakte denn auch prompt nach: "Bevor der erste Bagger angerollt ist, sollen wir schon über die Ausstattung reden. Wie ist denn überhaupt der Preis?" Denn der Vorlage waren zwar die herstellenden Firmen von Sitzbänken, Abfallbehälter und "Fahrrad-Anlehnbügel" zu entnehmen, die Preise für die Ausstattungsgegenstände suchten die Ausschussmitglieder vergeblich.

Im Laufe der Debatte wurden stattliche Preise genannt: Die Sitzbank mit Lehne kostet etwa pro Stück 1500 Euro, die ohne Lehne 1300 Euro. Diese Fakten ergaben ein zunächst kurzfristiges und betretenes Schweigen und stellenweise Schnappatmung. Peter Schmitz kommentierte: "Schön wäre es, wenn derartige Fakten vorher weitergegeben würden und nicht erst im Ausschuss hinterfragt werden müssen." Petra Mey-Wirtz (CDU) war, wie andere Lokalpolitiker in der Runde ebenfalls, der Meinung, keine Entscheidung zum aktuellen Zeitpunkt abzugeben, es sei dazu noch viel zu früh. Dem folgte der Ausschuss. Ausschussvorsitzender Erhard Sohn formulierte abschließend: "Aber jetzt haben wir schon mal Visionen." Die Visionen in Form der beiden Beispiel-Bänke werden wohl in den kommenden Tagen wieder verschwinden.